Sein Humor ist zeitlos und viele seiner Sketche sind unsterblich. Vicco von Bülow, alias "Loriot", wird heute 85 Jahre alt, und blickt auf eine lange Karriere als Humorist zurück. Begonnen hat der ehemalige Kunststudent als Karikaturist beim "Stern". Brandenburgs Ministerpräsident, Matthias Platzeck, stellt ganz richtig fest: "Jeder von uns kennt die von Ihnen mit liebevollem Humor ausgestatteten Figuren, und jeder von uns hat den einen, seinen ganz persönlichen Favoriten". Und weil das so ist, wollen wir dem Mops-Fan und Halter zweier Möpse "Loriot" ganz herzlich zu seinem Geburtstag gratulieren und an dieser Stelle mit einem kleinen "Geburtstags-Special" angemessen ehren.
Loriot - mit „bürgerlichem“ Namen: Bernhard Victor (Vicco) Christoph Carl von Bülow - stammt aus adeligem Geschlecht und wurde 1923 in Brandenburg an der Havel geboren. Er ist Humorist, Zeichner, Schriftsteller, Bühnenbildner, Kostümbildner, Schauspieler, Regisseur und Professor für Theaterkunst.
Die Liste seiner Ehrungen, Auszeichnungen und Preisen ist so lang, dass wir uns darauf beschränkt haben hier nur die wohl bedeutendsten zu nennen: 1973 - Adolf-Grimme-Preis in Silber und Goldene Europa, 1974 - Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, 1978 - Goldene Kamera, 1986 - Critici in erba, 1988 - Bambi, 1998 - Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2001 - Ehrendoktor der Universität Wuppertal, 2004 - Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache und zuletzt 2007 - Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München sowie Deutscher Comedypreis Ehrenpreis.
Sein Leben war nicht immer nur "Comedy"
Als Humorist ist Vicco von Bülow in aller Munde, denn kaum ein Anderer prägte mit seiner Sprache die Comedy-Landschaft so nachhaltig wie Loriot. Und als Komödiant ist er uns in all seinen Facetten am liebsten. Doch gerade dass sein Leben aber nicht immer so leicht gewesen ist, wie es heute erscheint, hat diesen Humor wohl erst möglich gemacht. Auch wenn Loriot selbst sagt, dass Humor eine Charaktereigenschaft ist und nicht auf Erfahrungen beruht, ist dennoch anzunehmen, dass die Art und Weise, mit der er seinen Humor vermittelt, auch auf seine Biographie zurück zu führen ist.
Nach dem Krieg arbeitete von Bülow kurzzeitig als Holzfäller in Niedersachsen, bevor er von 1947 bis 1949 an der Kunstakademie in Hamburg Malerei und Grafik studierte, nachdem er 1946 das vollständige Abitur in Northeim abgelegt hatte. Nach dem Abschluß war er zunächst als Grafiker tätig und erfand das Knollennasenmännchen.
Bevor er schließlich zum „Stern“ kam, arbeitete er als Cartoonist beim Hamburger Magazin „Die Straße“. Erst beim Stern legte er sich allerdings seinen Künstlernamen „Loriot“ zu. Loriot ist die französische Bezeichnung des Pirols, des Wappentiers der Familie von Bülow. In der mecklenburgischen Heimat des Adelsgeschlechts ist Vogel Bülow denn auch eine gängige Bezeichnung für den Pirol.
Die ersten Filmrollen und das Fernsehen
1954 erschien im Diogenes Verlag Loriots erster eigener Cartoonband „Auf den Hund gekommen“. Fünf Jahre später folgte dann eine erste kleine Rolle in Bernhard Wickis Film „Die Brücke“ und 1962 eine Minirolle als Meldeoffizier in Andrew Martons Kriegsfilm „Der längste Tag“.
Erst 1967 kam Loriot zum Fernsehen. Er moderierte die ARD-Fernsehserie „Cartoon“, für die er auch als Autor und Co-Regisseur verantwortlich zeichnete. Hier entwickelte er seine ersten Zeichentrickfilme. 1971 schuf von Bülow dann den Zeichentrick-Hund „Wum“ für die „Aktion Sorgenkind“ (Heute: „Aktion Mensch“) in der ZDF-Show „Drei mal neun“, dem er auch seine Stimme schenkte.
Wer "Wum" singen hören möchte: Bitte hier klicken!
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