Spendenaufruf: Tierschutz auf Sardinien

Geplantes Rifugio bietet Nothunden eine Perspektive

respekTiere e.V. setzt seit vielen Jahren auf Aufklärung und nachhaltigen Tierschutz, um die oft unerträglichen Lebensbedingungen von Tieren auf Sardinien zu verbessern. Jetzt gibt es die einmalige Chance, ein tierschutzgerechtes 'Rifugio' zu errichten – doch es fehlt das Geld. Die Zeit drängt, denn die alte Auffangstation wird am Ende des Jahres abgerissen. Deshalb hat sich respekTiere e.V. an Stadthunde.com gewandt – und wir bitten um Eure Mithilfe!

Sciumi, der alte Abenteurer, liegt auf seinem Kissen neben der Elektroheizung und döst. Seine Tage sind friedlich geworden, und das ist für einen Hund - dazu einen so alten Hund - auf Sardinien etwas Besonderes. Oft kommen Surfer und besuchen den Hund, der über zehn Jahre am Strand von La Sciumara lebte. Die Augen des würdevollen Veteranen leuchten vor Freude über die kraulenden Hände und freundlichen Worte. 

Früher sah man Sciumi, damals noch ein stattlicher Hund, oft am Strand. Ein Hund, so frei wie der Wind - ein Hund, der viel Liebe zu geben hatte, sich aber niemals festhalten ließ. Sein Rudel und er eroberten die Herzen der Touristen. Das freundliche Wesen des sanften Rüden berührte jeden.

Sciumi gehörte zu den streunenden Hunden Sardiniens, auf die Zeit ihres Lebens kein Körbchen, keine Leine und kein Napf warteten. Ein unabhängiges Leben, aber auch ein sehr hartes Leben. Der charismatische vierbeinige Freigeist war Liebling der Surfer, die regelmäßig ihren Urlaub am Strand von La Sciumara verbringen. Von ihnen bekam er Futter und Zuwendung. Wenn es die Urlauber wieder nach Hause zog, blieben Sciumi und seine Gefährten zurück – und waren auf sich selbst gestellt.

Nothunde haben auf Sardinien keine Chance

Die Jahre zogen ins Land. Das harte Leben der Straßenhunde forderte seinen Preis: Nach und nach verschwanden die Streuner von La Sciumara. Wo sie hingingen, ob sie noch leben – das weiß niemand. Sciumi war schließlich der einzige, der die Surfer begrüßte, wenn sie kamen, und ihnen traurig nachblickte, wenn sie wieder abreisten.

Doch Sciumi war alt geworden. Rund zehn Hundejahre hat er am Strand Sardiniens verbracht – harte Jahre, die ihn gezeichnet haben. Ein so alter, erschöpfter Hund ist dem gnadenlosen Überlebenskampf auf Sardinien nicht mehr gewachsen. Der einst so kraftvolle Rüde war abgemagert, von Entbehrung, Alter und Schmerzen gezeichnet. Nach seinem aufregenden Leben hätte er einen friedlichen Lebensabend verdient. Doch so etwas gibt es auf Sardinien für alte Hunde nicht.

Canili bedeuten für Hunde eine traurige Endstation

Die staatlichen Tierheime, die sogenannten 'Canili', bedeuten für ihre Insassen die Hölle auf Erden: auf engstem Raum unter unwürdigen Bedingungen zusammengepfercht, ist hier die traurige Endstation für jeden Hund. Lebend verlässt kaum ein Tier diese Lager – denn für die profitorientierten Betreiber bedeutet jeder Hund staatliche Zuschüsse in die eigene Kasse.

Sciumi hat großes Glück gehabt, denn die Tierschützer von 'arca sarda' – einem Tochterverein von 'respekTiere e.V.' - haben sich seiner angenommen. Ein so alter, gebrechlicher Hund wie Sciumi kann nicht mehr nach Deutschland vermittelt werden. Doch im 'mattatoio', einer Auffangstation auf dem Gelände eines ehemaligen Schlachthofs, hat Sciumi ein Refugium gefunden, in dem er liebevoll versorgt, gepflegt und medizinisch betreut wird. 

 

Die Auffangstation im alten Schlachthof ist für viele Hunde und Katzen die einzige Zufluchtsstätte. Die Tierschützer geben ihr Bestes, um aus diesem düsteren Ort ein Refugium für Tiere in besonderer Not zu machen. Die Auffangstation wird es jedoch nicht mehr lange geben. Ende des Jahres wird das Gelände abgerissen – und der alte Sciumi wird heimatlos. Doch es gibt einen Lichtblick.


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Tierschutz auf Sardinien Teil 2

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