„Unsere ca. 1-jährige Hündin kommentiert lautstark oder knurrend jede Bewegung vor meinem Bürozimmer oder der Wohnungstür zuhause, springt bellend den hereinkommenden Besuch (im Büro oder zuhause) an und lässt auch in öffentlichen Räumen - wie z.B. Restaurants - zwar...
...das Servicepersonal (schlau!!), jedoch keine anderen Personen unkommentiert an unseren Tisch heran. Auf Spaziergängen zeigt sie dieses Verhalten nur, wenn sich jemand komisch (in Ihren Augen) verhält oder ein "Nichthundebesitzer" explizit auf sie zugeht und streicheln will. In diesem Fall geht sie ständig vor und zurück und versucht die Person zu verbellen. Sie springt sie aber - wie zuhause oder im Büro - nicht an.
Gebissen hat sie noch nie, aber soweit möchte ich es auch nicht kommen lassen. Auf der anderen Seite ist sie sehr schreckhaft. Vor kurzem ist mir in der Küche ein Kochtopfdeckel auf den Boden gefallen, woraufhin sie die Küche drei Tage lang nicht mehr betreten hat.
Ansonsten ist sie sehr folgsam und gelehrig, anhänglich und verschmust. Ist sie unsicher, fühlt sich nicht beschützt, einfach nur aggressiv oder alles zusammen? Vielleicht können Sie mir einen Tipp geben, wie wir für sie und uns die Situation verbessern können?“
Dagmar H. mit Tante Maja ( 1 Jahr alt)
Unsere Expertin: Grenzen ziehen und mehr Schutz bei Spaziergängen
Aggressionen finden Ihren Ursprung immer aus einer Unsicherheit und Angst heraus. So, wie Sie mir Ihre Hündin beschreiben, ist sie zum einen unsicher und reizempfänglich und auf der anderen Seite auch territorial. Sie lässt nicht so einfach jeden in Ihr Territorium, schon gar nicht wenn es sich um Ihr Büro oder Wohnung handelt. Mein Tipp für Sie: Beginnen Sie, Ihre Hündin in der Wohnung und im Büro stärker einzugrenzen und geben Sie ihr nicht die Möglichkeit, als erstes zu Besuch hinzulaufen. Zeigen Sie ihr sehr klar, dass das nicht ihre Aufgabe ist.
Geben Sie ihr bei Spaziergängen mehr Schutz. Das bedeutet unter anderem, dass Sie es nicht zulassen sollten, dass sie von fremden Menschen gestreichelt wird. Ihre Hündin zeigt eine deutliche Unsicherheit Menschen gegenüber, was durch ihr Verhalten „vor- und zurückgehen“ verdeutlicht wird. Zeigen Sie ihr, dass Sie sie verstehen und ihr in solchen Situationen helfen. Diese ganzen Maßnahmen werden aber nicht von heute auf morgen eine Veränderung mit sich ziehen. Eine solche Änderung in dem Verhalten braucht Zeit und Konsequenz von Ihnen.
Viel Erfolg mit Ihrer Hündin.
Liebe Grüße, Bettina Baumgart


