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Der Stadthunde-Reiseblog

Mit Hund und Rucksack entlang der Ostseeküste!

 

Dogtrekking liegt im Trend - den Hund angeleint, den Rucksack geschultert - und los geht das Abenteuer! Ganz auf sich gestellt, lernen sich Hund und Mensch neu kennen.

 

Acht Tage lang taucht Stadthunde-Redakteurin Gina mit ihrem Australian Sheperd Ruby einfach ab und erlebt die Ostküste Deutschlands - auf Schusters Rappen! Hier könnt Ihr Gina und Ruby auf ihrer großen Dogtrekking-Tour begleiten - immer brandaktuell im Stadthunde Reiseblog!

 

Begleitet werden unsere beiden Abenteurer auf ihrer Trekking-Tour von Border Collie Maxx und seinem Herrchen Frank.

 

Wir wünschen den Dogtrekkern eine gute Reise - und Euch viel Spaß mit dem Stadthunde-Reiseblog!

 

25. August 2009

Heimwärts

 

Tag 8: Mit dem Zug von Kühlungborn über Hamburg – und nach Hause! 

 

Ganz gemütlich begannen wir unseren Heimreisetag. Wie unglaublich nützlich so ein Hund sein kann: Wilde Möwen hatten bei allen Nachbarzelten über Nacht gewütet und Töpfe und Müll durch die Gegend geworfen. Bei uns haben sie sich wohl vor dem Geruch des Rubtiers gefürchtet, das im Zelt verdreht auf dem Rücken lag und schlief, jedenfalls blieben wir verschont.

 

Zum Bahnhof kamen wir schnell und fanden eine Überraschung vor: Nicht etwa die Deutsche Bahn verkehrte von hier, sondern ausschließlich eine alte Dampflokomotive! Damit zu fahren, hat richtig viel Spaß gemacht. Ruby fand es natürlich erstmal wieder gruselig, arrangierte sich aber schnell mit dem Klappern, Fauchen und Quietschen und schlief bald tief und fest.

 

Natürlich machten wir in Hamburg noch einen Abstecher in die Stadthunderedaktion – schön, mal wieder da zu sein! Leider war unsere Jule auf einem Termin, sie ist halt ein viel beschäftigter Hund!

Einen Kaffee später mussten wir uns leider schon wieder auf den Weg machen. Was folgte, war eine Tortur! Wir alle waren müde und wollten schnellstmöglich heimwärts. Leider spielte die Bahn nicht mit. Der erste Zug hatte Verspätung und der nächste fuhr dann schon gar nicht mehr. Schienenersatzverkehr, also ein sehr voll gestopfter Bus, war angesagt.

 

Wir waren so stolz auf den kleinen Rub, der trotz seiner Müdigkeit und der Enge keinerlei  Zeichen von Aufregung oder Angst zeigte. So ein nervenstarker kleiner Aussie! Den Anschlusszug erreichten wir dann ohne Probleme und etwa zehn Stunden Reise konnte Ruby sich endlich in sein heimisches Körbchen kuscheln und von seinen vielen Erlebnissen träumen.

 

24. August 2009

Die letzte Etappe

 

Tag 7: Von Rerik nach Kühlungborn


Auch heute, für unseren letzten richtigen Wandertag, erwartete uns wieder strahlender Sonnenschein. Der E9 schlängelte sich wieder in netten Meandermustern an der Steilküste entlang – einfach schön, da spürte man die Erschöpfung  kaum. Auch die netten Menschen, deren Garten Ruby auf einer kleinen Pause mal eben stürmte, entschädigten. Es war ihnen einfach egal! Solche Leute sollte es viel mehr geben…

 

Weiter ging es durch eine Dünenlandschaft, was auf Dauer sehr anstrengend wurde, da der Sand tief war. Umso mehr freuten wir uns auf den Riedensee. Dazu mussten wir durch ein Naturschutzgebiet, vor dessen Schild ich als verantwortungsbewusste Hundehalterin Ruby selbstredend anleinte. Doch schon nach wenigen Metern zeigte sich der wahre Grund, einen Hund, der auf „gute Gerüche“ steht, an zu leinen: Der Weg war ein Menschenklo! Alles war voller Exkremente - unglaublich! Wir waren so wütend, es war echt widerlich!

