Samojede und Afghane siegten

Kynologische Highlights, Hundesport vom Feinsten, 400 Rassekatzen, Vorträge, Demos und ganz viel Unterhaltsames. Die zweite Auflage der Hund & Katz bot wieder ein volles Programm. Und die Besucher genossen es.

Dortmund ist ein wichtiger Standort für Hundeausstellungen in Deutschland. „Das beweist unter anderem die erfreuliche Meldezahl von rund 500 Hunden mehr als im letzten Jahr und dem regen Zuspruch aus dem Ausland“, freut sich VDH-Hauptgeschäftsführer Leif Kopernik. Hier gab es folglich keine Überzeugungsarbeit zu leisten. Was die Besucher anging schon, denn einige scheuten aufgrund des BVB-Heimspiels und den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen den Weg zur Westfalenhalle. „Das bescherte uns einen Besucherrückgang von rund 2.000 Personen. Insgesamt kamen 45.000“, erläutert Kopernik.

Sicherheits-Problem

Doch das fiel ansonsten vermutlich kaum jemandem auf, denn die Hallen und Gänge waren voll. Allerdings zum Teil aufgrund eines bedenklichen Trends. „Die zunehmende Tendenz, dass Aussteller mit einem umfangreichen Equipment anreisen, führt zu Engpässen in den Hallen und verstellt Ausstellern und Besuchern die Sicht auf die Bewertungsringe. Hier werden wir in Zukunft aus sicherheitstechnischen Gründen reagieren müssen“, stellt der Hauptgeschäftsführer in Aussicht. Es müssen größere Aufenthaltsbereiche für die Aussteller in den einzelnen Hallen geschaffen werden, um die Ringe wieder frei zugänglich zu machen.

400 Rassekatzen

Ansonsten lief jedoch alles rund auf der Hund & Katz. Die positive Atmosphäre gefiel allen, was die Resonanz von Ausstellern, Industrie und Besuchern spiegelte. Lediglich im Katzenbereich sieht Kopernik Nachbesserungsbedarf. „Insbesondere am Freitag muss das katzenspezifische Programm weiter ausgebaut werden“, überlegt er. Samstag und Sonntag gab es hingegen ausreichend Katzen zu sehen. Immerhin präsentierten sich 400 reinrassige Schönheiten aus aller Welt auf der großen Ausstellung des Family Cat Clubs e.V.. Darüber hinaus gab es für Freunde der schnurrenden Zunft an allen drei Tagen interessante Demos und Vorträge zu den Themen Ernährung, Pflege, Erziehung und Fotografie von Katzen. Besonders starken Zulauf gab es am Stand des Bundesverbands der Groomer e.V. (BvdG), an dem die Düsseldorfer Top Groomerin Claudia Franke und Team Tipps zur Katzen- und Hundepflege gaben. Gegen eine Spende, die dann der Vita e.V. Assistenzhunde überreicht wurde, konnten Besucher vor Ort ihre Hunde stylen lassen. Zahlreiche gut sortierte Industriestände boten alles für das Herz des Wohnungstigers: von der schillernden Pfauenfeder über den deckenhohen Kratzbaum bis hin zum interaktiven Hightech-Spielzeug.

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Alles für den Hund

Im Hundebereich bot sich den Besuchern ein pralles Programm. Viel positive Resonanz gab es auf das Blitz-Seminar „Alleine bleiben – Trennungsangst vermeiden“, das Hundetrainerin Sabine Wolff abhielt. Sommerliche Freuden kamen im Outdoor-Bereich beim Dog Diving auf und wieder standen wasserfreudige Hunde Schlange, um sich in die Fluten zu stürzen. Für einige von ihnen war es übrigens mehr als reiner Freizeitspaß. Die Hund & Katz war nämlich auch der Auftakt zur Purina Pro Plan Dog Diving Turnierserie, die im Juni in Erfurt, im August in Ludwigshafen und in Leipzig fortgesetzt wird. Das große Finale des spannenden Wettkampfs wird vom 16. bis 18. Oktober im Rahmen des 10. Jubiläums der Hund & Pferd stattfinden.

Forum für Newcomer und Profis

Wie innovativ Hunde und ihre Besitzer sind, zeigte sich an vielen Stellen der Hund & Katz. Zum Beispiel bei der Trick Dog Challenge, bei der es um pfiffige Kunststücke ging und beim Dog Dance, das dieses Mal wieder viel versprechenden Newcomern ein Forum bot. Gut aufgepasst wurde beim kostenlosen Erste Hilfe-Kurs und auch die Vorträge und Demos zum Thema Körpersprache für Hundehalter kamen bestens an beim anspruchsvollen Dortmunder Publikum. Die kostenlosen Gesundheits- und Zahnchecks gehören fest zum Angebot und werden intensiv genutzt.

Neuer Wettbewerb

Ein Novum war der Senior Handling Wettbewerb. Das Angebot galt für Erwachsene und es ging darum, gutes Handling zu führen. Der Wettbewerb, in dem sich zwei Altersklassen präsentierten (18 bis 39 Jahre und über 40 Jahre) wurde gut angenommen und von vielen Besuchern interessiert verfolgt.

