"Ich bin durch das Internet auf Sie aufmerksam geworden. Vielleicht können Sie mir helfen. Ich habe seit 3 Monaten einen Schäferhund-Dogge-Mischling. Ich bin 19 Jahre alt und es ist mein erster großer Hund. Erfahrung habe ich...
...etwas, da ich in einem Tiergeschäft gearbeitet habe und etwas gelernt habe. Der Hund heißt Tyson, er ist 1-2 Jahre alt und kommt aus dem Tierheim. Er war dort 5 Monate zusammen mit einem kleinen Hund in einem Zwinger.
Er soll aus schlechter Haltung kommen, so sagen es die Mitarbeiter aus dem Tierheim. Das Problem ist, er versteht sich mit unserem Pinscher super, nur wenn ich mit ihm spazieren gehe, geht er auf andere Hunde los. Ich kann ihn kaum halten, da er so groß ist und ich möchte dieses Problem nicht Jahre mit mir umhertragen. Ich weiß nicht, wie er denkt oder was genau ihn dazu bringt, zumal er sich mit unserem Hund super versteht und ja auch im Tierheim mit einem kleineren im Zwinger war. Was könnte ich tun, bitte helfen sie mir!"
Inka M. mit Doggen-Mischling Tyson (3 Jahre alt)
Unsere Expertin: Hunde spüren Unsicherheit des Halters
Ich finde es super, dass Sie sofort Hilfe haben möchten, da sich das Verhalten von Tyson leider nicht von alleine bessern wird. Wenn Tyson sich vor anderen Hunden so aufführt, heißt das zunächst einmal nicht zwingend, dass er sich ohne Leine nicht mit Ihnen verstehen würde.
Hunde bellen und pöbeln an der Leine aus unterschiedlichen Gründen. Manche fühlen sich an der Leine stärker als ohne Leine, da die Besitzer noch mit dabei sind.
Andere reagieren aus Unsicherheit heraus. Solche Hunde haben entweder schon mal schlechte Erfahrungen an der Leine gemacht – und damit meine ich nicht zwingend, dass sie gebissen wurden. Es reicht schon mal aus, dass es eine Begegnung gab, in der sie lieber mal die Flucht ergriffen hätten, es aber nicht konnten.
Somit stellt die Leine für diese Hunde eine starke Einschränkung in der Bewegungsfreiheit da. Als Resultat daraus folgt oft: Angriff ist die beste Art der Verteidigung. „Lieber belle ich als Erstes und zeige dem Gegner damit, dass er nicht näher kommen braucht“.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Hund eine gewisse Unsicherheit der Besitzer bei Hundebegegnungen spürt, die sich dann sofort auf ihn überträgt.
Es gilt nun mit einem Experten aus Ihrer Nähe zusammen zu arbeiten, der sich die Situationen genauestens anschaut, mit Ihnen analysiert, und somit die Beweggründe herausfindet, warum Tyson so heftig reagiert. Im Anschluss sollte dann das notwendige Leinentraining erfolgen.
Je früher das Training gestartet wird, desto einfacher wird es für Sie.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Training.
Liebe Grüße, Ihre Bettina Baumgart