 

Gott sei Dank ging auch das vorbei, aber den Ekel nahmen wir noch länger mit. Erst an einem weitläufigen FKK-Strand konnten wir uns davon erholen ;)

 

Tatsächlich nur durch Zufall kamen wir irgendwann wieder auf den E9, der uns direkt zu unserem letzten Campingplatz führte. Dieser war glücklicherweise ein schöner Abschluss für unsere Dogtrekking-Tour. Besonders für Ruby, der die Reste unserer Ravioli-Mahlzeit verspeisen durfte ;)

23. August 2009

Böse Vögel und tote Tiere

 

Tag 6: Von Boiensdorfer Werder nach Ostseebad Rerik


Heute schien wieder die Sonne und wir konnten den unfreundlichen Campingplatz verlassen. Der Humor kam mit der Sonne zurück und unser wunderbares Fundstück, das Pappstück mit der Aufschrift „Das Ende der Welt“ kam für ein letztes Foto vor den Toren der „Möwe“ zum Einsatz. Da sich langsam die Anstrengung bei uns dreien bemerkbar machte, beschlossen wir auch für heute nur eine kürzere Tour zu laufen. Unser eigentliches Ziel, die ganze Mecklenburgische Ostseeküste entlang zu wandern, hatten wir schon länger verworfen. Aber das macht nichts: Der Weg ist das Ziel!

 

Natürlich zog es uns wieder ans Wasser und auf dem Weg dahin trafen wir eine alte Bekannte wieder (sie hatte uns gestern auf Rubys Rasse angesprochen), die uns von weitem und ihrem Fahrrad schon entgegen trällerte: „Na Ruby, da hast du dich aber verlaufen!“  Damit meinte sie den hässlichen Campingplatz in unserem Rücken – aber danke, die Erfahrung hatten wir ja schon bereits selbst gemacht…

 

Am Wasser angekommen, machte Ruby eine gruselige Entdeckung: Riesige schwarze Vögel rasten über das Wasser auf ihn zu oder flogen über seinen Hundekopf hinweg. Wir passierten eine Kitesurfschule ;)

 

Der E9 führte uns etwas später auf einem schönen Weg landeinwärts, wo Ruby mit seiner feine Nase für Ekliges eine weitere gruselige Entdeckung machte… Beherzt musste ich ihm ein riesiges Stück Aas entwenden und mit geschickter Stöckchenwurftaktik ein Ablenkungsmanöver starten. Nach eingehender Untersuchung stellte sich das tote Tier als ein komplettes, abgezogenes Fuchsfell heraus. Als wäre das noch nicht schlimm genug gewesen, schauten uns ein paar Meter weiter ein Paar leere Augen eines einzelnen Wildschweinkopfes an – die Gänsehaut packte uns, schnell weg hier!!

 

Seinen Aasgeruch bekam Ruby trotzdem, denn ein paar hundert Meter weiter fand er eine delikate tote Maus. Er ist halt ein Rüde, der sehr auf guten Körpergeruch bedacht ist. Als Lohn für seine Mühen kam er jetzt erstmal an die Leine, was nichts machte, weil wir nun sowieso auf der Straße weitergehen mussten.

 

Völlig entkräftet erreichten wir endlich das Ostseebad Rerik, in dem unsere Karte auch auf einen Campingplatz hinwies. Leider mussten wir feststellen, dass dieser nicht mehr existierte… Also weiter quer durch die Stadt, wo wir wohlgesonnen zahlreiche Gassibeutel-Stationen erblickten. Hervorragend.
Unser Nachtquartier fanden wir in Rerik Ost, nachdem wir uns einen langen Berg hoch schleppen mussten. Aber die Belohnung war ein netter kleiner Campingplatz namens „Campingpark Ostseebad Rerik“ -  mit Internet! Diesen Tag ließen wir mit Kauknochen für Ruby und einem zünftigen Matjes-Teller für uns ausklingen – dachten wir! Zurück auf dem Campingplatz spielte man mit DJ Ötzi zum Tanz auf – und ein gut angetrunkener Herr aus Bayern klärte uns darüber auf, dass die Farbe eines Hundes das wichtigste sei und eine gute Erziehung nur über ein Stachelhalsbad erfolgen könne.