Promis

Und da sich das Who is Who der Hunde- und Katzenszene auf der Hund & Katz trifft, konnte auch prominenter Besuch verzeichnet werden. Der deutsche Schauspieler und Musiker Oli P., der sich sehr engagiert für den bewussteren Umgang mit Tieren stark machte und von ganz persönlichen Erfahrungen mit seinen Hunden berichtete. Im Katzenbereich bot er eine Deutschlandpremiere: Die erste Live Barf-Show für Katzen. Die Samtpfoten haben es sich jedenfalls schmecken lassen.

Sport & Unterhaltung

Abgesehen von den fast 10.000 Rassehunden aus 250 verschiedenen Rassen gab es die spannenden Qualifikationsläufe für die Agility-Weltmeisterschaft zu sehen. Claudia Neumanns unvergleichliche Filmpfoten bezauberten das Publikum mit charmanten Tricks. Das achtbeinige Showtrio Cato & Felicitas ernteten begeisterten Applaus. Wie auch die Dog Dancing Vize-Europameisterin Vanda Gregorová mit ihrer einfallsreichen Choreografie.

And the winner is

Nach abwechslungsreichen und spannenden Tagen standen dann auch endlich sie fest: die schönsten Hunde der Ausstellung – die Best in Show-Sieger.
Beim Best in Show der VDH-Europasieger-Ausstellung siegte der Samojede Cabaka’s Kiss The Rain aus Dänemark. Die Internationale Ausstellung führte der aus Deutschland stammende Afghanische Windhund Agha Djari’s Blue Steel an.

Der Samojede mit dem Wow-Effekt

„Me, me, me“ – „Ich, ich, ich“ – diese Aufmerksamkeit heischende Eigenschaft, sei schon im zarten Alter von nur sechs Wochen Billies herausragendes Merkmal gewesen. Das beteuert zumindest seine Besitzerin Nana Qvist. Und sie muss es wissen. Hinter dem kumpelhaften Rufnamen Billie verbirgt sich erneut ein aktueller Best in Show-Sieger: Cabaka’s Kiss the Rain, ein herausragender Samojede mit Top Optik und einem einnehmenden Wesen.
„Dass Billie ein ganz besonderer Hund ist, bemerkte seine Züchterin, die Dänin Gitte Morell,  schon in den ersten Lebenswochen. Sie mochte ihn ausgesprochen gerne, konnte allerdings nicht wirklich voraussagen, was einmal aus diesem Hund werden würde“, berichtet Nana Qvist. Seine Ausstellungsqualitäten zeichneten sich jedoch tatsächlich schon ausgesprochen früh ab. Und dass sich diese Tendenz fortsetzen sollte, beweist ein wahrer Titelregen. Aktuell der BIS-Sieg in Dortmund.

Der X-Faktor

Das Geheimnis des Erfolgs? Für Nana Qvist sollte ein erfolgreicher Ausstellungshund einfach einen „X-Faktor“ haben. „Und er muss Freude daran haben, mit seinem Handler zu arbeiten“, fügt sie hinzu. Ihr Trainingstipp: Erwünschtes Verhalten immer ausgiebig belohnen und unerwünschte Verhaltensweisen einfach ignorieren. In Dänemark gibt es auf den Ausstellungen Baby-Klassen für Hunde ab drei Monaten. In diesen stellt Nana Qvist ihre Hunde gerne vor. Das Training hierfür beginnt im Alter von acht Wochen. „Wir haben dabei ganz viel Spaß, trainieren, groomen und machen kleine Übungen“, berichtet die Dänin. Die Zeit zwischen den Ausstellungen erfordert viel Disziplin, doch auf den Ausstellungen wird man dafür belohnt. „Mein Mann sagt immer: Menschen, die sich vorbereiten, sind in der Regel glücklicher. Daran erinnere ich mich immer, wenn es anstrengend wird“, lacht Nana Qvist.

Traum Afghane

Der zweite BIS-Sieger der Hund & Katz, Agha Djari’s Blue Steel, im Besitz von Dr. Karin und Dr. Lothar Hessling aus Bocholt, zog ebenfalls begeisterte Blicke auf sich. Agha Djari’s Blue Steel überzeugte mit seiner anatomischen Qualität, die den Rasse- und den Geschlechtstyp wie gewünscht widerspiegelt. Die Winkelungen, Knochenstärke und Brust gefielen, ebenso die Proportionen, das exzellente Gangwerk und die von auffallend hoher Motivation geprägte Selbstpräsentation und Kondition.

Und so ging die Hund & Katz nach drei Tagen mit vielen kynologischen Highlights zu Ende. Aussteller und Besucher reisten erschöpft und zufrieden nach Hause. Vom 6. bis 8. Mai nächsten Jahren öffnen sich die Pforten der Dortmunder Westfalenhallen dann für die dritte Auflage.

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