Autofahren mit Hund

Hunde im Auto - so fahren sie sicher

Stadthunde müssen mobil sein - auch automobil! Irgendwann ödet uns die Runde um den Block garantiert an und es lockt die Spritztour aufs Land oder an die See, und dahin geht's nun mal nur auf vier Rädern. Doch im Innenraum eines Wagens lauern eine Menge Gefahren. Der ADAC-Crashtest mit Hunde-Dummies hat zum Teil schockierende Erkenntnisse gebracht, die sich auch der optimistischste Hundehalter vor dem Drehen des Zündschlüssels vor Augen führen sollte.

Gezieltes Auto-Training für mehr Vierbeiner-Sicherheit

Sicherheit im Auto beginnt bereits beim Einsteigen: Ein Hund, der wie ein Kugelblitz ins Auto-Innere stürmt und dabei Blech, Inneneinrichtung und seinen Menschen ramponiert, ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch während der Fahrt nicht brav wie ein vierbeiniger Chorknabe. Deshalb: Manierliches Einsteigen sollte selbstverständlich sein. Gezieltes Auto-Training gehört zum Erziehungsrepertoire für alltagstaugliche Hunde und beginnt am besten schon im Welpenalter. Außer dem Hund selbst sollten immer auch Wasser und Reisenapf, Beutel und Tücher für eventuelle Missgeschicke und ein Erste-Hilfe-Kasten mit hundespezifischer Ausrüstung von der Partie sein.

Bei längeren Fahrten bitte mindestens alle 2 Stunden eine Pause einlegen. (Auch der wohlerzogenste Hund sollte auf Autobahnraststätten nur an der Leine pausieren.) Achten Sie bitte immer, wirklich immer darauf, dass der Hund nicht beim Öffnen einer Türe einfach aus dem Auto springen kann - auch der Geistesgegenwärtigste kann die Anwesenheit seines Vierbeines in Schocksituationen vorrübergehend vergessen und ihn infolgedessen auf der Autobahn einsammeln.

Cabrio fahren: Hundeaugen drohen Entzündungen

Zugegeben, es sieht stylish aus. Aber auf den Beifahrersitz eines Cabrios gehört ein Hund wirklich nur für ein Fotoshooting. Im Fahrtwind flatternde Ohren mögen ein possierlicher Anblick sein, den der Hund jedoch mit einer chronischen Augenentzündung teuer bezahlen muss. Wenn sich das offene Verdeck nicht vermeiden lässt, sollte der Hund zumindest auf der Rückbank gesichert werden und eine spezielle Hundebrille als Schutz vor dem Fahrtwind erhalten.

Gefahren vermeiden: So fährt der beste Freund sicher

Rechtlich gesehen gilt ein Hund als Ladung und hat so mitgeführt zu werden, dass er niemanden gefährdet. Aus einem lustig im Auto umherhopsenden Hund kann schnell buchstäblich blutiger Ernst werden - und zwar für Hund und Fahrer - wenn der Vierbeiner bei einem Bremsmanöver zum lebenden Geschoss wird. ADAC-Crashtests haben gezeigt: Ein 22 kg schwerer Hund fliegt bei einem Aufprall mit 50 km/h mit einer Aufprallwucht von über 500 kg Gewicht durch die Frontscheibe, wenn er ungesichert ist.

Bei der Sicherung muss dem Hund natürlich eine gewisse Bewegungsfreiheit zugestanden werden. Im Handel gibt es spezielle Sicherheitsgeschirre und -gurte, mit denen Hunde auf der Rückbank angeschnallt werden können.

Vorsicht bei billigen Tier-Sicherheitsgurten

Doch Vorsicht: Die verführerisch preisgünstigen Modelle sind im ADAC-Test gnadenlos durchgefallen. Die meisten Gurte sind lediglich eine Hilfe, den Hund während der Fahrt zu fixieren, jedoch völlig untauglich bei einem Unfall: Sie reißen sofort. Qualitativ hochwertigere Gurtsysteme können zwar den Kopf des Fahrers vor umher fliegenden Hunden schützen. Doch die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Chauffeur Rückenverletzungen davonträgt, da der Hund gegen die Rückenlehne des Fahrersitzes geschleudert wird - ganz zu schweigen davon, dass die Überlebenschance des Hundes dabei nicht nennenswert ist.

Weitaus sicherer für Mensch und Tier ist die Unterbringung in einer geeigneten Tier-Transportbox. Bei kleinen Hunden kann die Box in den Fußraum zwischen Fahrersitz und Rücksitz gestellt werden Die Befestigung auf der Rückbank hat sich dagegen im ADAC-Test als mangelhaft erwiesen.

Am sichersten ist die Tier-Transportbox im Kofferraum

Für größere Hunde empfiehlt sich die Unterbringung der Box im Laderaum eines Kombis. Die meisten Vierbeiner fühlen sich - nach einer entsprechenden Gewöhnung - ausgesprochen wohl in so einer höhlenartigen Transportkiste. Idealerweise ist der Kofferraum mit einem stabilen Trenngitter gesichert und die Box der Länge nach an die Rücksitzlehne gestellt. Fazit des ADAC: Diese Variante bietet die größtmögliche Sicherheit für Mensch und Tier während der Fahrt!

Todesfalle parkendes Auto: Hunden droht Hitzschlag

Auch ein parkendes Auto kann für den Hund schnell zur Todesfalle werden. Bei 30 Grad Außentemperatur heizt sich der Innenraum eines Wagens im Handumdrehen auf über 70 Grad auf. Ein tödlicher Hitzschlag beim Hund  kann die Folge sein. Der Wagen sollte selbstverständlich niemals in der prallen Sonne geparkt werden; wer keine böse Überraschung erleben möchte, beachtet bei der Parkplatzsuche auch die Wanderung des Sonnenstandes. Spezielle Sonnenrollos für die Autofenster können hilfreich sein. Auch eine ausreichende Belüftung ist unerlässlich: Am Besten sind mehrere Fenster geöffnet - natürlich nur so weit, dass der Hund keine Fluchtversuche unternehmen oder sich womöglich einklemmen kann.

Und Achtung: Klimaanlagen belüften den Wagen nur, während der Motor läuft - und können bei rasanten Temperaturunterschieden auch rasch zu Erkältungen führen. Bitte verzichten Sie grundsätzlich auf Duftbäume oder andere parfümierte Zusätze in Ihrem Wagen, das feine Riechorgan Ihres Hundes wird es Ihnen danken. (je)

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