"Vor einem Jahr habe ich einen achtjährigen Galgo-Podencomix aus der Tötung adoptiert. Die Problematik: Panische Angst vor Kindern bis ca. 14 Jahren und Männern. Leicht erschreckbar durch Geräusche aller Art. Um es kurz zu machen:
Elan wurde in einer kleinen Drahtbox gehalten und durfte nur zur Jagd oder im Einsatz als Bate vor einem Schlittengespann, die Box verlassen. Er litt regelmäßig Hunger und Durst (Fressen bestand aus Weißbrot in Zuckerwasser), wurde gefesselt, geknebelt und verdroschen, vom Vorbesitzer und dessen Kindern.
Seit einem Jahr führe ich ihn ganz langsam an verschiedene Geräusche, Bewegungen etc. heran. Innerhalb der Familie hat er sich sehr gut integriert, vor Besuch flüchtet er immer noch in die hinterste Ecke. Tagsüber beschränkt sich unser "Auslauf" auf 4 x 15 stressige Minuten. Nachts lasse ich ihn für 2 Stunden in den Rheinauen frei laufen. Jagen ist sein Leben, er kommt aber sofort auf Abruf. Leine gehen (Brustgeschirr) funktioniert nur an der "langen Leine". Wird er kurz gehalten, verfällt er sofort in Panik.
Elan ist zuhause ein lustiger, pflegeleichter, neugieriger und sehr anhänglicher (unterwürfiger?) Geselle. Was kann ich tun, damit aus einem ängstlichen, unterwürfigen Tier, ein Hund mit Selbstvertrauen und Spaß am Leben wird. Ich scheue keine Mühen!"
Ute W. mit Galgo-Podenco-Mix Elan (9 Jahre alt)
Unsere Expertin: Sie sind auf dem richtigen Weg - geben Sie Ihrem Hund Zeit!
Sie sind mit Ihrem Elan schon auf dem richtigen Weg: Zeit, Geduld und Vertrauen sind die Schlagworte! Elan hat eine sehr schlimme Vergangenheit, die ihn 8 Jahre lang geprägt hat. Er wird wohl nie der Hund werden, der sich mit stolzer Brust und viel Selbstvertrauen in den täglichen Spaziergang begibt. Aber er kann in kleinen Schritten lernen, dass er Ihnen vertrauen kann und somit nicht das Gefühl hat, alleine dazustehen.
Verlangen Sie nicht zuviel von ihm und nehmen sie auch nur die kleinsten Erfolgserlebnisse wahr. Ich sehe in meinem täglichen Training auch immer wieder, dass wir Menschen dies sehr schnell übersehen und zu schnell zu hohe Erwartungen an unsere Hunde stellen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie intensiv Ihre Arbeit mit Elan ist und auch noch in den nächsten Jahren sein wird und finde es super, dass Elan diese Chance bei Ihnen erhalten hat. Geben Sie ihm Zeit!
Liebe Grüße und viel Spaß mit Elan!
Ihre Bettina Baumgart


