Britische Forscher: Hunde sind nicht außergewöhnlich schlau

Unsere Hunde sind lernfähig, wissbegierig, einfach intelligente Tiere – oder? Britische Wissenschaftler stimmen dem zu, relativieren aber die Begeisterung für die Intelligenz von Hunden im direkten Vergleich mit anderen Tieren klar.

Foto: Hyalomma marginatum (r.) im Vergleich zum Gemeinen Holzbock. | Bildquelle: IMB / Lidia Chitimia-Dobler

Das Forscherteam der Universität von Exeter verglich die Leistung der Gehirne von Hunden mit drei weiteren Tiergruppen: erstens mit anderen Haustieren, zweitens mit anderen Jägern, die im Rudel jagen, und drittens mit sonstigen Fleischfressern (zu diesen gehören neben Hunden z. B. auch Wölfe, Bären und Löwen). In Kooperation mit der Canterbury Christ Church University stellten die Wissenschaftler fest, dass es in jeder dieser Gruppen durchaus mehrere Tierarten mit den kognitiven Fähigkeiten von Haushunden aufnehmen konnten

Hunde-Intelligenz bisher überschätzt?

Für die Studie nahmen die Forscher mehr als 300 wissenschaftliche Arbeiten über die Intelligenz von Hunden und anderen Tieren unter die Lupe. Ein möglicher Grund für die Überschätzungen darin: Die Autoren der Studien und Arbeiten zur Intelligenz von Tieren würden die Leistungen von Hunden überinterpretieren und deren kognitive Fähigkeiten entsprechend höher einschätzen. Professor Stephen Lea von der Universität von Exeter stellt sehr deutlich fest: „Während unserer Arbeit schien es sehr oft so, als hätten sich viele Studien zur Aufgabe gemacht, zu beweisen, wie klug Hunde sind. Häufig vergleichen Wissenschaftler Hunde mit Schimpansen und jedes Mal, wenn die Hunde ihre Nase vorne haben und gewinnen, trägt dies zu ihrem Ruf als etwas ganz Außergewöhnlichem bei. Wir haben im direkten Vergleich jedoch festgestellt, dass es in jedem einzelnen der dargestellten Fälle durchaus Arten gibt, die die Aufgabe mindestens genauso gut lösen können, wie Hunde.“

Bedürfnisse und Fähigkeiten richtig einschätzen

Im Mittelpunkt der Studie standen dabei Sinneswahrnehmung, physische Wahrnehmung, räumliche Wahrnehmung, die Selbstwahrnehmung der Tiere und die Wahrnehmung von Artgenossen, anderen Tieren und Menschen. Im direkten Vergleich mit den Spezies der oben genannten drei Gruppen sticht die Intelligenz von Hunden nicht als außergewöhnlich hervor, hält auch Dr. Britta Osthaus von der Canterbury Christ Church University fest. Wir tun Hunden ihrer Meinung nach keinen Gefallen, indem wir von ihnen zu viel erwarten: „Hunde sind Hunde und wir müssen ihre Bedürfnisse und tatsächlichen Fähigkeiten in unserem Umgang mit ihnen bedenken.“

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