Endlich ist der Weihnachtsstress für Lupold und mich vorüber! Fernab jeglicher Zivilisation steht die alte Jagdhütte, inmitten schneebedeckter Täler und Wälder. Romantischer geht’s kaum, dachten wir uns, schlossen die Tür auf – und hörten beide zeitgleich ein unheilverkündentes Plätschern aus dem Badezimmer...

Ebenso zeitgleich stürzten wir ins Bad. Ich kreischte, Lupold freute sich und planschte - auf dem Badezimmerboden. Unser Feriendomizil meldete Land unter und begrüßte uns mit WC-Spülungen on the rocks, munteren Springbrunnen aus aufgeplatzten Rohren und einem kaputten Durchlauferhitzer, der den Stromkreislauf mal eben lahmlegte.
Todesmutig stieg ich also hinab in die Katakomben, um dort durch das kniehohe, müffelnde Wasser zu waten und den rettenden Haupthahn abzudrehen. Lupold freute sich abermals über den Badespaß und wollte mit – roch ja auch so spannend da unten!
Mäusewasser und Duschaskese
Das im Keller geschöpfte Mäusewasser – so getauft wegen diverser umherschwimmender lebloser Nagetiere – fand Lupold überaus schmackhaft, auch wenn es eigentlich nur die Toilettenspülung ersetzen sollte.
Zugegeben, Hüttenzauber hatte ich mir etwas anders vorgestellt: Schnee, gerne – aber nicht in Kochtöpfen auf dem Herd! Stundenlanges Telefonieren – na gut, aber nicht mit muffeligen Versicherungsagenten, die gerade einen garantiert trockeneren Urlaub verbringen als ich!




Endlich wieder fliessendes Wasser!
Lupold dagegen ist völlig resistent gegen Stress und Ekel und fand mich auch an Tag 3 ohne Dusche noch so toll wie immer – vielleicht sogar noch ein wenig toller. Glücklicherweise haben wir jetzt wieder fliessendes Wasser – eiskalt, aber fliessend! Vorbei also mit der Duschaskese und dem Mäusewasser – was Lupold, da bin ich sicher, ziemlich bedauert. (je)
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