Die Hunde der US-Präsidenten - Teil 2

Lincoln und Hund Fido teilten ein tragisches Schicksal

 

Die Tradition der First Dogs reicht zurück bis in die Wiege der USA: Der erste Präsident der jungen Staaten, George Washington, hielt während seiner Amtszeit insgesamt sechsunddreißig Foxterrier. Über sie ist nicht viel bekannt - außer, dass ihr Herrchen bei der Namensgebung durchaus kreativ war. Die quicklebendigen Jagdhunde hörten auf Namen wie Drunkard, Mopsey, Taster, Captain, Lady Rover, Vulcan oder Sweetlips. Seine Nachfolger John Adams und später Thomas Jefferson hielten ebenfalls Hunde –  Jefferson hatte von dem französischen General Lafayette zwei Briards geschenkt bekommen. Besonders anrührend ist allerdings die Geschichte des berühmten Abraham Lincoln und seines weniger berühmten Hundes Fido, die ein tragisches Schicksal teilten.

 

Lincoln, der entschiedene Sklavereigegner, blieb seinen Grundsätzen auch bei der Wahl seines Hundes treu und entschied sich für einen Mischling ohne Herkunftsnachweis. Der putzmuntere Vierbeiner begleitete seinen Herrn überall hin; auf Spaziergängen trug er die Zeitung für ihn, beim Barbier beschäftigte er sich hingebungsvoll mit der Jagd auf seine Rute. Als Lincoln ins Weiße Haus zog, ließ er Fido schweren Herzens daheim in Springfield, denn er hielt die Großstadt nicht für den geeigneten Ort für seinen Liebling. Ein Jahr nachdem Abraham Lincoln Opfer des Attentats im Washingtoner Ford Theatre geworden war starb auch Fido auf ähnliche Weise: Der freundliche Mischling wurde auf der Straße von einem alkoholisierten Mann niedergestochen und erlag seinen Verletzungen.

 

John Fitzgerald Kennedy, der viel später ebenfalls einem Attentat zum Opfer fiel, war auch ein großer Hundefreund. Er und seine Familie teilten sich das weiße Haus mit direkt drei Hunden: Welsh Terrier Charlie, Irish Spaniel Shannon und Schäferhund Clipper. Sein Nachfolger Lyndon Baines Johnson erfreute die Weltöffentlichkeit mit einem ganz besonderen Schnappschuss seines Hundes Yuki. Der gewitzte Vierbeiner war dem Präsidenten zugelaufen, und da er immer für ein trickreiches Späßchen zu haben war, mutmaßte man, er käme ursprünglich aus dem Zirkus.

 

Johnson und Hund Yuki sangen ein Ständchen für den Kanzler

 

Beim Staatsbesuch von Ludwig Erhardt soll Yuki dem deutschen Kanzler unerwartet auf den Schoß gehopst sein. Um die wackelnde Stimmung zu retten, beschloss Johnson spontan, ein Kunststückchen zum Besten zu geben und mit Yuki ein Ständchen anzustimmen – wobei er Yuki ausdrücklich darauf hinwies, bitte mit texanischem Akzent zu singen. Ein Foto, das Präsident und Yuki mit in den Kopf gelegten Nacken und munter jodelnd - und Ludwig Erhardt zwischen ungläubiger Faszination und Erschrecken -  zeigt, ging damals um die Welt. Später geriet Johnson allerdings in die Kritik, da er seinem Beagle, Yukis Nachfolger, vor laufender Kamera scherzhaft die Ohren lang zog – was die Amerikaner gar nicht lustig fanden, zumal Johnsons Aktien wegen des Vietnamkriegs ohnehin nicht günstig standen.

 

Franklin D. Roosevelt dagegen wurde von seiner treuen Hündin Fala vor einem politischen Desaster bewahrt. Die kleine Scotch-Terrier Hündin, die Roosevelt einst geschenkt worden war, begleitete ihn auf sämtliche Reisen im In- und Ausland, war auf allen repräsentativen Anlässen vertreten und machte stets Männchen, wenn die Nationalhymne gespielt wurde. Die Terrierdame konnte auch noch eine Menge anderer Tricks, beispielsweise die Lefzen zu einem Lächeln verziehen. Da Roosevelt sie darüber hinaus oftmals in seinen Reden bedachte und sie ständig auf Fotos zu sehen war, war sie bald nicht nur ebenso berühmt wie ihr Herrchen, sondern sogar so beliebt, dass sie eine eigene Sekretärin zur Beantwortung ihrer Fanpost bekam.

 

Ein Marineschiff brachte Roosevelts Hündin Fala zurück

 

Als Roosevelt 1944 wegen Missbrauchs von Steuergeldern in die öffentliche Kritik geriet, rettete Fala ihm den Kragen: Roosevelt bekannte, dass er es nicht bereue, ein Kriegsschiff der Marine ausgesandt zu haben – denn es sollte schnellstmöglich seine geliebte Fala nach Hause bringen, die er versehentlich bei einer Privatreise auf den Aleuten zurückgelassen hatte. Welcher Hundehalter hätte ihm das auch verübeln können?

 

Die Amerikaner verziehen Roosevelt nur zu gern. Nach seinem Tod lebte Fala bei Roosevelts Witwe und soll später neben Roosevelts Grab beigesetzt worden sein. Auf dem Roosevelt-Denkmal in Washington D.C. ist sie lebensgroß neben ihrem Herrchen abgebildet, das ohne Fala irgendwie unvollständig gewirkt hätte. Zeit ihres Lebens trug sie ein Halsband mit der Aufschrift „Fala, the white house“.

 

Hier geht es weiter:

 

Vierbeiner rettet Nixon - Clinton bricht die Tradition

 

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Mehr zum Thema USA und Hunde mit Jobs finden Sie hier: US-Yoga-Trainerin Suzi Teitelmann erklärt DOGA - Greatest American Dog - Hunde im Büro 

Hier geht es zurück zum Lifestyle-Channel