Hunde-Reisekrankheiten

Prophylaxe für gesundheitliche Schwierigkeiten im Hunde-Urlaub

"Reisekrankheit, Stress & Co - mit welchen gesundheitlichen 
Schwierigkeiten sollten Hundehalter im Urlaub mit Hund rechnen, und wie 
kann man sinnvoll vorbeugen?" Unser Online-Tierarzt des Vertrauens Dr. Seeburg klärt auf!

 

Der erste Schritt nach Auswahl des Urlaubsziels sollte der Besuch beim Tierarzt sein, um sich über besondere Krankheiten in der ausgewählten Urlaubsregion zu informieren und entsprechende Prophylaxemaßnahmen einzuleiten.

Hunde-Urlaub: Beispiel Mittelmeerraum

Dort besteht die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch Zeckenbiss; wobei nicht nur die in Deutschland ebenso vorkommende Borreliose zu erwähnen ist, sondern auch Krankheiten wie Babesiose, Piroplasmose (Hunde-Malaria) und Ehrlichiose.

Auch Stechmücken können Hunde-Krankheiten übertragen, wie bspw. die Leishmaniose (eine Blutparasitenkrankheit) oder Herzwürmer. Ein Insekt, das sich mittlerweile im gesamtem Mittelmeerraum ausgebreitet hat und in naher Zukunft, bei erkennbar zunehmender Klimaerwärmung, auch bald unsere Breitengrade erreichen wird - mit seinen jeweiligen Parasiten „im Gepäck“.

Durch entsprechende prophylaktische Maßnahmen, die rechtzeitig (14 Tage vor Reisebeginn) vom Haustierarzt eingeleitet werden sollten, kann eine Infektion / Verschleppung der Erreger verhindert werden. Hierfür können eingesetzt werden: Flohhalsband, Spot-on gegen Zecken, Medikamente gegen Herzwürmer, spezielle Tabletten oder Halsbänder gegen Mücken.

Wenn man schon beim Tierarzt ist, sollte man auch gleich Herz und Kreislauf checken lassen, um zu klären, in welchem gesundheitlichen Allgemeinzustand das betreffende Tier für eine Reise ist. Bei sehr ängstlichen Tieren müssen u. U. Beruhigungsmittel während der Fahrt / des Fluges eingesetzt werden. Diese können aber nur eingesetzt werden, wenn das Tier vom herz-/kreislaufmäßigen Zustand her ohne auffälligen Befund ist.

Hunde-Urlaub: Flugreise

Bei großen Hunden (Transport im Frachtraum) sollte man immer darauf achten, dass sie in einem entsprechend großen Behältnis untergebracht sind (Stehen und Ausstrecken muss möglich sein). Grundregel: Pro Hund eine Kiste. Diese Transportboxen muss man selbständig kaufen; die Kosten dafür belaufen sich auf zwischen je 200 Euro und 600 Euro. Manche Airlines bieten aber auch die Möglichkeit der Ausleihe solcher Boxen an – gegen Gebühr. Das hat den Vorteil, dass man die Kiste(n) am Urlaubsort nicht mit sich herumschleppen oder – ebenfalls wieder gegen Gebühr – am Flughafen deponieren muss. Finca-Urlauber mit Hund allerdings setzen die Kiste(n) meist als „Mobile Home“ für ihre(n) Vierbeiner ein.

Vor dem Erstflug sollte man den Hund an die Box gewöhnen. Gute Voraussetzung, damit der vierbeinige Passagier am Reisetag keine Stresssymptome entwickelt, ist ein circa zwei Wochen zuvor beginnendes „Boxen-Training“: Kiste in Körbchennähe platzieren (nach einer Woche vielleicht sogar austauschen), Lieblingsdecke hinein, Hunde-Futter, auch als Schlafbox anbieten, im Anschluss an Boxaufenthalt etwas Tolles mit dem Hund machen, dass sich ihm einprägt: Komme ich aus der Box heraus, passiert was Schönes.

