Hunde braucht das Land!

In Deutschland lebt ungefähr jeder achte Einwohner mit einem Hund zusammen, insgesamt macht das knapp 10 Millionen Hundefreunde in unserem Land. Doch wie ist die aktuelle Stimmungslage in Deutschland zum Thema Hund? Ein Hamburger Marktforschungsinstitut hat nachgefragt . . .

 

Warum nur wollen so viele Menschen mit einem Tier zusammenleben, dass ihnen so große Einschränkungen auferlegt? Nicht nur, dass Hundehalter in den letzten Jahren eine sehr negative Presse und damit viele missbilligende Blicke in der Öffentlichkeit ertragen mussten. Gleichzeitig haben sie auch im Alltag ständig um ihren vierbeinigen Freund Sorge zu tragen: Er verschlingt große Futtermengen, muss  regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt werden, täglich mehrmals ausgeführt und beschäftigt und unbedingt in die Urlaubsplanung mit einbezogen werden . . . Fragt man Hundehalter nach ihren Motiven für so viel Aufwand, klingt die Antwort meist sehr einfach: Weil Hunde glücklich machen ! 
Mit dieser schlichten Erkenntnis stehen sie nicht mehr alleine da: Dass Hunde ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft sind, einen positiven Effekt auf die Gesundheit, das soziale Klima in der Stadt und  Menschen mit besonderen Bedürftigkeiten haben, ist mittlerweile in vielen internationalen Studien erforscht und nachgewiesen worden.

 

Auch im hundelosen Teil der Bevölkerung ist das Wissen um die positiven gesellschaftlichen Effekte der Hundehaltung präsent: Nach Erkenntnissen der Marktforscher ist sich die überwiegende Mehrheit der Deutschen darin einig, dass
- das Zusammenleben mit Hund glücklich macht,
- er als ein Familienmitglied anzusehen ist und
- einen festen Platz in unserer Gesellschaft verdient.

 

Auch die Grundeinstellung der Bevölkerungsmehrheit ist von Zuneigung zum Hund geprägt:
- So geben 70 Prozent der Nicht-Hundehalter an, dass die Hunde mögen.
- Hunden werden weiterhin wertvolle positive Eigenschaften zugeschrieben:   Sie seien liebenswert, intelligent und von Natur aus nicht aggressiv; Hunde machten fröhlich und steigerten das Lebensgefühl.
Demgegenüber steht die ständige öffentliche Diskussion über Belästigungen durch Hundekot und Angst vor gefährlichen Hunden. Die Folge: Hundeverordnungen sprießen in allen Bundesländern aus dem Boden, es kommt zu erheblichen Einschränkungen für ein artgerechtes Leben unserer Hunde. Dabei zeigt die Studie einmal mehr, welchen großen Stellenwert Hunde in unser Gesellschaft mittlerweile haben:

 

Hunde helfen

Nicht nur im privaten Bereich, sondern auch als Polizei-, Lawinen-, Blindenführ-, Behindertenbegleit-, Zoll- und Rettungshund kommen sie dort zum Einsatz, wo Technik versagt oder nicht ausreicht.
In Besuchsprogrammen in Altenpflege-, Behinderten- und Kinderheimen geben sie Nähe, in Schulen vermitteln sie das nötige Wissen zum richtigen Umgang mit Artgenossen in der Öffentlichkeit.

 

Hunde als Wirtschaftsfaktor

Über seinen sozialen Wert hinaus ist der Hund heute zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. So sichert Hundehaltung in Deutschland rund 100.000 Arbeitsplätze, die Einnahmen aus der Hundessteuer übersteigen deutlich die durch Hund entstehenden Kosten und nicht zuletzt haben Hunde einen nachgewiesenen positiven Effekt auf die Gesundheit von Menschen: So kann das Gesundheitswesen dank der vierbeinigen Fitmacher jährlich mehr als zwei Mrd. Euro einsparen!

Trotz alledem interessieren sich Politiker wenig bis gar nicht für die Bedürfnisse von Hunden und ihren Menschen. Schlimmer noch: Durch die anhaltende Mobilmachung in den Medien und verschärfte Kontrollen in Parks und Grünanlagen geben 74 % der Hundehalter in Großstädten an, dass sie sich diskriminiert und kriminalisiert fühlen! Zu der gleichen Einschätzung kommen übrigens auch die Nichthundehalter:  43 % von ihnen gaben an, dass Hundehalter zunehmend diskriminert werden.

Trotz dieser schlechten Rahmenbedingungen wollen sich lediglich 16 Prozent der jetzigen Hundehalter wahrscheinlich keinen Hund mehr anschaffen - in erster Linie allerdings aus Altersgründen. Demgegenüber fanden die Hamburger Marktforscher heraus, dass schon jeder vierte Nichthalter heute mit dem Gedanken spielt, sich bald einen Hund anzuschaffen. Das bedeutet: Hunde haben allen negativ-Meldungen zum Trotz ein positives Image und können sich auf eine breite Symptathie – Basis in unserer Gesellschaft stützen!
Hoffen wir, dass Deutsche Politiker diesen Trend endlich erkennen und aufgreifen – für ein glückliches Zusammenleben von Hund und Mensch in der Stadt!

 

 

Quellenangabe: Pedigree Studie 2007. Beck, Alan M.: Animals in the City. In: Katcher, Aaron H./ Beck, Alan M.: New perspectives in Our Lives with Companion Ansimals. Pennsylvania University Press, Philadelphia, 1983, S. 237 – 243. Bergmann, Jörg: Haustiere als kommunikative Ressourcen. In: Soeffner, Hans-Georg (Hg.): Kultur und Alltag (Soziale Welt, Sonderband 6), Schwartz, Göttingen 1988, S. 299 – 312. Blohm, Anne: Tierhaltung in der Stadt. In: Becker, Siegfried/ Bimmer, Andreas C.: Mensch und Tier. Kulturwissenschaftliche Aspekte einer Sozialbeziehung. In: Hessische Blätter für Volks- und Kulturforschung. Bd. 27, Marburg 1991, S. 195 – 201. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Haustierhalter sind seltener krank. Pressemitteilung vom 18.8.2004. Messent, Peter: Social Faciliation of Contact with Other People by Pet Dogs. In: Beck, Alan M./ Katcher, Aaron H. (Hg.): New Perspectives on Our Lives with Companion Animals. Philadelphia 1983, S. 37 – 46. Kitchenham, Kate: Lebensbegleiter Hund. Motive zur Hundehaltung in der Stadt. Universität Hamburg, Fachbereich Volkskunde, 2003.