„Herrchentausch" - Empörung über neue Dokusoap

Hunde dürfen nicht für Einschaltquoten instrumentalisiert werden

Die Hundewelt reagiert mit Unverständnis und Empörung auf das angekündigte TV-Format „Herrchentausch“, das ab Februar auf VOX ausgestrahlt werden soll. Auch Stadthunde.com findet: Der Kampf um Einschaltquoten darf nicht auf Kosten der Hunde ausgetragen werden.

Hamburg, 25.01.2013 - „Herrchentausch“ – so soll das neue TV-Format heißen, das ab dem 23. Februar 2013 auf VOX zu sehen sein wird. Das Motto: „Hier prallen Hunde-Welten aufeinander.“ Das Konzept ist klar und durch die Dokusoap „Frauentausch“, die auf RTL II läuft, hinlänglich bekannt.

Anstelle von Frauen tauschen in dem neuen Format Hundebesitzer ihre Rollen und ziehen für eine Woche in eine fremde Familie, um dort die Position des „Rudelführers“ zu übernehmen und den Hund zu betreuen. Es ist anzunehmen, dass durch möglichst gegensätzliche Tauschpartner ein hoher Unterhaltungsfaktor angestrebt werden soll.

Der Sender VOX, der ansonsten für sehr hochwertige tierische Formate wie „hundkatzemaus“ bekannt ist, betont auf seiner Website: „Alle beteiligten Familien lernen in „Herrchentausch“ etwas über sich und ihren Umgang mit ihren Tieren, und, ganz wichtig, kein Hund musste dabei leiden, aber einige haben von den neuen Erfahrungen ihrer Herrchen und Frauchen durchaus profitiert.“ Doch eine Teilnahme an der Dokusoap kann für Hunde eine große psychische Belastung bedeuten.

Hunde werden mit einer plötzlich veränderten Lebenssituation konfrontiert

Während sich im beispielgebenden Format „Frauentausch“ alle Beteiligten aus freier Entscheidung heraus auf das „Experiment“ einlassen, haben die vierbeinigen Kandidaten in „Herrchentausch“ keine Wahl. Hunde brauchen die Sicherheit ihrer bekannten Strukturen. Wird einem Hund für eine Woche seine Bezugsperson entzogen, kann das Stress und Ängste auslösen.

Auch ist es wahrscheinlich, dass ein völlig fremder Mensch, der sich nun um den Hund kümmert, ihn zusätzlich verunsichert. Der Hund sieht sich also mit einer plötzlich stark veränderten Lebenssituation konfrontiert. Er versteht weder den Sinn des Ganzen, noch ist er in der Lage zu begreifen, dass seine Bezugsperson nach Ablauf einer Woche wieder zurückkehren wird.

So ist es kein Wunder, dass die Hundewelt mit Empörung auf das neue TV-Format reagiert. VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz, TASSO e.V. und der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) weisen in einer Presseerklärung ausdrücklich darauf hin, dass Hunde sichere Verhältnisse brauchen und sich nicht als Spielball für Quoteninteressen eignen.

Hundehalter sollten nicht mit den Gefühlen ihres Hundes spielen

„Der Schutz der Tiere hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. TV-Sender sollten dem Rechnung tragen und die Würde und das Wohlbefinden von Tieren nicht der Jagd auf Einschaltquoten unterordnen“, kritisiert Philip McCreight, Leiter von TASSO e. V. „Hundehalter tragen eine hohe Verantwortung für ihre Schützlinge mit deren Gefühlen sie nicht fahrlässig spielen sollten“, sagt VDH-Pressesprecher Udo Kopernik.

Stadthunde.com-Gründer Christian Köhler erklärt: „Man muss sich bewusst machen, dass Mensch und Hund eine einzigartige, jahrtausendelange Koevolution durchlebt haben. Die gegenseitige Verbundenheit ist tief in ihrem Wesen verankert. Hunde bauen ein sehr enges Verhältnis zu ihrem Menschen auf – und das gilt umgekehrt genauso. Wir sollten dieser Symbiose mit Respekt begegnen und achtsam mit ihr umgehen. Wird das psychische Wohl des Hundes für ein Unterhaltungs-Experiment aufs Spiel gesetzt, wird das der besonderen Beziehung zwischen Mensch und Hund auf keinen Fall gerecht.“

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