26. Jun 2008
Bringen wir es hinter uns – hier sind die gängigsten Vorurteile zu Maltesern oder Pekinesen: Sie sind überzüchtet, werden verhätschelt oder als Statussymbol missbraucht, dienen der reinen Unterhaltung einsamer Seniorinnen und sind auch sonst weit davon entfernt, hundetypisches, natürliches Verhalten an den Tag zu legen. Warum sollte man also gerade unter den Haltern dieser Rassen den passenden Partner finden? Vielleicht lässt sich der ein oder andere ja überzeugen – zumindest bei der Volltreffer-Variante sollte man seine vorgefassten Urteile jedenfalls schnell ad acta legen:
Dass die niederläufigen Hunde auf den ersten Blick vor allem eins sind – niedlich – lässt sich schwer wegdiskutieren. Wer nun allerdings den direkten Schluss zieht, mit der leckeren Oberfläche hätte es sich getan, der irrt. Malteser und Pekinesen blicken jeweils auf eine bewegte Geschichte zurück: Beide Rassen wurden schon zu Frühzeiten hoch verehrt, was durchaus auch zu einer gewissen Verwöhntheit geführt hat. Ohne harte Arbeit hätten sie es allerdings nicht bis in unsere Tage geschafft. Ungeziefer- und Kleintiervernichtung gehörte denn auch ebenso in den Bereich „rassespezifisch prägende Erfahrungen“ wie die Huldigung durch Pharaonen, Tempelherren und Society-Ladies. Es gibt demnach nicht nur die glamouröse Schoßhundseite, sondern auch einen raueren Kern zu entdecken - hinter der gehübschten Fassade findet sich also ein vielseitiger und interessanter Charakter. Für Flirtwillige bedeutet dies: Positiv überraschen lassen!
ER: Extravaganz gehört bei ihm schon dazu – und zwar nicht nur eine Prise, sondern gleich ein ganzer Schuss. Der Volltreffer ist dann gemacht, wenn dieses Streben nach Besonderheit allein dem facettenreichen Charakter entspringt. Der kleine Begleiter braucht viel Zuneigung, will mit Liebe überhäuft werden. Genau das darf man dann auch vom Flirtpartner erwarten, sofern man die Oberfläche gekonnt anzukratzen weiß…
SIE: Warum fühlen sich die Kleinrassen bei Seniorinnen so wohl? Weil sie hier die Pflege und Aufmerksamkeit erfahren, derer sie bedürfen. Nun sollte man nicht erwarten, dass man sich von Halterinnen der Kleinhunde in gleichem Maße verhätscheln, und es sich dabei so richtig gut gehen lassen kann. Es läuft eher anders herum: Gibt man viel, bekommt man umso mehr zurück – wer einseitig nach Beachtung heischt, ist also fehl am Platz. Wer einen Partner zum gegenseitigen Verwöhnen sucht, kann ihn hier finden – den lang ersehnten Volltreffer.
Man nehme die gesammelten Vorurteile zu den „Schoßhund-Rassen“, greife sich zwei bis drei heraus, kombiniere und übertrage sie auf den Flirtpartner: Schon hat man den Flop vor Augen. Verhätschelnde Möchtegern-Diven, die eigentlich nur das billige Abbild ihres Modeaccessoires in Hundeform sind, schräge Typen, die meinen etwas Extravaganz könne ihrer Persönlichkeit doch noch etwas Pfiff geben – so in etwa könnten die Varianten der Missgriffe aussehen.
ER und SIE: Leichte Arroganz, Selbstüberschätzung und Oberflächlichkeit: Diese Charakterzüge sollten reichen, um ernsthaft Suchende zu vertreiben. Die Flops unter Haltern der „Verwöhnten“ orientieren sich genau an den Eigenschaften ihrer Hunde, die wirkliche Liebhaber von Maltesern und Pekinesen gar nicht erst zur Ausprägung kommen lassen.
Manchmal wird zunächst Abwegiges zu genau dem, wonach man lange gesucht hat. Wer unter den „Verwöhnten“ fündig werden will, muss also seine Vorurteile beiseite lassen und hoffen, dass es sich beim Flirtpartner um einen der Volltreffer handelt. Da man auch bei diesen etwas an der Oberfläche kratzen muss, bleibt die Restgefahr, einen Flop zu erwischen zwar bestehen, abhalten sollte einen dieses Risiko allerdings nicht. Die Aussicht: Gegenseitiges Verwöhnen, viel Witz und noch mehr Wärme – mehr also, als das verdächtig hübsch schimmernde Äußere zunächst vermuten lässt.
Gesamtbewertung: 4 von 6
Äußeres: 6 von 6
Treue: 5 von 6
Fitness: 3 von 6
Natürlichkeit: 3 von 6
Sauberkeit: 6 von 6
Offenheit: 4 von 6
Köpfchen: 5 von 6
Fun-Faktor: 5 von 6