Für Hunde mit Lassie-Komplex sind die Zeiten schwer. Heutzutage fällt ja einfach kaum noch jemand in einen Brunnen, den man retten kann. Lupold hat die Lösung: Er bringt sich einfach selbst in Schwierigkeiten. So kann er als Retter tätig werden, so oft und so viel er will!

Der Ernzener Felsenweiher ist ein versunkener Ort. Aus einer natürlichen Quelle in den Sandsteinfelsen wurde hier vor 150 Jahren ein Thermalbad mit vielen kleinen Leitungen, Becken und Grotten angelegt – und dann vergessen. Doch die schmalen kleinen Stege führen heute noch über den See. Die verlassene Sehenswürdigkeit ist nicht nur Hunde-Wellness pur, fand Lupold, sondern vor allem - Action!
Während ich mich also vorsichtig, Zehe für Zehe, über die herbstlich rutschigen Treppen und Stege tastete, raste Lupold wie ein tollkühner Derwisch die Anlage rauf und runter. Rutschte er weg, strauchelte und lag mit dem Po bereits halb im Wasser, war das ein guter Grund, danach noch einen Zahn zu zu legen.
Lupold im Brunnen: Läuft die Kamera auch?
Das ganze endete, wo es enden musste: Lupold sauste jauchzend auf ein tiefes, leeres Steinbecken – mit steilen, glatten Wänden – zu, bremste fröhlich bellend - und viel zu spät - ab und segelte mit einem dumpfen „Plumps!“ hinein.
Dort saß er nun und kostete die Situation sichtlich aus: Ein Loch! Ein Brunnen! Und so tief! Hier würde er zweifellos nie mehr wieder hinaus kommen und jämmerlich verhungern! Läuft die Kamera auch? Macht Frauchen wenigstens Fotos?
Unsere Versuche, ihn aus dem Loch zu heben, waren natürlich unter seiner Würde. Um dem Lassie-Gen gerecht zu werden, musste es schon eine spektakulärere Aktion sein. So nahm er Anlauf, sammelte sich, schoss los und die steile Wand hinauf -
- verpasste den schmalen Steg nur ganz knapp und landete ein Stockwerk tiefer im See. Platsch!Welch glücklicher, filmreifer Tag! (je)
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