Streunerhunde werden Rettungshunde

„Dogs for people“ - Streunende Hunde als Retter in der Not

 

Manchmal sagt ein herzliches „Wau“ mehr als tausend Worte. Das weiß auch die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN. Durch das Projekt „Dogs for people“ zeigt VIER PFOTEN, dass Streunerhunde liebevolle Helfer in der Not sind.

 

„Früher lebten sie auf der Straße - heute können sie Leben retten!“, erzählt Sabine Loose, Marketingleitering von VIER PFOTEN stolz. Gemeint sind Maya, Alma, Marin, Codrut und Spritz. Sie sind ehemalige Streunerhunde, die zu Therapie- und Rettungshunden ausgebildet wurden. 

Das Projekt "Dogs For People" entstand unter dem Dach der VIER PFOTEN Streunerhilfe (Stray Animal Care). Ehemalige Streunerhunde werden zu Therapie- und Rettungshunden ausgebildet; hier zeigt sich die große Bandbreite ihrer Fähigkeiten, und so trägt das Projekt dazu bei, das Ansehen dieser Tiere in Osteuropa zu verbessern.

 

„Die ehemaligen Straßenhunde zaubern nicht nur ein Lächeln auf Kindergesichter, sondern unterstützen auch ihre Entwicklung besser, als manch menschlicher Therapeut es kann. Diese Tiere haben in vielen Ländern keine Lobby. Das wollen wir mit unserem Projekt ändern, “ so Sabine Loose. Das Projekt wurde 2004 in Rumänien ins Leben gerufen. Jeder aufgenommene Hund wird durch einen eigenen Trainer betreut, bei dem er auch lebt. Ist der Hund vier bis fünf Jahre alt, wird mit der Ausbildung begonnen. Und die Erfolge zeigen der Bevölkerung: Auch streunende Hunde können etwas Sinnvolles bewirken.

 

Insbesondere bei der Therapiehunde-Arbeit zeigen die Hunde ihre Stärken: Ihre Sensibilität, Verlässlichkeit und ihr extrem hohes Durchhaltevermögen machen sie zu hervorragenden Therapeuten.  Zweimal in der Woche besuchen sie mit ihrem Trainer und einem Psychologen ihre kleinen Patienten, um mit ihnen zu schmusen, zu spielen und zu arbeiten. Auf diese Weise bauen die Kinder eine Beziehung zu ihren vierbeinigen Therapeuten auf. Sie lernen, mit dem Hund umzugehen, ihn zu betreuen und zu füttern. Das stärkt das Selbstbewusstsein für den schwierigen Alltag.

 

Diese Art der tiergestützten Therapie zeigt schon seit einigen Jahren große Erfolge. Die Besonderheit: Von den Therapiestunden profitieren nicht nur die behinderten Menschen. Auch die Hunde erfahren dadurch eine nie da gewesene Beachtung und Bestätigung. Ein gutes Gefühl – für beide Seiten.

 

Streuner-Hunde werden Rettungshunde


 

Die rumänischen Streuner-Hunde sind nicht nur begabte Therapeuten, sondern zeigen sich auch in der Rettungshundearbeit von ihrer besten Seite. Alle legen nach der Ausbildung die Rettungshundeprüfung ab und  retteten schon bei vielen Überschwemmungen und Katastropheneinsätzen so manches Menschenleben. Wen wundert es da, dass „Dogs for people“ sich eines immer größer werdenden Ansehens erfreut? In Sachen Therapiehunde-Arbeit gilt das Projekt mittlerweile sogar als Maßstab gebend.

 

„Wir wünschen uns, dass die Menschen Hunde als Partner begreifen und dass das sinnlose Töten von herrenlosen Hunden ein Ende nimmt. Es liegt auf der Hand, dass es keinen Unterschied zwischen dem eigenen Hund und dem auf der Straße lebenden Tier gibt. Wie jeder Mensch hat  auch ein Hund – ob Streuner oder nicht- ein Recht auf einen respektvollen Umgang und ein friedliches Leben verdient,“ erklärt Sabine Loose die Idee, die hinter dem Projekt steht.

 

Viele Hunde und ein Ziel

 

„Stray animal Care“ und „Dogs for people“ sind nur zwei der zahlreichen Großprojekte von VIER PFOTEN, doch es steckt die gesamte Energie der Tierschützer darin. Die einzigartigen Projekte setzen auf nachhaltige Erfolge und neue Perspektiven für Vier- und Zweibeiner. Ihr Konzept von Partnerschaftlichkeit, Verständnis und gegenseitigem Respekt kann als vorbildlich betrachtet werden – im Umgang mit Tieren ebenso wie mit Menschen. (hs)

 

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