Vierbeiner im Land des Lächelns

In China mögen sie Hunde…

Am 8. August haben in Peking die Olympischen Sommerspiele feierlich begonnen – zu dem Spektakel wurden rund 600.000 Touristen erwartet. Einige von Ihnen sind wahrscheinlich mit Vierbeiner eingereist. Darüber, was der Hund den Chinesen bedeutet und welche anderen Hunde-Sitten es im fernen Osten gibt, haben diese Hundehalter wahrscheinlich nur grobe Vorstellungen.

 

Reisen ins „Land des Lächelns“ sind angesagt: China hat sich in den letzten Jahren immer mehr auf internationalen Tourismus ausgerichtet. Schon mit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik von 1978 durfte sich die Tourismusbranche - auch dank der Unterstützung der Regierung - über stetig steigende Zahlen freuen.

 

Es gibt ja auch viel zu sehen: Die Volksrepublik China ist mit ihren 9,5 Mio. Quadratkilometern so groß wie die USA und hat mit ihren 14 Nachbarstaaten mehr angrenzende Lände, als irgendein anderer Staat auf der Welt. Eine Reise ins einwohnerreichste Land der Welt wird also einige Zeit in Anspruch nehmen. Da sollte man sich als Hundebesitzer informieren, ob man seinen vierbeinigen Freund auf diese Abenteuerreise mitnimmt.

 

Leider denkt man hier im Westen immer nur an „Vierbeiner süß-sauer“, wenn man die Begriffe Hund und China miteinander verbinden soll. Hier wollen wir mit diesem leidigen Gerücht aufräumen und ein Stück zum neuen Bild der Chinesen als Hundefreunde beitragen.

 

Urlaub mit Hund in China – andere Länder, andere Hundegesetze

 

Eine Reise nach China mit Hund sollte gut vorbereitet werden. Wie andere Länder hat auch China bestimmte Einreisebedingungen für Haustiere. So darf zum Beispiel jede erwachsene  Person maximal ein Tier nach China einführen. Wenn es sich bei diesem Tier um einen Hund handeln sollte, muss dieser, ab einer Größe von 35 cm, einen Monat am Flughafen verweilen. Erst nach diesem, der Quarantäne dienenden Zeitraum, darf der Vierbeiner in die Volksrepublik einreisen.

 

Bei der zuständigen Quarantänebehörde muss zudem ein Haufen Dokumente eingereicht werden. Darunter ein von einem Veterinär ausgestelltes Gesundheitszeugnis, der gültige Impfausweis, eine Kopie des Reisepasses des Hundebesitzers und eine Meldebestätigung der Wohnanschrift in China. Und bevor es dann soweit ist, und Sie mit Ihrem Hund chinesischen Boden betreten, sollten Sie sich gut informieren, wo Sie nächtigen wollen – denn in Hotels sind Hunde und Katzen in der Regel nicht erlaubt.

 

Am besten ist es, wenn Sie sich vor Ihrem Urlaub mit vierbeiniger Begleitung an die chinesische Botschaft oder ein Konsulat wenden, um wirklich alles über die Einreisebestimmungen für Hunde zu erfahren. Behalten Sie dabei im Hinterkopf, dass die meisten chinesischen Städte unterschiedliche Bestimmungen haben. In manchen Großstädten ist die Haltung von größeren Hunden z.B. aus Gründen der Hygiene nicht erlaubt.

 

Fremde Hunde streicheln birgt in China Tollwutgefahr

 

Wer kennt das nicht aus dem Urlaub in Spanien oder Griechenland: Hunde und Katzen die auf der Straße leben und in uns Muttergefühle auslösen. Man will Sie Streicheln, Füttern – ja, am liebsten gleich mit nach Hause nehmen. Aber da sollten Sie sich in der Volkrepublik China besser in Acht nehmen. Aus reisemedizinischer Sicht sind Hundebisse neben der schlechten Luft das größte Gesundheitsrisiko!

 

Allein in der Vierzehn-Millionen-Metropole Peking wurden im Jahr 2006 140 Tierbisse gemeldet. Die Ansteckungsgefahr mit verschiedensten Infektionskrankheiten, darunter Tollwut, ist sehr hoch. Im gleichen Jahr starben 3300 Chinesen an der tödlichen Infektion. Risikoreisenden wird dementsprechend dringend eine Tollwut-Impfung empfohlen. Erkundigen Sie sich also möglichst vor Ihrer Reise nach China bei Ihrem Hausarzt, welche Impfungen aktuell empfohlen werden. Der mitreisende Vierbeiner muss bei der Einreise eine mindestens 12 Monate zurückliegende Impfung gegen Tollwut aufweisen.

