Hund von Polizei überfahren - absichtlich!

Hund irrte auf Autobahn umher

 

Hundehalter in ganz Deutschland sind schockiert – und fühlen mit der 65jährigen Heidi Schwark. Deren Australian Shepherd „Rooby“ wurde von einem Polizeiauto überfahren und getötet – und der Polizist am Steuer zielte ganz bewusst auf den Hund.

 

05.Februar, Kiel – Es ist der größte Alptraum jedes Hundebesitzers: Der Hund läuft weg, ist spurlos verschwunden – und zwei Tage später wird man von den Polizeibeamten zu seinem leblosen Körper am Rande der Autobahn geführt. Doch für die Rentnerin Heidi Schwark kam es noch schlimmer – viel schlimmer.

 

In der Silvesternacht erschreckte sich ihr Australian Shepherd „Rooby“ so sehr, dass er kopflos davon stürmte. Die sofort anberaumten Suchaktionen blieben erfolglos. Alle Hoffnung, ihren Vierbeiner gesund und munter wieder zu sehen, schwanden, als sie am 02. Januar einen Anruf der Polizei erhielt: "Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass ihr Hund tot ist." Er war, so erklärten sie, auf die Autobahn A 1 gelangt und dort zwischen Hamburg und Lübeck von einem Auto erfasst worden.

 

Hund von Polizei zur „Verhinderung von Gefahren“ überfahren

 

Erst jetzt erfuhr Heidi Schwark, was wirklich geschah: Niemand anderes als die Polizei selbst hatte Rooby überfahren – und zwar mit voller Absicht! Die Rentnerin erhielt eine Rechnung, in der man sie aufforderte, einen Schaden in Höhe von gut 2500 Euro an einem Polizeiwagen zu begleichen – der durch den Zusammenstoß mit Rooby verursacht worden sei. Der Zusammenstoß, so ging Heidi Schwark auf, war bewusst herbeigeführt worden:

 

"Weil es nicht gelang, das Tier einzufangen oder durch einen gezielten Schuss zu töten, musste der Hund letztlich zur Verhinderung von Gefahren für die anderen Verkehrsteilnehmer mit dem Dienstfahrzeug überfahren werden." hieß es in dem Schreiben.

 

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Hund konnte nicht erschossen werden

 

Ein Schock für die Rentnerin – doch sie wehrt sich. "Um das Geld geht es mir dabei nicht. Das zahlt die Haftpflicht", erklärt sie. Dass Rooby tot ist, sei wahrlich traurig genug. Doch dass sie auf diese Weise von den wahren Geschehnissen erfahren müsse, sei „ganz fürchterlich“. Sie hätte zumindest eine anständige Entschuldigung  - und die Wahrheit – von den Beamten erwartet.

 

Eine Polizeisprecherin erläuterte: „Die Beamten haben über eine Stunde vergeblich versucht, das Tier auf der Fahrbahn einzufangen.“ Es sei auch nicht möglich gewesen, den Hund zu erschießen, ohne Menschen zu gefährden, denn die Autobahn habe nicht vollständig gesperrt werden können. Auch ein erfahrener Jäger hätte den verschreckten Hund in der Nacht nicht einfach treffen können.

 

Tierschützer fragen nun, warum die Autobahn nicht gesperrt werden konnte – sie sei in der Silvesternacht ohnedies kaum befahren gewesen. "Dass der Hund dann absichtlich totgefahren wurde, ist ein unfassbarer Skandal,“ findet Anja Laupichler vom Tierschutzverein Ahrensburg. Georg Ruge, Leiter der zuständigen Autobahnpolizei, sagt dagegen: "Meine Mitarbeiter haben genau richtig gehandelt." Der Dienstwagen werde auch zur Gefahrenabwehr eingesetzt.

 

Dennoch soll jetzt ein etwas einfühlsameres Entschuldigungsschreiben an Heidi Schwark formuliert werden – und der Fall selbst wird geprüft. (je)

 

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