14. Nov 2007
Urlaubsziel gefunden? Dann stellt sich als Nächstes die Frage nach dem Transportmittel. Bei nahen Reisezielen ist dies zumeist das eigene Auto – in den meisten Fällen ein für den Hund bereits vertrauter Ort. Das erleichtert natürlich die Fahrt, zumal auch genug Platz bleiben sollte, nützliche Ausrüstung – eigener Napf, Spielzeug, Sportutensilien – unterzubringen. Bei Fernreisen fällt die Wahl oft anders aus, hier sind Flugzeug, Bahn oder Schiff oft die schnelleren Alternativen. Eine geringere Reisezeit bedeutet natürlich auch weniger Stress für den treuen Begleiter – zumindest aber reduzieren sich die stressigen Stunden. Egal wie die Wahl letztlich ausfällt, ein paar Besonderheiten gibt es immer zu beachten:
Wie schon gesagt: Die Fahrt im eigenen Auto bringt einige Vorteile mit sich. Ist der Hund an das Vehikel gewöhnt, sollten ihm auch längere Strecken leicht fallen. Ansonsten gilt: Üben! Wer häufiger auf den eigenen vier Rädern zu langen Spaziergängen ausfährt, erzeugt beim besten Freund eine positive Grundeinstellung zum Auto. Bei diesen Touren lässt sich außerdem feststellen, ob beim Hund Reisekrankheiten bestehen. In solchen Fällen kann ein Tierarzt oft mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen.
Alles gut gegangen? Hund und Auto sind wohl vertraut? Dem PKW-Trip steht nun nichts mehr im Wege, und dennoch heißt es weiter: Nicht übertreiben! Längere Etappen sollten nicht in die heißesten Stunden des Tages fallen, und temperaturunabhängig sollte man regelmäßige Pausen einlegen. Ein wenig Auslauf und ein paar kräftige Schlücke aus dem Napf machen es dem Vierbeiner leichter, die Fahrt fortzusetzen. Beachten sollte man auch, dass viele Hunde äußerst empfindlich auf Zugluft reagieren. Weit geöffnete Fenster und zu niedrig eingestellte Klimaanlagen können zu Problemen wie Bindehautentzündungen führen.
Weitere Pausenregeln: In ungewohnter Umgebung reagieren Hunde oft anders als auf vertrautem Terrain. Besonders an Autobahnraststätten sollte man ihnen daher schon vor dem Aussteigen die Leine umlegen. Längere Aufenthalte im parkenden Fahrzeug müssen zudem unbedingt vermieden werden. Dies gilt insbesondere an heißen Tagen, wie sie in Urlaubsländern ja häufiger vorkommen sollten.
Viel diskutiert ist auch das Thema Sicherheit im Wageninneren. Beim Kombi fällt die Wahl oft auf ein stabiles Hundenetz oder –gitter. Das Problem: Bei Urlaubsreisen ist gerade der Kofferraum meist voll beladen, und auch wenn genügend Platz bleibt, können bei Unfällen einzelne lose Gepäckstücke für Verletzungen sorgen. Bleibt die Hinterbank: Hier sind besonders spezielle Transportboxen zu empfehlen, die allerdings einer gewissen Gewöhnung bedürfen. Gleiches gilt für die diversen Gurtsysteme. Fazit: Die sicheren Varianten sollten frühzeitig durchprobiert werden. So kann man feststellen, mit welchem System sich der Hund am wohlsten fühlt. Unsichere Alternativen - wie unangeschnalltes Fahren auf dem Beifahrersitz - fallen ohnehin aus.
Eine Bahnreise ist bequem und geht oft schneller als stauträchtige Urlaubsfahrten mit dem Auto. Hat man allerdings den treuen Begleiter im Gepäck, ist einiges an Planung gefragt. Mit kleinen Hunden fällt das noch etwas leichter: Sie fahren umsonst in dafür vorgesehenen Transporttaschen. Größere Tiere wiederum müssen die Hälfte des vollen Preises zahlen und während der gesamten Tour Leine und Maulkorb tragen. Die Zugtoilette steht den Passagieren mit Fell natürlich nicht zur Verfügung – eine Bahnfahrt sollte daher so geplant werden, dass bei regelmäßigen Aufenthalten Geschäfte erledigt und Auslauf genossen werden kann.
Was aber, wenn längere Strecken mit der Bahn zurückgelegt werden sollen? Hier empfiehlt sich – übrigens als einzige Möglichkeit bei dieser Reiseform – die Anmietung eines kompletten Schlafabteils. So kann der Kontakt auf vertraute Personen beschränkt werden. Gerade Übernachtfahrten sollten die meisten Hunde ohne große Probleme durchstehen.
Generell gilt: Hauptreise- und Hauptverkehrszeiten meiden! Volle Bahnsteige und überfüllte Großraumwagen machen noch den ruhigsten Vierbeiner nervös. Besser sind ruhigere Trips in leereren Abteilen. Zugegeben, dies lässt sich nicht immer vorhersagen – auf Anfrage erhält man bei der Bahn aber Informationen über Zugauslastungen sowie weitere Empfehlungen für die Bahnreise mit Hund.
Nicht wenige Menschen werden es nachempfinden können: Eine Flugreise bedeutet großen Stress für den Vierbeiner. Nach Möglichkeit sollte man diese Reiseform – insbesondere bei Kurztrips – daher von vornherein ausschließen. Im Fall der Fälle gilt: Kleinere Hunde – hier schwanken die Gewichts-Richtlinien der Airlines zwischen fünf und zehn Kilo – dürfen in speziellen Transportbehältern im Innenraum mitfliegen. Die Boxen müssen unter dem Vordersitz positionierbar sein, ansonsten kommen weitere Kosten hinzu, da der Nachbarsitz mitgebucht werden muss. Weiterer Stressfaktor: Spaziergänge während des Fluges sind nicht erlaubt.
Für die großen Jungs kommt es noch dicker: Getrennt von ihren Vertrauensmenschen müssen sie in passenden Transportboxen im Frachtraum „reisen“. In dieser fremden Umgebung, beschallt von ungewohnten Geräuschen, entsteht nicht selten Angst – stressig ist es in jedem Fall. Übrigens auch für die besorgten Halter, die während der Be- und Entladung nicht beeinflussen können, wie die treuen Begleiter behandelt werden.
Generell sollte der Daumen beim Flugzeug für reisewillige Hundebesitzer also nach unten zeigen. Ist ein Flug aber unumgänglich, kann es ratsam sein, beim Tierarzt nach leichten Beruhigungsmitteln zu fragen und weitere Tipps für den konkreten Reiseablauf einzuholen.
Berühmte Hunde, die zur See fuhren, gibt es so einige – eine generelle Abneigung gegenüber Schiffstouren kann man bei unseren treuen Freunden also nicht feststellen. Die „Bootsmänner“ unter den Vierbeinern sind wohl sogar in der Überzahl, dennoch sollte man die Seetauglichkeit jeweils auf kurzen Ausflugtouren erproben. Die Bestimmungen zur Mitnahme an Bord sind bei Schiffsreisen so unterschiedlich, dass sie unbedingt im Vorfeld einer Seeweg-Reise erfragt werden sollten. Die Palette reicht hier vom freien Transport auf speziellen Hundedecks über die Kasernierung in bootseigenen Zwingern bis zum völligen Hundeverbot. Sollte der eigene Vierbeiner keine „Landratte“ sein, heißt es dennoch: Weniger ist mehr! Von längeren Schiffsreisen – etwa auf Kreuzfahrtdampfern – sollte daher abgesehen werden.