'Hunde der Welt - die schönsten Reportagen von Lappland bis Südafrika'

'dogsBücher' nimmt uns mit auf eine eindrucksvolle Reise

Wenn in der eisigen Wildnis Lapplands der junge Rentierhund 'Unski' das erste Mal einem der königlichen nordischen Huftiere entgegen tritt; wenn die Rhodesian Ridgebacks 'Nala' und 'Magjulu' mit dem Ranger Bruce Leslie das hitzeflirrende, gefährliche Buschland am Crocodile River in Südafrika durchstreifen – dann können wir hautnah dabei sein.

 

Denn die faszinierenden Geschichten, die wir in 'Hunde der Welt' miterleben, zeigen eindrucksvoll, wie spannend die Wirklichkeit sein kann. Hinter dem schlichten Titel der Bildsammlung verbirgt sich eine aufregende Reise, die jeden Hundefreund fesselt. 'Hunde der Welt' führt uns über den ganzen Planeten, in die entlegendsten Einöden, zu fremden Kulturen und in scheinbar andere Zeitalter – aber zeigt uns auch überraschende Geschichten ganz aus unserer Nähe.

Eines haben die brillanten Reportagen gemeinsam: In ihrem Mittelpunkt steht der Hund, unser jahrtausendealter Begleiter, und seine  wechselseitige Beziehung zu uns Menschen. Die Spur dieser geheimnisvollen, uralten Verbindung führt uns bis hinauf an die eisigen Pole, wo wir in der sibirischen Tundra den kleinen Jungen Grigirij kennenlernen. Die Samojedenhunde seiner Familie sind vertraute, unentbehrliche Gefährten in einer grausam-schönen Welt aus Eis und Kälte.

Hunde der Welt – siebzehn Reportagen aus unterschiedlichsten Kulturen

Die Spur führt uns aber auch bis in den tiefsten Dschungel Papua-Neuguineas, wo wir bei den Stämmen der Naturvölker die geheimnisvollen 'singenden Dingos', die seltenste Hunderasse der Welt, treffen. Die rätselhaften Hunde bilden möglicherweise das fehlende Bindeglied zwischen dem Wolf und unserem domestizierten Hund. Wir erleben unglaubliche Geschichten - wie die der Maremmas 'Gina' und 'Jessie', die im fernen Australien eine Kolonie bedrohter Pinguine beschützen.

Insgesamt siebzehn Reportagen aus aller Welt beinhaltet der Bildband – eine ganze Menge, und dennoch wünscht man sich, es wären noch mehr. Denn jede  Reportage nimmt uns mit in eine eine völlig neue, fremdartige Welt - das macht süchtig. Und immer wieder blicken wir in seltsam vertraute Hundeaugen; immer wieder erkennen wir eine wohlbekannte Zuneigung und Wärme in den Gesichtern dieser fremden Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen - und das bewegt.

Jede Reportage zeigt uns eine neue Facette dieses ganz besonderen Verhältnisses zwischen Mensch und Hund. Der Hund tritt als geduldeter, freier Gefährte des Menschen in Erscheinung, als lebenswichtiger, zuverlässiger Gehilfe mit erstaunlichen Fähigkeiten, als treuer Begleiter und Freund und als mystisches, legendenumranktes Geschenk der Götter.

 

'Hunde der Welt' – eine faszinierende Welt jenseits unserer alltäglichen Hundeerfahrungen

Die Fotografien des Bildbands sind die Seele seiner Geschichten. Sie fangen authentische Emotionen und großartige Momente ein - mit viel Gespür für das einzigartige Wesen der so unterschiedlichen Hunde, mit großer Empathie für die Lebensumstände der Menschen und mit aufrichtiger Ehrfurcht für die atemberaubenden Naturlandschaften, welche die Heimat der „Hunde der Welt“ sind.

 

Da ist es ausgesprochen angenehm, dass die Texte ohne Künstlichkeit und übermäßiges Pathos auskommen. Auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und minutiös recherchiert berichten sie von den individuellen Gegebenheiten und Hintergründen - Journalismus auf hohem Niveau, der fesselt. Wertfrei und lebensnah erzählt 'Hunde der Welt' von den Hundekämpfen, die einen Mann  in Afghanistan über Nacht zum Helden machen können. Die Aufgabe der kenianischen Hunde, die Exkremente der Säuglinge zu vertilgen und ihren Po sauber zu halten, mag uns befremdlich erscheinen, ist dort aber gelebte Realität.

Wer sich auf 'Hunde der Welt' einläßt, dem eröffnen sich neue Perspektiven auf die äußere und innere Welt von Menschen und Hunden. Es ist eine Welt jenseits unserer alltäglichen Hundehalter-Erfahrungen und -Vorstellungen. Und wenn über die tibetanischen Do Khyis geschrieben steht: „Sie sind schwarz, niemals weiß. Am Tag, an dem ein weißer Do Khyi geboren wird, so erzählt eine Legende, wird Tibet frei.“ - dann berührt das fernab jeder Sentimentalität. Und macht nachdenklich.

Das einleitende Vorwort des bekannten Kynologen Dr. Hellmuth Wachtel und der Anhang mit einem erläuternden Rasseregister bilden den Rahmen der eindrucksvollen Sammlung. Ein Genuss für alle kulturell interessierten, weltoffenen Hundefreunde. (je)

 

Hier geht es zum Stadthunde-Interview Thomas Niederste-Werbeck, Chefredakteur des DOGS-Magazins und Mitherausgeber von 'Hunde der Welt'.

 

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Fotos: (c) Debra Bardowicks

 

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