 

Das nahmen wir zum Anlass, auf dem Absatz kehrt zu machen und schlafen zu gehen.

 

22. August 2009

Stumpf ist Trumpf

 

Tag 5: Von Poel nach Boiensdorfer Werder Campingplatz Möwe


Heute war Regenwetter, das uns dazu ermutigte, mal ein paar Meter mehr zu laufen. Da der E9 zu tief ins Landesinnere reichte, beschlossen wir, auf dem Ostseeküsten-Radwanderweg zu laufen, was eine blöde Entscheidung war, da wir fast ausschließlich an der Straße mit Ruby an der Leine laufen mussten.

 

Die Laune war leider dementsprechend. Als der Weg endlich in ein Waldstück führte, leinte ich Ruby ab, endlich. Er aber, nun wieder unser kleiner Suizidhund, war der Meinung, es sei spannender auf der nächsten Straße herzumzuschnüffeln. Naja, also ging es dann doch an der Leine weiter.

 

Wir stoppten an einer Bäckerei, um Pause zu machen und stellten dort erneut fest, wie unbekannt die Rasse Australian Shepherd anscheinend ist. Eine Frau sprach uns an und war sehr interessiert, da sie gerade auf der Suche nach einem Nachfolger für ihren Schäferhund sei. Da klären wir doch gern auf - zumal sie sagte, dass sie einen sehr sportlichen Hund sucht ;)

 

Anschließend liefen wir weiter, aber die Laune sank einfach. Es regnete und kein Meer in Sicht. Also beschlossen wir, einen auf Extremsportler zu machen, naja unfreiwillig. Rechts stand das Schild, was das angestrebte Pepelow auf der Straße in nur fünf Kilomtern auswies und links ging es einfach Richtung Meer. Das musste sein, obwohl die Karte keinen Weg auswies. Also stapften wir durch Seetangberge, geflutete Strandabschnitte, Schilf, Äcker, Kuhwiesen und ähnliches (Ruby fand das super), um dann festzustellen, dass wir Pepelow so nicht erreichen konnten. Oh Mann!

 

Also nahmen wir Kurs auf den nächsten Campingplatz Möwe. Das war ein Fehler. Auch hier war die Zeit stehen geblieben - aber etwa in den Fünfzigern! Als wir uns anmelden wollten, fühlten wir uns, als hätten wir Hausfriedensbruch begangen. Mürrisch wies man uns eine ungemähte Wiese zwischen Schrotthaufen zu, aber die Bedingung war: Der Hund ist doch ruhig?!. Der nächste Fehler war, in dem Shop auf dem Platz etwas kaufen zu wollen - wer auf angemeckert werden steht, sollte das tun.

 

Menschliche Bedürfnisse? Überraschung: Bring your own toilet paper. Der Geschirrwaschplatz war mit einem roten Warnschild versehen, das STRENGSTENS verbot, warmes Wasser mit zu seinem Zeltplatz zu nehmen. Um das sicherzustellen, war das Warmwasser auch gleich abgestellt.

 

Ruby aber gefiel der Platz, so mitten in der Wildnis. Seine Urinstinkte erwachten wieder und er grub sich erstmal ein Schlafloch auf der Wiese, während wir das Zelt aufbauten.

 

Naja. Auf morgen-vielleicht mit weniger als 26 Kilometern.

 

21. August 2009

Hundehitze

 

Tag 4: Planänderung. Von Zierow über Wismar nach Timmendorf auf Poel

 

Heute war es heiß. Also beschlossen wir, nur eine kleine Strecke zu laufen, aus der dann letztendlich doch wieder über zwanzig Kilometer wurden... Dafür führte nach einem Frühstück auf dem Reiterhof eine langes Stück am Wasser entlang, was natürlich ganz nach Rubys Geschmack war - es hätten nur ein paar mehr Stöckchen fliegen dürfen.

 

Gerade zur Mittagshitze trafen wir in dem hübschen Ort Wismar ein (Weltkulturerbe). Erst führte uns ein sehr langer Weg durch Schrebergärten und gerade rätselten wir, wo wir Rubys Wasserflasche auffüllen könnten, als plötzlich ein Punk auf Inlinern mit einem Wassereimerchen neben uns auftauchte: Hier für den Hund! Hat mir eine Anwohnerin für euch in die Hand gedrückt! Das kam natürlich sehr gelegen.

