"Tierheim im Tal" in der Slowakei

Promi-Mops unterstützt Tierheim

Geschichten bewegen uns. Das Leben ist voller Geschichten, und einige wenige davon sind wahr. Dies ist die wahre Geschichte von Pussinka, einem vierbeinigen Aschenputtel, das zu einer Prinzessin wurde; und von Viliam Jarôs, einem Mann, der seinen Wohlstand opferte, um Tieren zu helfen.

 

Pussinka ist ein Glückskind. Wenn Hunde wüssten, was ein Märchen ist, würde das Mopsmädchen sich zweifellos in eines versetzt fühlen. Denn in ihrer Heimat, der Slowakei, hätte sie das bittere Ende auf der Straße erwartet, wie es dort nicht wenigen Hunden beschieden ist. Pussinka war ein Geschöpf, das vom Unglück verfolgt schien: Nicht nur, dass ihr ein Auge fehlte, sondern auch ihre Luftröhre war deformiert und das Atmen fiel ihr schwer. Ein sicheres Todesurteil dort, wo nur die Stärksten sich durchkämpfen können.

 

Doch das Schicksal meinte es gut mit Pussinka und machte aus dem vierbeinigen Aschenputtel, das in seiner Heimat niemand haben wollte, eine umsorgte und geliebte Prinzessin. Mittlerweile ist sie nicht nur erfolgreich operiert worden, sondern lebt auch bei den wahrscheinlich größten Mopsliebhabern überhaupt.

 

Die kleine Mopsdame, die nach ihrer herzlichen Art „Pussinka“ (slowakisch für „Küsschen“) getauft wurde, ist heute die vierbeinige Gefährtin des berühmten „Sir Henry“, dem ersten Autoren-Mops der Welt, und seinen Menschen: Deutschlands „Feinkost-Papst“ Gerd Käfer und seiner  Lebensgefährtin Uschi Ackermann.

 

Tierschutz ist Uschi Ackermann und Gerd Käfer ein echtes Anliegen

 

Denn den beiden Mops-Fans ist auch der Tierschutz ein echtes Herzensanliegen. „Sie ist wirklich eine der süßesten Möpse, die ich in letzter Zeit erlebt habe. Man muss ihr viel Liebe schenken, aber sie gibt einem alles zurück. Sie ist so glücklich und kommt sich vor wie in einem Märchen aus tausend und einer Nacht.“ sagte Gerd Käfer im Stadthunde-Interview.

 

Das Schicksal hat es gut gemeint mit der Mopslady. Im Fall Pussinkas hatte das Schicksal einen Namen: Viliam Jarôs. Wir würden ihn gerne einen Helden nennen, jedoch würde uns das zweifelsohne einen finsteren Blick von ihm einbringen, für den nur die Tiere zählen und dem persönliche Eitelkeiten ein Greuel sind. Er sei derjenige gewesen, der Hilfe brauchte, und habe sich mit Hilfe der Tiere selbst gerettet, erklärt er, wenn jemand ihn kühn einen „Tierretter“ nennt.

 

Dabei ist Jarôs' Geschichte die eines jeden Helden, der sich nach vielen Irrungen und Wirrungen des Lebens seiner wahren Aufgabe widmet und diese selbstlos und beharrlich verwirklicht. Viliam Jarôs ist heute der Leiter des beispiellosen „Tierheim im Tal“ in Dubnica nad Váhom im Nordwesten der Slowakei.

 

"Tierheim im Tal" rettete weit über 4000 Tiere

 

Weit über 4000 gerettete  Tiere gehen auf das Konto des Mannes, den wir nicht als Tierretter bezeichnen dürfen. Schon in seiner Kindheit waren Tiere ein fester, ganz selbstverständlicher Teil seines Lebens – ganz gleich, ob es seine Hunde waren oder die gefundene Natter, die er sich in der Badewanne vertrauensvoll um den Hals legte, nicht ganz zur Begeisterung seiner Mutter.

 

Doch auch er war nicht vor dem gefeit, was uns Menschen allenthalben passiert: Er entfremdete sich von dem, was ihm wirklich wichtig war. In den Augen der Menschen um ihn herum war er das, was man als hocherfolgreich betrachtete. Als angesehener Journalist und Unternehmer genoss er all das, wonach andere sich sehnen: „Ich habe die Möglichkeit gehabt Autos einzukaufen, ein großes Haus zu bauen, zu leben und zu unternehmen. Ich konnte mir sehr viele Sachen leisten, ich konnte reisen, doch ich war nicht glücklich,“ weiß er heute.

