Australian Shepherd hat sich nicht unter Kontrolle

„Wir haben einen 20 Monate alten Australian Shepherd, der sich von Anfang an nicht gut unter Kontrolle hat. Er benimmt sich draußen wie ein hyperaktives Kind, nimmt wohl zu viele Reize auf und...

 

...kann sie nicht verarbeiten. Er tänzelt dann an der Leine, macht kurze ruckartige Bewegungen nach rechts, links, vorn und hinten. Er kann nur sehr wenig Stress aushalten, wobei das Bellen eines Hundes in großer Entfernung, lachende Kinder, alle Arten von Tieren ihn vollkommen hektisch werden lassen. Das Problem ist dann, dass er gar nicht wieder runter kommt. Der Spaziergang ist dann nur eine Qual.

 

Er ist dann auch nicht mehr in der Lage, ein Kommando auszuführen. Alles was sich bewegt, regt ihn auf. Wir waren schon bei vier Trainern, darunter auch zwei Verhaltenstherapeuten, wir kommen nicht weiter. Die Grundkommandos gehen nur draußen, wenn aber Ablenkung kommt, wird es schwierig.

 

Ist der Reiz und Stress zu groß, kann er das Kommando nicht ausführen. Wo andere nur mit den Ohren zucken, ist er schon auf 180. Man sieht ihm an, dass er gehorchen will, aber nicht kann. Er lässt sich aber mittels Pfeife abrufen, das sogar sehr gut. Er ist sehr intelligent und superschnell in seinen Aktionen. Was können Sie mir raten?“

 

Rotraud S. mit Glen (eineinhalb Jahre alt)

 

 

 

 

 

Unsere Expertin: "Geben Sie ihm viel Zeit – er wird ihre Geduld brauchen"

 

Ihr Glen verlangt von Ihnen sehr, sehr viel Geduld. So wie Sie mir die Situation beschreiben, gehe ich davon aus, dass Sie wirklich schon viel gemacht haben und auch über ein großes Wissen verfügen. Wenn Glen sich mit der Pfeife gut holen lässt, dann empfehle ich Ihnen zunächst einmal, verschiedene Kommandos mit Pfeife zu trainieren. Allerdings ist das „nur“ ein Hilfsmittel, um den Australian Shepherd ein wenig aus seiner Situation rauszuholen. Haben Sie schon mal an eine unterstützende Therapie mit Hilfe Ihres Tierarztes gedacht? Besprechen Sie dies doch bitte mal mit ihm. Solche Therapien sollten in Verbindung mit einem Verhaltenstrainer durchgeführt werden und dienen auch nur als Übergangslösung.

 Auf alle Fälle helfen Sie Ihrem Glen schon sehr viel damit, wenn Sie für Sich diese Situation annehmen und ihn erst einmal so akzeptieren, wie er ist. Er verhält sich nicht absichtlich so, sondern er kann es nicht anders. Das ist leichter gesagt als getan, weil er Sie auch immer wieder an Ihre Grenzen bringen wird. Geben Sie ihm Zeit und ein großes Paket an Geduld.



Ich hoffe für Sie und für Glen, dass Sie einen Weg finden werden und diesen zusammen gehen.

 

Ihre Bettina Baumgart

 

 

 

 

 

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