Diese Übung lässt sich natürlich auch bei jenen Hunden anwenden, die auf Grund ihres geringen Körpergewichts (unter 5 kg) im Passagierbereich mitfliegen dürfen. (Beachten: Die Transporttaschen für den Passagierraum müssen einen feuchtigkeitsundurchlässigen Boden haben, nachweislich verschließbar sein und während des Fluges auch verschlossen bleiben. Unbedingt vor Flug abklären, ob der Hund auch wirklich als Handgepäck mitfliegen darf und dann anmelden. Die Anzahl der Hunde für den Passagierbereich ist begrenzt!)

12 Stunden vor dem Flug nicht füttern, nur Wasser anbieten. Abhängig vom Eintreffen am Flughafen, sollten die vom Tierarzt verschriebenen Beruhigungsmittel am besten zweieinhalb Stunden vor Abflug eingegeben werden. Für den Druckausgleich bei Start und Landung kann dem Hund im Passagierbereich ein sehr kleiner Snack angeboten werden, damit er kaut und schluckt; die vierbeinigen Kollegen im Frachtraum haben diesen Service zwar nicht, sind aber medikamentell beruhigt.

Hunde-Urlaub: Autoreise

Bei der Reise mit dem Auto sollte immer für ausreichende Innenraum-Belüftung, Wasser und Pausen gesorgt sein. Während der Fahrt muss darauf geachtet werden, dass der tierische Urlaubsbegleiter nicht im Windzug sitzt. (Erkältungsfallen: Klimaanlage und Luftverwirbelungen auf den „hinteren Rängen“ bei geöffneten Fenstern!)


Hunde, die auf der Rücksitzbank mitreisen, müssen durch eine gute Rückhaltevorrichtung (Gurt, Wanne etc.) gesichert werden. Wenn der Hund zur Reisekrankheit neigt, können vor Reiseantritt verschreibungspflichtige Medikamente vom Tierarzt gegen die Reisekrankheit verschrieben werden. Damit der Hund sich vor und während der Reise nicht zu sehr aufregt, können auch Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden.

Hunde-Schwimmen im Urlaub

Auch Hunde können einen Herzschlag erleiden! Deshalb gilt für Fellnasen ebenso wie für ihre zweibeinigen Reiseleiter: Nicht überhitzt ins Wasser! Übermäßiges Toben und Rennen unmittelbar vor der geplanten Abkühlung also am besten ausfallen lassen oder fünf bis zehn Minuten ausruhen, damit der Kreislauf „runter fährt“.

Wenn das Bad in Salzwasser oder Tümpeln beendet ist, baldmöglichst das Hunde-Fell mit Süßwasser gründlich reinigen, um Hauterkrankungen vorzubeugen, die durch Algen oder Salzreste ausgelöst werden können.

Wenn´s richtig heiß ist:

Für diesen Fall gibt es klare Regeln: Keine Aktivitäten wie zum Beispiel am Rad laufen oder Hundesport in der größten Tages-Hitze! Ausgedehnte Spaziergänge am besten in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen. Beobachten Sie Ihren Hund auch dann genau: Zeigt er deutliche Ermattungsanzeichen, unbedingt Pause machen und dann zurück ins kühle Schattige! Führen Sie immer ausreichend Wasser mit. Bei extremer Hitze finden es die Vierbeiner auch mal ganz toll, wenn man ihnen feuchte kühle Tücher auflegt…

Hunde-Urlaub nicht ohne Reiseapotheke

Die Reiseapotheke für den Hunde können Sie sich individuell für den jeweiligen Hund vom Haustierarzt zusammen stellen lassen. Außerdem Verbandszeug (Kompresse, Mullbinde, Verbandspflaster, Schere etc.), Zeckenzange, Fieberthermometer, Spüllösung für Wunden, Augenwasser, Pinzette und Shampoo nicht vergessen.

Immer mitführen:

- Heimtierausweis

- Vorsichtshalber auch einen Maulkorb (vorher Info über das jeweilige Zielland, aber auch über mögliche Durchreiseländer, einholen).

- Halsbandplakette mit Hundenamen und internationaler Telefonnummernangabe (+49 ....)

- Tierärztliche Notfallnummern für den Zielort vorher im Internet recherchieren, bei Autoreisen vielleicht auch jene an der geplanten Fahrtroute.

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