 

Tierschutz: Ein neuer Lebensinhalt

 

Ein Reitunfall riss den professionellen Reiter aus seinem Alltag und fesselte ihn über ein Jahr an den Rollstuhl. Und mit der Bewegungsunfähigkeit kam die Nachdenklichkeit. War es nicht Unachtsamkeit und der mangelnde Respekt vor seinem Mitgeschöpf Pferd, der ihm das eingebrockt hatte? War sein Leben wirklich das, was er wollte? War er jemals glücklich gewesen, und wenn ja, was hatte ihn glücklich gemacht? Wer war er gewesen, und wer war er geworden?

 

Die Erkenntnis war so einfach wie klar: „Die Tiere haben mir die größte Freude im Leben bereitet, so wollte ich es ihnen irgendwie vergelten.“ erklärt er schlicht. Die heilige Elizabeth von Thüringen hörte einst auf den Rat, dass sie nur dann innerlich satt werde, wenn sie die Hungernden fütterte. Natürlich wollen wir Herrn Jarôs nicht mit einer Heiligen vergleichen, denn dann würde er zweifellos noch viel finsterer schauen. Dennoch verhandelte auch er mit Gott: würde er jemals wieder laufen können, gar richtig gesund werden, würde er sein Leben ändern und es den Tieren widmen.

Jarôs verschrieb sich dem Tierschutz

 

Gott zögerte nicht, und Viliam Jarôs stand zu seinem Wort. Und deshalb gibt es jetzt das „Tierheim im Tal“, auf einem ehemaligen Militärgrundstück, das er günstig von einem Hundenarren erhielt. Mit unermüdlichem Einsatz und unter Aufwendung all seiner Ersparnisse schuf Jarôs dort einen Zufluchtsort für die, die keiner mehr möchte, die abgeschoben und verwahrlost sind: Pferde, Hunde und andere Tiere.

 

Luxus gibt es für Viliam Jarôs heute nicht mehr. Den Wohlstand hat er gegen tägliche harte Arbeit eingetauscht. Frei hat er nur, wenn er krank ist – Urlaub existiert für ihn nicht mehr, seit er seine Schulden bei Gott angetreten hat. Und das ist jetzt bereits zehn Jahre her. Aber er ist glücklich - endlich.

 

Sein altes Leben vermisst er nicht, im Gegenteil, erst durch die Tiere konnte er seelisch wieder gesund werden, glaubt er heute. „Ich sehne mich nicht nach Ruhm oder Anerkennung. Von den Menschen erwarte ich keine Dankbarkeit. Diese bekomme ich sehr viel von meinen stummen Freunden. Kein menschliches Wesen kann die Liebe und Lebensfreude so wie ein Tier ausdrücken.“

 

Tierschutz gab dem Leben neuen Sinn

 

Bei seiner unermüdlichen Arbeit  wird er von einem Team unterstützt, das ebenso wie er mit der Tierschutz-Arbeit einen neuen Sinn gefunden hat, unter seinen Helfern seine Freundin Martina, die Kynologie studiert, und auch drei Obdachlose, die mit anpacken, wo sie können.

Derzeit betreuen er und seine Mitarbeiter 58 Hunde und 16 Ziegen, deren Milch verwendet wird, um Welpen zu päppeln. Auch 12 Pferde haben hier ein Heim gefunden, denn als gelernter Pferdewirt, der lange auf dem ehemaligen staatlichen Zuchtgestüt Motešice tätig war, ist Viliam Jarôs ein echter Pferdeflüsterer. Doch auch ungewöhnliche Gäste wie eine Familie Igel-Waisen finden hier Hilfe.

 

Dank seiner professionellen mehrsprachigen Homepage und seiner guten Kontakte wird die Geschichte seines Tierheims immer bekannter. Und das ist die einzige Hoffnung für das Tierheim im Tal, denn in der Slowakei wird Tierschutz nicht wirklich ernst genommen. Auf staatliche Hilfe braucht Viliam Jarôs nicht zu hoffen.

 

Deshalb ist es Uschi Ackermann und Gerd Käfer ein besonderes Herzensanliegen, dass Viliam Jarôs' Geschichte Menschen mit einer anderen Tierschutzkultur erreicht. Denn manchmal sind auch Helden auf Hilfe angewiesen – auch solche Helden, die keine sein wollen.
 

 

Unterstützung für das "Tierheim im Tal"

 

Wer Viliam Jarôs, seine Mitarbeiter und natürlich vor allem ihre vierbeinigen Schützlinge unterstützen möchte, kann das auf vielfältige Weise tun. Alle notwendigen Details finden Sie, wenn Sie auf das Banner klicken: 

 

 

 

 

Oder man macht es einfach wie Ursula Ackermann und Gerd Käfer und schenkt einem von Herrn Jarôs' Schützlingen ein liebevolles Zuhause - und lässt damit ein kleines Hundemärchen wahr werden. (je)

 

 

 

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