Zughundesport: Voller Körpereinsatz

Eine uralte Fortbewegungsmethode neu entdeckt

„An der Leine ziehen ausdrücklich erwünscht“, das ist doch mal was ganz neues für viele Hundebesitzer, also lehnt euch zurück und genießt folgenden Text. Ein Hundeleben lang trainiert man dem Hund das an der Leine ziehen ab, denn es nervt gewaltig. Nicht so bei dem neuen Hundetrend Zughundesport! Hier darf, soll, muss der Hund an der Leine ziehen und zwar mit vollem Körpereinsatz. Doch was steckt dahinter?

Auf der Suche nach Definitionen im www stößt man schnell auf Begriffe wie Canicross, Dogscootering, Bikejöring, Gespann, Kommandotraining und vieles mehr…Als erstes muss eines klargestellt werden: Der Zughund begleitet uns Menschen schon seit tausenden von Jahren, doch wie das bei uns modernen Menschen so üblich ist vergessen wir gerne was die Tiere für uns früher leisteten bevor es Autos, Maschinen, Industrie und das ganze moderne Leben weg von der Natur gab. Wusstet ihr, dass das erste Tierschutzgesetz in Deutschland für den Zughund war, also ihn geschützt hat, oder dass wir ein paar unserer heutigen Verkehrsregeln den früheren Zughunden verdanken?

...

Zughunde: Früher war sogar ein Führerschein nötig

Ja sogar einen Führerschein brauchte man damals zu Uropas Zeiten, wenn man mit einem Zughund durch die Stadt lief (wer sich darin vertiefen will, dem sei das Buch „Der Zughund…einst und jetzt“ von Susanne Preuß empfohlen). Was wir heute damit machen? Wir wecken eine uralte Leidenschaft in unseren Hunden und es ist so, als ob dieser uralte Zughund in vielen, ja sogar den meisten, Hunden noch drinsteckt, egal welche Größe, egal welche Rasse oder Mix – sie wollen ziehen.

Nun aber zu dem modernen Zughund aus einem Familienhaushalt von heute: Dieser tobt sich gerne bei kühlen Temperaturen bis ca. 15 Grad vor dem Bike (= Bikejöring), dem Dogscooter (spezieller Tretroller= Dogscootering), dem Menschen beim Joggen (= Canicross), beim Weitwandern (= Dogtrekking), den Langlaufskiern (= Skijöring) aus, um nur einige Zugarten zu nennen. Dabei ist der Hund immer mit seinem Teampartner, dem Menschen, durch eine Zugleine mit Ruckdämpfer und einem passenden Zuggeschirr ausgestattet. Weiteres Zubehör wird je nach Zugart benötigt. Bei diesem Sport werden beide Teampartner, Hund wie Mensch, langsam an das Training herangeführt, denn je nach Zugart und Hundestärke kann es ganz schön schnell zur Sache gehen.

Im Zughundesport werden bis zu 40 km/h erreicht

Dabei können beim Bikejöring und Dogscootering Geschwindigkeiten bis 40 km/h erreicht werden, auch die Canicrosser sind ziemlich flott unterwegs, wenn das Team gut harmoniert und fit ist. Das Wichtigste ist aber erstmal heraus zu finden, welche Zugart die passende für euch und euren Hund ist, denn manche mögen es flott, manche gemütlich und manche auch gar nicht! Mensch und Hund müssen sich wohlfühlen und Spaß haben, dann steht dem gemeinsamen Ausflug in die Natur oder sogar der erfolgreichen Zughundekarriere auf Rennen nix mehr im Wege…

Ihr denkt nun, ihr habt so einen arbeitslosen Zughund zu Hause und wollt ihm nun endlich wieder eine Aufgabe geben. Unsere Empfehlung: Rennt nicht gleich los, kauft das Zubehör und versucht loszulegen, das endet nicht gesund für euch und euren Hund. Sucht euch einen fachkundigen Zughundeberater in eurer Nähe und probiert in einem geschützten Raum aus, was euch als Mensch/Hund-Team am meisten Spaß macht und zu euch passt. Aber Vorsicht, es besteht akute Suchtgefahr bei allen die es einmal ausprobiert haben.

3-2-1…GO…

Bleibt dran: In den nächsten Folgen zeigen wir euch was der Zughund so alles kann…

Autorin: Annick Busl

www.derhundling.de

www.daszughunde-magazin.de

...

Bewertung des Beitrages (0 Bewertungen)

Weitere Artikel zum Thema: