Ich mag Akitas nicht. Nicht, dass ich etwas gegen sie hätte, aber ich kann mit dieser Rasse einfach nichts anfangen, da kann die so königlich sein wie sie will. Wer einen Hund möchte, der gefallen will, sollte sich einen Collie zulegen, bemerkt Prof. Wilsons geheimnisvoller japanischer Freund im Hundefilm „Hachiko“ leicht abfällig. Ich mag Collies, und für meinen Geschmack könnte Lupold mir viel öfter gefallen wollen.

Daher stand für mich außer Frage, dass ich staubtrockenen Auges aus dem Kinosaal kommen würde. Eigentlich wollte ich „Hachiko“ mehr aus rein wissenschaftlichem Interesse sehen – wie würde man die alte japanische Geschichte nach Amerika verlegt bekommen? Völlig cool nahm ich, mit Popcorn und Cola und ohne Taschentücher, im Kinosessel Platz.
Das erste Brennen in den Augen stellte sich ein, als Hachiko dem Professor den jahrelang verschmähten Ball zum Bahnhof nach trug und offensichtlich war, dass er seinen Herrn nie mehr wieder sehen würde. Das erste Taschentuch kam zum Einsatz, als Hachiko sich auf eigene Faust zum Bahnhof aufmachte, um auf seinen toten Herrn zu warten.
Wäre Hachiko ein Collie gewesen, hätte man mich aus dem Saal tragen müssen
Als Hachiko seine neue Heimat am Bahnhof fand, lagen bereits drei vollgerotzte Taschentücher in meinem Schoß, und als der alte, arthrosegeplagte Hachiko sich zu seinem Stammplatz am Bahnhof schleppte, um auf seinen seit neun Jahren verstorbenen Herrn zu warten, dankte ich allen Filmgöttern, dass Hachiko ein Akita Inu war. Wäre er ein Collie gewesen, hätte man mich an dieser Stelle aus dem Saal tragen müssen.
Vom Rest des Films - die glückliche Wiedervereinigung des entschlafenen Hachikos mit seinem Herrn und der Enkel des Professors mit seinem Welpen - bekam ich nur noch sehr verschwommene Bilder mit. Eines weiß ich jetzt schon: Sollten sie jemals Lassie neu verfilmen, bekommen mich keine zehn Akitas ins Kino! (je)
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