Gerade zur Ferienzeit geschieht es immer wieder: Tiere werden ausgesetzt oder noch Schlimmeres. Für Jungtiere kann das schnell Lebensgefahr oder Tod bedeuten, doch die Hemmschwelle, das Tier zum Tierheim zu bringen ist oft zu hoch. Welpen überforderter Besitzer bekommen in Brandenburg eine zweite Chance.
In Dallgow-Döberitz ist die erste Welpenklappe Brandenburgs in Betrieb. Nach dem Vorbild der Hamburger Babyklappe können hier Tierkinder abgegeben werden, die in ihrem alten Zuhause nicht mehr erwünscht sind. Die Gründe für die Abgabe spielen keine Rolle, Pflege und einen Gesundheitscheck bekommen alle abgegeben Welpen und anderen Tierkinder.
Welpen werden oft ausgesetzt
Die Erfahrung zeigt, dass die Hemmschwelle, ein Tier im Tierheim abzugeben, für manche Menschen zu hoch ist. Bei der Abgabe im Tierheim müssen Name, Adresse und Abgabegrund genannt, Formulare ausgefüllt und eine Abgabegebühr geleistet werden. Zudem werden meist unangenehme Fragen gestellt. Manch überforderter Tierhalter entledigt sich deshalb seines Tieres lieber auf andere Weise. Die Welpenklappe soll hier eine tiergerechte, anonyme Alternative bieten.
Welpenklappe gab es bereits 2002
Der ostfriesische Tierarzt Matthias Römer ist diesem Projekt bereits 2002 mit gutem Beispiel vorangegangen. An seiner Tierarztpraxis können seitdem Welpen und andere unerwünschte Jungtiere abgegeben werden. Nachdem er sie ausreichend gepflegt hat, vermittelt der Tierarzt seine Findlinge gegen Schutzgebühr an neue Besitzer. Für erwachsene Tiere hat die Welpenklappe allerdings keine Kapazitäten. Diese Tiere muss Römer ans Tierheim verweisen.
Welpenklappe und Tierpension
Eine weitere Welpenklappe befindet sich im Niedersächsischen Wiefelstede. Die „Welpenklappe Ammerland e. V.“ existiert unter Zusammenarbeit des Tierpension-Inhabers Ernst Wolff und des Oldenburger Tierarztes Dr. Johannes Boers seit 2006. (gd)
Stadthunde-News 11. März 2009