 

Ruby war inzwischen schon extrem entspannt und trottete einfach an seiner sehr langen Leine, deren Ende an meinem Bauchgurt hing, mit. Total entspannt. Ein kurzes Bad in einem Bach machte ihn trotz Hitze schnell wieder munter.

 

Da wir schon vorher beschlossen hatten, heute auf die Insel Poel überzusetzen, machten wir uns in Wismar auf die Suche nach der Fähre. Sie war schon bald gefunden und Ruby durfte mal wieder Schiff fahren - wovon er nichts mitbekam,weil ihm einfach die Augen zufielen.

 

Da es bereits spät geworden und wir Menschen auch müde waren, beschlossen wir, das letzte Stück zum Campingplatz mit dem Bus zu fahren. Dort angekommen, stellten wir fest, das hier die Zeit etwas stehen geblieben war... Der Campingplatz am Leuchtturm hatte keinen Internetzugang - darum kommt der Text auch erst jetzt. Außerdem war der Zeltplatz ein Traum aus Staub. Das veranlasste uns, mal ein paar Regeln zum Thema Hunde im Zelt festzuhalten:

 

1. Hund abklopfen und trockenrubbeln, bevor er das Zelt betritt

 

2. Kein Chaos im Zelt - wer nicht auf Hundehaare an Socken oder Unterwäsche steht, sollte stets alles im Rucksack verstauen

 

3. Der Hund sollte in einem kleinen Zweimannzelt lieber zwischen den Menschen liegen - sonst gibt es eingeschlafene Beine/Füße etc.

 

4. Bei den ersten Würgegeräuschen den Hund mit einem beherzten Schubs aus dem Zelt befördern, es sei den der Geruch von Erbrochenem gefällt

 

5. Als sehr hilfreich hat sich eine Plastikplane unter dem Vorzelt bewährt, auf der der Hund bei plötzlichem Regen auch einmal unabgerubbelt liegen kann

 

6. Das Zelt nicht neben einem Hundespazierweg aufbauen: Das schürt das Territorialverhalten in Form lautstarken Bellens

 

7. Kein Hundespielzeug im Zelt...Das Ergebnis kann man sich vorstellen

 

Die Nacht brachte uns ein heftiges Gewitter direkt über uns, das Rub am liebsten in Ronnies Schlafsack verbracht hätte - und zum Teil auch hat. Am nächsten morgen standen wir bei verlassen des Zelts mangels Rasen in einer Schlammwüste - sehr förderlich für die Laune...

 

20. August 2009

Buschtrommeln

 

Tag 4 und 5: abseits jeglicher Zivilisation


Unsere Dogtrekker befinden sich gerade abseits jeglicher Zivilisation. Auch das Handy hat leider den Geist aufgegeben, so dass wir leider gerade keine Verbindung zu unserem Redaktionsteam haben. Die zweifellos besonders spannenden Berichte von Tag 4 und 5 reichen wir schnellstmöglich nach - sobald Gina, Ronnie und Ruby eine Möglichkeit gefunden haben, wieder mit uns Kontakt aufzunehmen - Buschtrommeln wäre eine Möglichkeit...

 

 

 

 

 

19. August 2009

On the road again

 

 

Tag 3: Von Boltenhagen nach Zierow (bei Wismar)


Ein langer Tag auf dem Campingplatz Boltenhagen, der uns allen auf die Stimmung schlug, ist vorbei. Franks Blase sah heute morgen leider genauso schlimm aus wie gestern, so dass wir uns schweren Herzens entschlossen, unsere lieb gewonnene Reisegruppe zu trennen. Maxx und Frank machen heute weiterhin den Hundestrand Boltenhagen unsicher und Rub, Ronnie und ich machten uns wieder auf den Weg. Zwar ohne Franks GPS-Gerät aber mit einer guten, altmodischen Wanderkarte, die uns zuverlässig führte.

