Ein Streunerleben ist hart

VIER PFOTEN hilft Mensch und Hund

 

Streunende Hunde sind wahre Überlebenskünstler: Es gibt sie in vielen Ländern. Ohne ein festes Zuhause leben sie in den Städten auf den Straßen und prägen das Stadtbild. Keiner will sie haben, keiner fühlt sich für sie verantwortlich. Abgemagert streifen sie durch die Straßen immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Sie vermehren sich grenzenlos. Aus Angst vor ansteckenden Krankheiten werden sie von vielen Menschen verjagt, Behörden ordnen Tötungsaktionen an: Ein Streunerleben ist hart.

 

Tierliebe Menschen kümmern sich um sie, sammeln Essensreste und stellen an heißen Tagen Wasser vor die Tür. Doch die Angst vor der grenzenlosen Vermehrung und der Ansteckung bleibt. VIER PFOTEN kümmert sich um die streunenden Tiere und führt flächendeckende Impf- und Kastrationsaktionen durch. Diese dämmen die Population in den betroffenen Ländern ein und helfen Mensch und Tier gleichermaßen: Die Verbreitung von Krankheiten sowie die Ansteckungsgefahr wird so unterbunden.

 

Hilfe Jahr für Jahr

 

„Erfahren wir von einem Streunerhundeproblem in einer Stadt, nehmen wir Kontakt mit lokalen Politikern auf und überzeugen sie von unserem Projekt. Erst, wenn die Politiker unseren Vertrag unterzeichnen, indem sie sich u.a. dazu verpflichten, keine Tötungsaktionen mehr durchführen zu lassen, wird VIER PFOTEN aktiv,“ erklärt Sabine Loose, Marketingleiterin von VIER PFOTEN. Die professionellen Teams bestehen aus Veterinären, Hundefängern und geschultem Betreuungspersonal. Sie fangen die Tiere behutsam ein und bringen sie in die mobilen Tierkliniken, in denen sie entsprechend behandelt und kastriert werden. Jedes Tier wird registriert und gegen Parasitenbefall behandelt. Durch die angewandte neue schonungsvolle Kastrationsmethode ist der Schnitt sehr klein. Die Wunde wird versorgt und das Tier kann schon nach einigen Stunden Beobachtung wieder in seinem Revier freigelassen werden.

 

Mit dem Projekt „Stray Animal Care“ ist VIER PFOTEN dieses Jahr vorwiegend in Bulgarien, Rumänien und Moldawien unterwegs.
Jährlich kehren die Mitarbeiter von VIER PFOTEN zurück und überprüfen die Einhaltung der Verträge. Sollte das Projekt von lokalen Tierärzten nicht weiter fortgeführt worden sein, kastriert das Team von VIER PFOTEN die Tiere, die sie im Vorjahr nicht fangen konnten. „Gerne gehen wir auch in die Schulen, um die Kinder über den richtigen Umgang mit streunenden Tieren aufzuklären,“ sagt Sabine Loose. Aufklärungsarbeit an der Basis – das ist einer der wichtigen Ansätze der Stiftung.

 

VIER PFOTEN vermittelt keine Hunde

 

„Hunde sind Rudeltiere. Das Rudel gibt den Hunden Sicherheit und ein soziales Gefüge. Um so wichtiger ist es unserer Ansicht nach, diese Rudel bestehen zu lassen und die Probleme, wie Überpopulation und ansteckende Krankheiten im betroffenen Land selbst durch flächendeckende Impf- und Kastrationsaktionen zu lösen. VIER PFOTEN hält es für äußerst problematisch, Hunde aus ihren festen Rudeln herauszureißen, um sie in westliche Länder zu importieren und an Menschen zu vermitteln. Aus Mitleid angeschafft landen diese Tiere viel zu oft als sog. Problemhunde in den sehr überfüllten lokalen Tierheimen. Dort fristen sie dann ihr Leben hinter Gittern und warten zusammen mit unseren einheimischen Abgabehunden auf ein neues Zuhause. Dies kann nicht Ziel des Tierschutzes sein,“ erklärt Sabine Loose von VIER PFOTEN.

 

Klare Ziele – für Mensch und Hund

 

Die Ziele von „Stray animal Care“ sind klar: Flächendeckende Impf- und Kastrationsaktionen gegen die Überpopulation der streunenden Tiere und die weitere Ausbreitung von Krankheiten. Doch auch die Menschen sollen mit diesem Projekt sensibilisiert werden. „Wir versuchen den Hund in seiner Heimat gesellschaftlich zu integrieren und das Verständnis der Bevölkerung für diese Tiere zu wecken,“ berichtet Sabine Loose.

 

Ein Vorhaben, das sicher nicht einfach ist, 100 Prozentig umzusetzen - doch VIER PFOTEN hat schon viel mehr geschafft. Und gerade den Streunerhunde wäre es zu wünschen. Wir drücken die Daumen!  (hs)

 

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