 

Der moderne Hund hat seine Wurzeln im alten China

 

Heutzutage sind uns über 1000 Hunderassen bekannt. Darunter finden sich die verschiedensten Vertreter. Da ist es schwer sich vorzustellen, dass nahezu alle Hunde - ob groß oder klein, langes- oder kurzes Fell, Jagd- oder Schoßhund – den gleichen Vorfahren haben. Dieser, so fanden es Forscher nun heraus, war ein Chinese.

 

Ganz so ist es natürlich nicht, denn - wie wir alle wissen – stammt der Hund vom Wolf ab. Doch anhand von Untersuchungen der Ähnlichkeit des Erbguts einer gewissen Anzahl von Hunden und Wölfen, konnten schwedische Wissenschaftler Aussagen über die Verwandtschaftsverhältnisse und die Herkunft unserer treuen Begleiter treffen. Der gemeinsame Ursprung aller heute existierenden Hunde ist danach auf eine kleine Wolfspopulation im heutigen China zurückzuführen.

 

Diese wurden vor 15.000 Jahren eben hier erstmals vom Menschen gezähmt und somit der Anfang einer langen und innigen Freundschaft zwischen Zwei- und Vierbeiner geschaffen. Schon damals machten sich die Menschen die einzigartige Fähigkeit der Hunde zu Nutze, Signale des Zweibeiners besser zu verstehen, als jedes andere Tier auf der Welt. Und bei der fortschreitenden Bevölkerung der Erde durch den Zweibeiner folgte der Vierbeiner stets an seiner Seite. So waren Hunde auch dabei, als die Menschen vor 12.000 bis 14.000 Jahren Amerika kolonialisierten. Heute gehen die Vermutungen der Forscher sogar so weit, dass sie die Anpassung des Hundes für einen Selektionsvorteil in dessen Evolution annehmen. Was hätte wohl Darwin dazu gesagt?

 

Der Hund als wichtiger Bestandteil der chinesischen Astrologie

 

In China steht jedes Jahr unter einem Tierzeichen – und jedes einzelne zeichnet sich durch bestimmte Charakterzüge aus. Wie wir es aus unserem Horoskop kennen, gibt es auch in Fernost zwölf Tierkreiszeichen – eines davon ist der Hund. Unzählige Legenden erzählen im Land des Lächelns vom treuen Weggefährten, der den Menschen den Reis brachte und sein Herrchen vor Feuer rettete, indem er pausenlos im Maul Wasser vom nächsten Fluss heranbrachte.

 

Die chinesischen Weisheiten der Astrologie oder der Naturphilosophie „Feng Shui“ sind aber auch ein lukratives Geschäft.  So wurden im letzten Jahr des Hundes 2006 unzählige Glücksbringer - vom einfachen Schlüsselanhänger an Straßenständen bis zum vergoldeten Hund in Juweliergeschäften - verkauft. Die letzten Hundejahre in China waren übrigens 1922, 1934, 1946, 1958, 1970 und 1994.

 

Auch für die Chinesen ist das Tierkreiszeichen entscheidend, was den Charakter der Neugeborenen angeht. Die Hunde-Geborenen sind nach Meinung chinesischer Astrologen sehr intelligente Menschen, die ein starkes Harmoniebedürfnis aufweisen und durch ihren unwiderstehlichen Charme bestechen. Er oder sie kann allerdings auch sehr konservativ und stur sein. Über die Richtigkeit dieser Eigenschaften können Sie sich selbst ein Bild machen. Denken Sie z.B. an die wohl bekanntesten Hunde-Geborenen, den Schriftsteller und Philosophen Voltaire oder an den britischen Premierminister Winston Churchill.

 

Wenn Sie noch mehr über Hunde in China, deren Jobs und Freizeitbeschäftigumgen erfahren wollen lesen Sie auch den 2. Teil unserer Serie: Hunde in China - Teil 2

 

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Mehr zum Thema Hunde im Urlaub und Hunde-Reisen finden Sie in den Artikeln GastFreunde.de - Private Unterkünfte mit Hund, Hunde mit Jobs, Baderegeln für den Hund und Summer in the City - Hunde und die Hitze 

 

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