 

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen wunderbarer Landschaften, die Ruby unter seine Pfoten nahm. Er war heute wieder gut drauf, unternehmungslustig trabte er vor uns her - er ist eben kein Hund, der gern irgendwo rumhängt (gemütliches Hundekissen zu Hause ausgenommen).
Nachdem wir Boltenhagen gen Osten verlassen haben, war leider erstmal eine Strecke an der Leine angesagt. Aber ganz gemäß Stadthunde-Trekking-Empfehlung sind wir mit einem Bauchgurt und Ruby mit einem Geschirr ausgestattet. So kann er fröhlich vor oder neben uns hertraben und wir haben die Hände frei, um die Karte zu lesen.

 

Sehr interessant zu beobachten war heute, wie entspannt und selbstständig Ruby sich unserem Tempo angepasst hat. Er wirkte dabei sehr ausgeglichen und entspannt. Steckt nicht in allen Haushunden noch ein Wolf, der ohne Probleme weite Strecken meistert?

 

Nach etwa 15 Kilometern hatten wir ein Erlebnis, das uns grübeln ließ: Auf einem schmalen Waldweg (der übrigens bergauf ging, denn es gibt wider erwarten auch an der Küste steile und viele Berge) rauschte ein fröhlicher Radfahrer an uns vorbei und schmetterte uns voller Begeisterung entgegen: 'Oh, die Wanderer aus Boltenhagen! Schöne Reise noch!' das fanden wir zwar nett, aber fragten uns, woher er uns kennt? Fazit: Er muss begeisterter Stadthunde-Leser sein!

 

Sobald der Waldweg sich lichtete, mussten wir plötzlich wieder um unseren kleinen größenwahnsinnigen Hund fürchten. Er stand an dem Rand einer Steilküste, die Pfoten schon halb über der Kante. Einmal mehr lohnte sich das Geschirr: Ein beherzter Griff und die Gefahr war gebannt. Nun konnten wir den herrlichen Ausblick über das tiefblaue Meer bewundern und staunten, dass es solche Orte in Deutschland gibt.

 

Nach ein paar weiteren Kilometern mussten wir uns in Grund und Boden schämen - Ruby gab alles. Dem verfressenen kleinen Monsterchen muss ein wahrhaft köstlicher Duft aus dem nahe gelegenen nächsten Campingplatz in die Nase geweht sein und weg war er. Wir wissen nicht, welche redliche Dauercamper-Familie heute um ihr Mittagessen betrogen wurde, aber bitten an dieser Stelle offiziell um Entschuldigung... Die Schamesröte verstärkte noch etwas meinen Sonnenbrand im Gesicht und Ronnie musste sich das Käppi tief ins Gesicht ziehen. Typisch Ruby! Beim Essen hört jeder Benimm auf.

 

Nach einem Bad im Meer hatte Ruby kurzfristig einen kühlen Kopf, bevor unser kleiner Gourmet eine weitere kulinarische Köstlichkeit entdeckte: ein Erdbeerfeld. Wie frisst ein Hund am besten Erdbeeren? Man reiße den ganzen Strauch heraus und fresse, was zwischen die Zähne kommt.

 

Unser Weg führte uns weiter durch herrliche Landschaften und zum Tagesende mischte Ruby noch einige Anhänger der Freien Körperkultur auf (lustig ;) ).

 

Heute residieren wir im Ferienpark Zierow und morgen geht es in aller Frühe weiter.

 

 

18. August 2009

Stadthunde werden Strandhunde

 

Tag 2: Dogswimming statt Dogtrekking

 

Die Blase an Franks Fuß hat uns leider schon heute am Weiterwandern gehindert. Ruby allerdings schien darüber nicht sehr unglücklich zu sein, da er heute morgen bereits so tat, als sei er ein sehr alter Hund: Mindestens 18. Es ist schließlich auch hochdramatisch, wenn ein Hund seinen gewohnten Vormittagsschlaf nicht halten kann.

 

Ruby und Maxx nutzten den freien Tag, um ein wenig an der internen Rangordnung zu feilen: Ein leeres Butterpäckchen auf dem Boden reicht da schon einmal als Anlass, um einen Streit vom Zaun zu brechen. Der war aber nach ein paar strengen Worten von Herrchen und Frauchen schnell wieder beigelegt. Das Ergebnis ist nun, dass Maxx Chef ist - ob das daran liegt, dass er im Gegensatz zu Ruby nicht kastriert ist?

