Cocker Spaniel reagiert aggressiv

"Wir haben einen 11 Monate alten Cocker Spaniel Rüden, welcher mit 10 Wochen zu uns gekommen ist. Grundsätzlich hat er sich super angepasst und ist ein liebevoller, treuer Gefährte.

 

In den letzten Tagen hat er jedoch ohne ersichtlichen Grund, sowohl nach meinem Mann geschnappt, welcher sich zur Verabschiedung zu ihm herunterbeugte, als auch unsere Tochter (23 Jahre) - welche jeweils an den Wochenenden zu Besuch kommt, sich dann aber intensiev mit dem Hund beschäftigt- sogar gebissen, nachdem sie ihn streicheln wollte als er schläfrig neben der Couch lag.

 

Ich denke wir haben ihn bisher zu sehr vermenschlicht und ihn wie ein Kleinkind vergöttert. Warscheinlich meint er deshalb teilweise das Alphamännchen darstellen zu müssen, aber wir mögen ihn ebend sehr und haben deshalb Schwierigkeiten ihn mit Mißachtung zu strafen. Auch wissen wir nicht, was das richtige Maß an Mißachtung ist, um dem Hund nicht zu verunsichern oder ihm das Gefühl zu vermitteln man mag ihn nicht mehr, was ja nicht so ist! Eine weitere Beißatacke wollen wir jedoch grundsätzlich vermeiden!

 

Das Problem ist, wir können ihn momentan auf Grund dieser Situationen nich richtig einschätzen und sind auch etwas verunsichert und ängstlich, was wir ihm jedoch nicht zeigen wollen. Sein Problem ist es bislang auch noch beim Ableinen im Freien auf Kommando zurückzukommen. Das Ableinen ist unsererseits deshalb jedesmal mit sehr viel Angst verbunden verbunden. Bitte geben sie uns einen Rat. Vielen Dank!"

 

Cornelia v. K. mit Cocker Spaniel Finn (11 Monate alt)

 

Unsere Expertin: Geben Sie ihm Zeit für sich!

 

Ihr Finn testet Sie und schaut, wie weit er bei wem in der Familie gehen kann. Schränken Sie ihn in seiner Bewegung viel mehr ein. Ich empfehle Ihnen, Finn zu Hause einen Platz zu geben, auf dem er sich aufhält, wenn Besuch kommt (eine Box ist auch eine Möglichkeit). Je mehr Sie um Finn buhlen, umso mehr denkt er natürlich, dass er wichtig ist. Somit kann auch er alleine entscheiden, wann er sich streicheln lässt und wann nicht. Ignorieren Sie ihm mehr und gehen Sie nicht so oft auf ihn zu. Wenn Finn auf seinem Platz liegt und Ruhe haben möchte bzw. schläft, dann sollten Sie dies auch akzeptieren und ihn in solchen Momenten auch nicht streicheln. Trotz seines Verhaltens hat auch er einen Anspruch auf Ruhe vor Ihnen. Das ist ihm manchmal zu viel.

 

Sind Sie mit Finn draußen, dann arbeiten Sie zunächst mit einer Schleppleine, da Finn Ihre Unsicherheit ansonsten merken wird. Diese Schleppleine könne Sie auf dem Boden schleifen lassen, haben aber jeweils die Kontrolle über Finn. Bitte trainieren Sie mit ihm wichtige Kommandos, so dass er zurückkommt, wenn Sie ihn rufen.

 

Viel Erfolg mit Finn!

 

Ihre Bettina Baumgart