Stadthunde-Blog 01.03.2010

Lupold als Papa?

Unser Redaktionshund Lupold ist ein echter Kerl. In unanständigen Posen herumlümmeln, lautstark Gase entweichen lassen und sich exzessiv an den unmöglichsten Körperstellen kratzen – Testosteron pur. Jetzt ist das Klischee perfekt: Lupold hat eine echte Neurose vor Babies entwickelt!

 

Zunächst fand Lupold die kleine 'Kira', einen herzerweichenden Welpen von acht Wochen, ja fast niedlich. Kira ist nicht nur eine entfernte Cousine von Lupold, sondern auch der neue Vierbeiner von Herrchens Eltern. Ein wenig ratlos sah der große Lupold dem winzigen Bündel dabei zu, wie es durch das Wohnzimmer tapste, dann schnüffelte er zaghaft und ließ ein nachsichtiges Schwanzwedeln folgen. Und ich dachte schon gerührt: Mein Lupold, er wird einmal ein wundervoller Papa!

 

Doch als nach einer ganzen Weile immer noch niemand geklingelt hatte, um das Fellbündel wieder abzuholen, wurde Lupold die Situation zunehmend suspekt. Warum scharten sich auf einmal alle Zweibeiner um das pelzige Bündel, gaben völlig unverständliche gurruturale Laute von sich, piepsten, quietschten und robbten über den Boden? Warum beachtete ihn denn keiner mehr? Und vor allem: warum verschwand dieses kleine Etwas nicht wieder?

 

...

Lupold war in einer Staubwolke verschwunden

 

Irgendwann fiel der kleine Welpe, gerade noch munter umher hopsend, auf die Seite und war sofort in Tiefschlaf gefallen. Für Lupold näherte sich der traumatische Augenblick. Er nutzte die Gelegenheit, das fremdartige Etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Hinterbeine fest auf den Boden gestemmt, tastete der stattliche Rüde sich mit dem Vorderkörper langsam an das schnarchende Fellknäuel heran, machte sich wie eine bepelzte Ziehharmonika länger und länger und schnupperte zaghaft an den winzigen, rosafarbenen Pfötchen.

 

Da geschah es! Das Welpchen zuckte im Schlaf mit einem Füßchen. Und Lupold, von unaussprechlichem Grauen erfasst, war in einer Staubwolke verschwunden, nahm die langen Beine in die Hand und ward nicht mehr gesehen. Für den Rest des Tages machte er einen riesigen Boden um den kleinen Welpen und warf ihm Blicke zu, als handele es sich um eine giftige Natter. Das war's dann wohl mit dem wundervollen Papa. (je)

 

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