Tiertafel Deutschland e.V.

Ehrenamtliche Hilfe für bedürftige Menschen und ihre Tiere

„Gelebter Tierschutz führt über den Menschen, der ein Tier hält“ - nach diesem Motto unterstützt der bundesweite Verein Menschen, die aufgrund finanzieller oder gesundheitlicher Nöte die artgerechte Haltung ihres Tieres nicht mehr gewährleisten können.

 

Hier geht es zum Interview mit Claudia Hollm - Mit-Gründerin der Tiertafel Deutschland: Weiterlesen!

 

Frau V. aus Frankfurt ist siebzig Jahre alt. Sie kann nur schlecht laufen und schlägt sich mit gerade einmal 230 Euro Sozialhilfe durch ihren Alltag. Dass sie nicht den Mut verliert, dürfte größtenteils an ihrem vierbeinigen Lebensgefährten liegen. Der kleine Pudel ist schon recht altersschwach und gesundheitlich genauso wenig auf der Höhe wie sein Frauchen. Ins Krankenhaus möchte die alte Dame aber nicht, denn wer würde sich dann um ihren Hund kümmern?

 

Einen Tierarztbesuch kann sich die Frau V. schlichtweg nicht leisten, ganz zu schweigen davon, dass sie den weiten Weg auch gar nicht bewältigen würde. Eine mitfühlende Nachbarin kocht manchmal mit für sie oder kratzt ihr Geld zusammen, um Futter für den kleinen Pudel zu kaufen. Sie weiß, dass der kleine alte Hund, den Frau V. schon vom Welpenalter an hat, ihre einzige Freude ist - der einzige, der ihr Nähe, Wärme und Verständnis entgegenbringt. Die alte Dame weint oft um ihren vierbeinigen Gefährten.

 

Tiere bedeuten Rückhalt für ältere und ärmere Menschen

 

Schätzungen zufolge sind 1,5 Millionen Hundehalter und 1,8 Millionen Katzenbesitzer in Deutschland im Rentenalter; ungezählt sind die Senioren mit Kleintieren. Bei der rapiden Zunahme der Altersarmut sind Schicksale wie das von Frau V. und ihrem Pudel keine Seltenheit. Doch gerade für ältere Leute und Menschen in einer schwierigen sozialen Situation sind ihre Haustiere besonders wichtig.

 

Denn Tiere urteilen nicht, sie haben keine Berührungsängste, gehen Leid nicht aus dem Weg. Ob ihr Mensch nicht gerade dem Schönheitsideal entspricht oder an der erhofften Karriere gescheitert ist, ist ihnen völlig schnuppe - sie akzeptieren und lieben den Menschen so, wie er ist; sie sehen in seinem gezeichneten Gesicht das Wichtigste und Wundervollste auf der Welt. Sie brauchen ihren Menschen, wie nutzlos und überflüssig er sich auch sonst in einer von Leistungsdruck und Jugendwahn bestimmten Gesellschaft fühlen mag. Sie laden zu Körperkontakt ein, der, wie wissenschaftliche Studien belegen, entspannend wirkt und den Blutdruck senken kann. Tiere lenken von Alltagssorgen und düsteren Gedanken ab und binden ans Leben.

 

Auch wenn sie einen Menschen nicht ersetzen können, zeigen Haustiere doch Wege aus der Einsamkeit, machen Menschen leichter ansprechbar. Wer diese wichtige soziale Funktion der Haustiere erkennt, kann sich leicht vorstellen, welche qualvolle Sorge bedürftige Menschen umtreibt, die ihren felligen oder fedrigen Gefährten nicht mehr angemessen ernähren oder pflegen können. Und in welch tiefes Loch es sie stürzen würde, würden sie diesen Gefährten auch noch verlieren.

 

Wenn Ihr wissen wollt, wie auch Ihr helfen könnt, lest hier weiter:

Tiertafel Deutschland e.V.: Hier wird Vier- und Zweibeinern geholfen

 

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