In Düsseldorf ist es schön. Ich bin so froh, in Düsseldorf wohnen zu dürfen. Die Stadt Düsseldorf nimmt die Sorgen ihrer Bürger nämlich ernst. „Bürger“ wird dabei natürlich als „Menschen ohne Hunde“ definiert.
Pünktlich zu Beginn der warmen Jahreszeit hat die Stadt Düsseldorf deshalb die Kontrollen von Hundehaltern in öffentlichen Anlagen verstärkt. Der Grund: Die Bürger der Stadt Düsseldorf fühlen sich im Sommer besonders durch Hunde belästigt.
Die Lösung: Heldenhaft stellen sich jeweils drei bis vier stattliche Ordnungshüter einem einzelnen Hundehalter in den Weg, ahnden Fehlverhalten wie Laufenlassen ohne Leine oder das Nicht-Entfernen eines Häufleins mit völlig gerechtfertigten 100 bzw. 75 Euro. Ich bin wirklich dankbar, dass die Stadt Düsseldorf uns Hundehalter erhellt und den rechten Weg weist.
Hundehalter beschweren sich über Vorgehensweise
Insbesondere Rentner, die ihren Hund spazieren führen, sind sicherlich ebenfalls schrecklich dankbar, wenn direkt eine ganze Traube der Ordnungshüter sie mit düsterer Miene angehen. Sichtlich unangenehm ist ihnen nur, dass ihre Hunde – die unverständigen Wesen! – nicht so dankbar sind, sondern Angst zeigen, weglaufen wollen oder die strahlenden Helden der Düsseldorfer Ordnung gar anbellen. Zweifellos waren es auch nur ein paar Abtrünnige, die sich bei den Tageszeitungen über das angeblich rüde Vorgehen der Ordnungshüter beschwert haben.
Dabei sollten wir Hundehalter in Düsseldorf doch wirklich dankbar sein, wie uns auch die Stadt Düsseldorf immer wieder mit väterlicher Nachsicht klar zu machen versucht. Immerhin dürfen unsere unwürdigen Hundehalterfüße nicht nur denselben Wald betreten, in dem sich auch Radfahrer, Rentner, Jogger und Familien mit Kindern aufhalten. Nein, wir dürfen sogar 32 eigens ausgewiesene Hundefreilaufflächen nutzen!



Hundefreilaufflächen – einige sind sogar fast nutzbar
Einige davon sind sogar durchaus größer als eine Telefonzelle, und manche bieten sogar genügend saubere Fläche, dass der Hund mit ein wenig Glück ohne größere Schnittverletzungen durch Scherben davon kommt – so lange er darauf achtet, wo er seine Pfoten hinsetzt, natürlich. Und nicht alle der 32 Auslaufflächen sind wegen umher liegender Fixernadeln oder hochgiftiger Bepflanzung völlig unbrauchbar!
Um eine dieser eingezäunten Sternstunden der modernen und artgerechten Hundehaltung nutzen zu können, sollte doch jeder Hundehalter - insbesondere auch die älteren! - einen strammen Fußmarsch von einer Stunde und mehr mit Freuden in Kauf nehmen. Da hat die wohlmeinende Stadt Düsseldorf völlig Recht: Wir brauchen nicht mehr Hundewiesen! Die gesundheitlichen Vorteile von körperlicher Ertüchtigung durch Gewaltmärsche mit Hund in der City werden einfach völlig unterschätzt.
Ich bin so froh, in Düsseldorf wohnen zu dürfen! Ich freue mich über jede Hundesteuer, die ich der Stadt überweisen darf, entferne jedes Häuflein mit einem glücklichen Lachen und mache die Leine nicht einmal zum Schlafengehen ab. Danke, Düsseldorf! (je)
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Diese hier geschilderten Probleme kenne ich zu gut aus Berlin! Das Ordnungsamt ist oft ziemlich unfreundlich, tägliche abendliche Spielrunden in Parks werden von aufmerksamen Mitbürgern \"denunziert\", Berlins größte Hundeauslauffläche- der Grunewaldsee wird Stück für Stück vom Förster eingezäunt, um die armen Bäume etc zu schützen und das Ufer des Sees vor Versandung durch Hundepfoten zu sichern... Schon schlimm, wir Hundehalter!