Stumpf ist Trumpf
Tag 5: Von Poel nach Boiensdorfer Werder Campingplatz Möwe
Heute war Regenwetter, das uns dazu ermutigte, mal ein paar Meter mehr zu laufen. Da der E9 zu tief ins Landesinnere reichte, beschlossen wir, auf dem Ostseeküsten-Radwanderweg zu laufen, was eine blöde Entscheidung war, da wir fast ausschließlich an der Straße mit Ruby an der Leine laufen mussten.
Die Laune war leider dementsprechend. Als der Weg endlich in ein Waldstück führte, leinte ich Ruby ab, endlich. Er aber, nun wieder unser kleiner Suizidhund, war der Meinung, es sei spannender auf der nächsten Straße herzumzuschnüffeln. Naja, also ging es dann doch an der Leine weiter.
Wir stoppten an einer Bäckerei, um Pause zu machen und stellten dort erneut fest, wie unbekannt die Rasse Australian Shepherd anscheinend ist. Eine Frau sprach uns an und war sehr interessiert, da sie gerade auf der Suche nach einem Nachfolger für ihren Schäferhund sei. Da klären wir doch gern auf - zumal sie sagte, dass sie einen sehr sportlichen Hund sucht ;)
Anschließend liefen wir weiter, aber die Laune sank einfach. Es regnete und kein Meer in Sicht. Also beschlossen wir, einen auf Extremsportler zu machen, naja unfreiwillig. Rechts stand das Schild, was das angestrebte Pepelow auf der Straße in nur fünf Kilomtern auswies und links ging es einfach Richtung Meer. Das musste sein, obwohl die Karte keinen Weg auswies. Also stapften wir durch Seetangberge, geflutete Strandabschnitte, Schilf, Äcker, Kuhwiesen und ähnliches (Ruby fand das super), um dann festzustellen, dass wir Pepelow so nicht erreichen konnten. Oh Mann!
Also nahmen wir Kurs auf den nächsten Campingplatz Möwe. Das war ein Fehler. Auch hier war die Zeit stehen geblieben - aber etwa in den Fünfzigern! Als wir uns anmelden wollten, fühlten wir uns, als hätten wir Hausfriedensbruch begangen. Mürrisch wies man uns eine ungemähte Wiese zwischen Schrotthaufen zu, aber die Bedingung war: Der Hund ist doch ruhig?!. Der nächste Fehler war, in dem Shop auf dem Platz etwas kaufen zu wollen - wer auf angemeckert werden steht, sollte das tun.
Menschliche Bedürfnisse? Überraschung: Bring your own toilet paper. Der Geschirrwaschplatz war mit einem roten Warnschild versehen, das STRENGSTENS verbot, warmes Wasser mit zu seinem Zeltplatz zu nehmen. Um das sicherzustellen, war das Warmwasser auch gleich abgestellt.
Ruby aber gefiel der Platz, so mitten in der Wildnis. Seine Urinstinkte erwachten wieder und er grub sich erstmal ein Schlafloch auf der Wiese, während wir das Zelt aufbauten.
Naja. Auf morgen-vielleicht mit weniger als 26 Kilometern.