 

Den Nachmittag verbrachten wir schließlich ganz in Rubys Sinne: Am Strand. Auf dem Weg zum Hundestrand schielte er schon flehentlich jeden Strandaufgang hinauf, bis wir endlich den wunderschönen Hundestrand erreichten. Fast weißer Sand, entspannte Menschen und jede Menge Hundekumpels zum Toben: Eine kleine Entschädigung für die zwangsläufige Pause. Rubys Herrchen hat ein tolles Spiel entdeckt, es heißt Ballverbuddeln. das war in Rubys Sinne, nachdem ihn im Meer eine Welle überrollt hat und er das kühle Nass erstmal gruselig fand. Also: Herrchen auf den Knien und tausendmal Rubys Ball verbuddeln, das war toll!

 

Jetzt gibts Futter für die Hunde und ein Bier für die Menschen. In der Hoffnung, morgen weiterwandern zu können und mit dem Versprechen, unsere tollen Fotos nachzuliefern, verabschieden wir uns für heute.

 

17. August 2009

Hundemüde

 

Tag 1: Von Travemünde nach Boltenhagen

 

Fünf Uhr - das ist keine hundefreundliche Zeit! Das meinte jedenfalls Ruby, als der Handywecker erklang. Aber darüber, dass es zeitig losgehen musste, war sich unsere Reisegruppe einig. Schließlich wollten wir heute noch etwas schaffen. Also ab in die Hamburger Straßenbahn und zum Bahnhof. Im Zug nach Travemünde mussten die Hunde noch ihren fehlenden Morgenschlaf nachholen. Für die Zweibeiner war das nicht möglich: Viel zu aufgeregt!

 

In Travemünde wartete auf Ruby gleich ein erstes Abenteuer, aber unseren kleinen Größenwahnsinnigen konnte auch die Fähre nicht sehr beeindrucken. Am anderen Ufer, in Priwall hieß es dann: Rucksäcke nochmal nachgezogen und los ging es auf Schusters Rappen. Auf den folgenden zwanzig Kilometern ertwartete uns ein herrlicher Wanderweg - gespickt mit überraschend vielen Hundestränden. Gleich am ersten mussten Maxx und Ruby erstmal ausgiebig baden - für Ruby das erste Mal im Meer, zu dem er eine innige Liebe entwickelte. Hemingway sollte eine Neuauflage schreiben: Der junge Hund und das Meer.

 

Nach rund zwanzig Kilometern (also zehn weniger als für heute geplant) gab es die ersten Verluste - nicht unter den Hunden, die waren topfit. Aber Maxx`Herrchen Frank hatte sich eine Blase gelaufen, aber eine richtige und wir mussten den Plan etwas ändern. Zur nächsten Bushaltestelle war es zum Glück nicht weit...

 

Doch wer die Fahrpläne in winzigen Dörfern kennt, weiß, dass eine Wartezeit von einer Stunde gar nichts ist. Die sehr hundefreundlichen Busfahrer transportierten uns schließlich dennoch bis Boltenhagen, wo wir spät abends den Campingplatz Regenbogen erreichten. Pünktlich zum Zeltaufbau begann es schließlich zu regnen.

 

Aber da wir und die Hunde seit zwei Tagen selbst ernannte Hardcore-Dogtrekker sind, schockte uns das natürlich wenig. Hunde und Herrchen teilten sich zum Abendessen noch eine Pizza und dann fielen bald fast allen die Augen zu. Bis auf Bordercollie Maxx, der in pefekter Hütehundmarnier die ganze Nacht ums Zelt patroullierte und bis auf mich, weil Ruby fand, dass es sich auf meinen Beinen hervorragend nächtigen lässt...

 

 

16. August 2009

Wochenlang haben die beiden Abenteurer in Spe gefiebert, heute ging es endlich los: Gina und Ruby reisen über den Fernwanderweg E9 in Mecklenburg-Vorpommern von Privall/Travemünde bis nach Prerow.

 

Übernachtet wird ausschließlich im Zelt. Das musste Ruby im Vorfeld schon einmal üben. Geheimnisvolles Knistern und Knacken des Nachts - das war dem aufmerksamen Aussie erst einmal ganz schön suspekt!

 

Doch ab der zweiten Nacht unter dem Zelt-Himmel war Ruby ganz cool - und Gina hat wieder Hoffnung, auf der Reise nachts durchschlafen zu können.

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