Stadthunde-Blog 22.02.2010

Kein Haus, kein Boot – aber Hunde!

 

Eine der dunkelsten Stunden jeder Vertreterin des weiblichen Geschlechts ist sicherlich der zweite 29. Geburtstag. Frau blickt zurück und fragt sich: wie zum Henker konnte es soweit kommen? Glücklicherweise zeigte Lupolds Freundin Lily sich solidarisch und half mir aus dem Tief.

 

30 Jahre! Oh verdammt! Und kein Haus, nur einen klapprigen blöden Opel, kein Boot, kein Pferd und schon gar keine Pferdepflegerinnen. Immer wieder ertappte ich mich in den düsteren Tagen vor meinem Geburtstag dabei, neidisch auf Freundinnen zu schielen: Die hatten es immerhin zu Haus, Kind und Ehemann gebracht. Und ich? Ich habe Hunde – na, glückwunsch!

 

Überzeugt davon, am Morgen des unsäglichen Tages mit Krähenfüßen, Cellulite und Hängebrüsten aufzuwachen, riss mich am Abend vorher etwas aus meinen Geburtstagsdepressionen: Lily, Lupolds Collie-Freundin, lief plötzlich nur noch auf drei Beinen.

 

Lily blickte uns aus vertrauensvollen Igeläuglein an

 

Aus schmerzerfüllten Hunde-Augen blickte sie zu mir auf, als wolle sie sagen: ich weiß, Du bist gerade enorm damit beschäftigt, in Selbstmitleid zu versinken – aber ich habe hier gerade ein Problem. Tag X verbrachte ich also weder damit, mich sinnlos zu betrinken, noch, wie ursprünglich geplant, im Zoom-Erlebnispark in Gelsenkirchen – hier sollte die spektakuläre Asia-Erlebniswelt eröffnen -  sondern beim Tierarzt.

 

Gemeinschaftlich hielten das beste Herrchen von allen und ich die tapfere Lily fest, damit sie untersucht und geröntgt werden konnte. Ganz wacker lag sie auf dem Behandlungstisch und blickte uns vertrauensvoll aus ihren Igeläuglein an. Und irgendwie kam mir die Erkenntnis: Ich habe Hunde – und das ist eigentlich verdammt gut so.

 

Treu wartete der klapprige Opel vor der Tür

 

Die Tierärzte fanden nichts. Treu wartete mein klappriger Opel vor der Tür, als wir die Tierklinik endlich verließen. Später erfuhr ich, dass die Asia-Erlebniswelt im Zoom ohnehin erst im März eröffnet. Die befürchteten körperlichen Spontan-Veränderungen konnte ich auch nicht feststellen. Alles in allem habe ich Tag X also gut überstanden. Und das habe ich Lily zu verdanken, die ihre Lahmheit exzellent geschauspielert hat – danke, Mädchen, für deine weibliche Solidarität! (je)

 

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