Interview mit Sabine Loose von VIER PFOTEN

Sinnvoll, nützlich und durchdacht - VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz

 

Sie helfen, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Sie stehen bei, wo Beistand Mangelware ist. Und sie geben Tipps, wo guter Rat teuer ist. Die international tätige Tierschutzorganisation VIER PFOTEN steht für klug durchdachten Tierschutz, unabhängig von politischen Parteien oder wirtschaftlichen Interessen - und hilft damit vielen verschiedenen Tierarten.

 

 

VIER PFOTEN rückt den Tierschutz in das Blickfeld der Öffentlichkeit und führt den Menschen all das vor Augen, was hinter den Fassaden geschieht. Im Mai deckte die gemeinnützige Stiftung VIER PFOTEN  mit einem Sat.1.-Kamerateam illegalen Welpenhandel an der Grenze zu Polen auf. Ein Erfolg auf ganzer Linie.

 

Hilfe für Mensch und Hund

 

Doch dabei beschränkt sich VIER PFOTEN keineswegs nur auf die Hilfe für Hunde. Braunbären, Löwen, Orang-Utans, Elefanten, Wildtiere in Zirkussen, Nutztiere, Versuchstiere, herrenlose Tiere – sie alle  können auf die Stiftung zählen. VIER PFOTEN stemmt Großprojekte, die nachhaltige Erfolge aufweisen. Zu den vorrangigen Zielen von VIER PFOTEN gehört, unsere Gesellschaft für den Tierschutz zu sensibilisieren, den Stellenwert des Tieres zu erhöhen und die Population herrenloser Tiere mit humanen Mitteln zu kontrollieren – ein Projekt, das nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen sehr wichtig ist.

 

Stadthunde.com hat mit der Marketingleiterin der Stiftung VIER PFOTEN, Deutschland, Sabine Loose, gesprochen.

 

Stadthunde.com: Frau Loose, VIER PFOTEN besteht seit 21 Jahren und wurde damals in Österreich gegründet. Mittlerweile haben Sie auch Standorte in vielen Ländern. Deutschland war ihre erste internationale Niederlassung. Sie engagieren sich weltweit im Tierschutz. Wo wären sie gerne noch verstärkt mit Standorten vertreten? Wo fehlt die Hilfe?

 

Loose: Tierleid ist vielschichtig, von Menschen gemacht und kennt leider keine Grenzen.  Nachdem die Arbeit von VIER PFOTEN ausnahmslos durch privaten Spenden finanziert wird, hat sich VIER PFOTEN verschiedene Schwerpunkte setzen müssen, um nachhaltigen Tierschutz leisten zu können. Uns ist es wichtig, nicht überall ein bisschen vertreten zu sein, sondern dort wo wir sind, uns mit all unserer Kraft im Tierschutz zu engagieren.

 

Stadthunde.com: Ein großer Erfolg war im Mai 2008 das Aufdecken des Welpenhandels an der ehemaligen Grenze in Frankfurt/Oder. Wie sind sie damals darauf gekommen?

 

Loose: Im Zuge unserer Recherchearbeit konnten wir viele Ergebnisse zum illegalen Welpenhandel zusammentragen. Wir kennen die Märkte, auf denen kleine Welpen, die weit unter 8 Wochen alt sind, aus dem Kofferraum heraus zu Billigpreisen verkauft werden, konnten diese Szenen filmen und an die Medien geben. So machen wir Verbraucher und Politiker auf die katastrophalen Bedingungen, das Tierleid und die sich daraus ergebenen Folgen aufmerksam. Zudem haben wir klare Forderungen an die Politiker formuliert.

 

Stadthunde.com: Hat sie dieser Erfolg auch nachhaltig weiter gebracht?

 

Loose: Nur in sofern, dass wir die Bevölkerung auf dieses Thema aufmerksam machen konnten. Die Politiker sind aber leider unseren Forderungen noch nicht nachgekommen. Aber wir bleiben dran…

 

Stadthunde.com: In rechtlicher Mission waren Sie auch im Oktober letzten Jahres bei der Tierschutzkonferenz in Brüssel dabei. Im Mittelpunkt sollte die Problematik „Streunerhunde in Europa“ stehen. Was ist dabei herausgekommen?

 

Loose: Die Tierschutzkonferenz in Brüssel hat noch einmal verdeutlicht, dass es keinen Sinn macht, die Streunertiere zu töten, sondern im Gegenteil die Population nur eingedämmt werden kann, wenn flächendeckende Kastrationen in den betroffenen Ländern durchgeführt werden. Damit wurde die jahrelange erfolgreiche Arbeit von VIER PFOTEN noch einmal bestätigt. Zudem wurde aber auch klar, dass weitere Verordnungen zum Schutz der Tiere erlassen werden müssen. Am Beispiel Bulgariens kann man sehen, dass national erlassene Tierschutzgesetze, die u.a. die Tötung der Tiere verbieten, die schnellste und effektivste Lösung zusammen mit durchgeführten Kastrationen ist.

 

Stadthunde.com: Kaum vorstellbar für uns, dass es so was noch gibt. Aber Tierleid begegnet uns leider auch in Deutschland immer wieder. Menschen, die mit ihren Tieren überfordert sind oder sich nicht mit ihnen beschäftigen wollen, halten diese Tiere auch nicht artgerecht. Was kann man als erste Maßnahme tun, um dagegen vorzugehen?

 

Loose: Zunächst sollte man mit dem Besitzern der Tiere reden. Häufig ist fehlende Sachkenntnis die Ursache von Tierleid und ein erstes Gespräch ist oftmals sehr fruchtbar. Sollte dies nicht möglich sein, sollte man Beweise sammeln und diese dem zuständigen Veterinäramt vorlegen. Eine Anzeige bei der Polizei kann in schwerwiegenden Fällen ebenfalls sinnvoll sein! Dabei ist es unbedingt wichtig, genaue Informationen über den Fall zu haben. Auf unserer Homepage gibt es noch weitere Tipps und richtige Verhaltensweisen für Zeugen von Tierleid. 

 

Hier geht es weiter: Interview mit Sabine Loose Teil 2

 

 

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