Problem-Hund 'Robbi' macht Sorgen

Hundepsychologin Christine Holst im Einsatz

Die Rentnerin Elisabeth T. liebt ihren großen Münsterländer-Mischling ''Robbi'' über alles. Doch die Probleme werden immer größer: Robbi verteidigt seine Wohnung und zeigt auf dem Spaziergang deutliche Aggressionen gegenüber Mensch und Tier. Deshalb hat Elisabeth T. bei der Online-Sprechstunde von Stadthunde.com professionellen Rat gesucht. Hundepsychologin Christine Holst nimmt sich des Falls an - und leistet dieses Mal Hilfe vor Ort. Wir begleiten sie zum Hausbesuch.

Bitte warten Sie hier im Vorraum - und haben Sie keine Angst!“ sagt Elisabeth T. „Robbi merkt es nämlich, wenn man Angst hat!“ fügt sie ernst hinzu. Die freundliche ältere Dame geht vor und schließt die Tür hinter sich. „Sie können jetzt kommen!“ ruft sie dann.

Wir betreten eine kleine, liebevoll eingerichtete Einzimmer-Wohnung. Diese Stadt-Wohnung im Nordwesten Hamburgs teilt die Rentnerin mit ihrem großen Münsterländer-Mischling „Robbi“. Robbi ist der Grund unseres Besuchs, und er ist überhaupt nicht begeistert, uns hier zu sehen. Fremde in seiner Wohnung! Misstrauisch umkreist der Hund uns, weicht immer wieder zurück, lässt uns nicht aus den Augen. „Nicht angucken, nicht ansprechen, nicht anfassen – und Abstand halten,“ hat Hundepsychologin Christine Holst uns vor dem Besuch angewiesen. Das fällt nicht schwer, da wir angemessenem Respekt vor dem stattlichen Rüden haben.

Hundepsychologin: „Nicht angucken, nicht ansprechen, nicht anfassen!“

Doch dann: Eine unüberlegte, ruckartige Bewegung beim Ablegen der Fototasche - und Robbi zeigt sich deutlich aggressiv in seiner Kommunikation. Uns und unsere Fototasche fixierend, umkreist er uns knurrend, stößt immer wieder vor - durchaus in der Absicht, zu beißen. „Robbi, nein! Hör auf!“ ruft sein Frauchen und hat Mühe ihn einzufangen und am Halsband fest zu halten. Fremde in seiner Wohnung – das ist nicht das einzige Problem, das Elisabeth T. mit Robbi hat. Deshalb hatte sie über die Online-Sprechstunde von Stadthunde.com die Hundepsychologin Christine Holst um Hilfe gebeten.

Christine ist es auch, die eingreift und die Situation mit einem ruhigen, aber bestimmten Abbruchsignal beendet und aufpasst, dass er liegen bleibt. Doch Robbis Misstrauen bleibt. „Schaut ihn nicht an, das verunsichert ihn,“ weist sie uns an. Mit bedachten Bewegungen setzen wir uns auf das Sofa – und schauen erst einmal aus dem Fenster. „Was denken Sie, ist mein Robbi glücklich?“ möchte Elisabeth T. von uns wissen.

Die artgerechte Hundehaltung mitten in der Stadt ist nicht einfach, aber Elisabeth T. gibt ihr Bestes, jeden Tag. Robbi liegt ihr wirklich am Herzen. Doch für die Konsultation eines Hundetrainers fehlt der Rentnerin einfach das Geld. „Wir machen bei Frau T. eine Ausnahme“, hatte Christine Holst deshalb beschlossen. „Ich besuche sie zu Hause, kostenlos. Aber wir werden Equipment brauchen – einen gut sitzenden Maulkorb und ein richtiges Halsband.“ Denn bislang hatte sich Elisabeth T. nicht anders zu helfen gewusst, als Robbi an einem Stachelhalsband zu führen – nur so konnte sie den kräftigen Hund halten.

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Hunde-Fachausstatter Modler GmbH sponserte das Trainingszubehör

Zum Glück fand sich schnell ein engagierter Sponsor. Die Modler GmbH, Fachausstatter für Hundetraining und Hundesport, erklärte sich sofort bereit, zu helfen. „Wir finden Eure Aktion hervorragend und möchten sie gern unterstützen“ erklärte Geschäftsführerin Mirja Maag. Deshalb trägt Robbi jetzt ein hochwertiges, robustes Lederhalsband, während er neben Elisabeth T. liegt und uns misstrauisch beäugt. Ein komfortabler Maulkorb, den Modler ebenfalls gesponsert hat, liegt auf dem Tisch - er soll das Schlimmste vermeiden und Elisabeth T. mehr Sicherheit geben.

„Ich hatte mein Leben lang große Hunde, aber alle von klein auf. Mit Robbi ist es viel schwieriger. Er hatte schon eine dramatische Vorgeschichte, als ich ihn mit neun Monaten bekam, lebte bei einem Alkoholiker, war ganz verwahrlost. Ich habe viel gelesen und gelernt, vieles ist auch schon sehr viel besser geworden. Aber eben nicht alles.“ Robbi liegt noch immer noch zwischen Frauchen und Christine, jegliches Aufstehen wird untersagt. Und langsam entspannt der Rüde, gähnt ein ums andere Mal. „Schaut Robbi jetzt ruhig wieder an“, fordert uns die Hundepsychologin auf.

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