Interview mit Suzi Teitelman

Suzi Teitelman hat DOGA in die Hundewelt gebracht. Heute steht sie uns Rede und Antwort

Der Begriff DOGA ist eine Mixtur der Worte Hund und Yoga. Und so verhält es sich auch mit der Sportart. Sie soll Mensch und Hund näher zusammenführen und einen positiven Einfluss auf die Gesundheit von Zwei- und Vierbeiner haben. Wie Suzi Teitelman auf die Idee gekommen ist, Yoga mit Hunden zu betreiben, lesen Sie im nachfolgenden Interview.

 

 

Stadthunde.com: Sie lehren seit Jahren Yoga. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Yoga auch für Hunde anzubieten?

 

Suzi Teitelman: DOGA ist auf ganz natürlichem Wege entstanden. Ich verbrachte einfach sehr viel Zeit auf meiner Yogamatte zuhause und habe auch bei Privatpersonen Unterricht gegeben, die Hunde hielten. Die Hunde wirkten oft sehr interessiert und ich fing an, Sie mit auf meine Matte zu nehmen und verschiedene Posen zusammen mit den Vierbeinern auszuprobieren. Das passierte einfach so – ohne festen Plan. Als ich dann später „Director of Yoga for Crunch Fitness“ wurde, habe ich DOGA einfach als Kurs mit auf den Stundenplan gesetzt. Und es hat funktioniert! Die ersten Mensch-Hund-Teams schrieben sich ein.

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Stadthunde.com: Hinter der Idee des DOGA steckt ja nicht nur die Bewegung für Hunde, sondern auch der Gedanke, dass sich Hund und Halter näher kommen. Wie ist Ihre Erfahrung? Empfinden alle Hunde diese steigende Nähe als angenehm? Wie ist es mit Hunden aus dem Tierheim, die in Ihrer Jugend schlechte Erfahrungen gemacht haben?

 

Suzi Teitelman: DOGA ist auf jeden Fall mehr als nur Bewegung für Hunde. Die Beziehung zwischen meinem Hund und mir ist durch DOGA viel enger geworden. Ich denke, dass jeder der DOGA einmal ausprobiert, großartige Erfahrungen in Bezug auf die Nähe und Liebe zu seinem Haustier machen wird. Auch wenn der Hund in seiner Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist das kein Hindernis. Wenn man genügend Geduld aufbringt, kann man es mit Meditation, Haltungsübungen, Massagen und viel Liebe weit mit dem Vierbeiner bringen. 

 

Stadthunde.com: Ist DOGA auch für Leute geeignet, die in erster Linie an Yoga interessiert sind? Oder sind die Übungen eher auf den Hund zugeschnitten?

 

Suzi Teitelman: Jeder kann DOGA-Kurse besuchen, auch wenn er vorher noch kein Yoga gemacht hat. Es ist aber eine gute Sache einen DOGA-Kurs zu besuchen, um mehr darüber zu erfahren und es anschließend auch zuhause praktizieren zu können. Es gibt für jede Hunderasse verschiedene Ausführungen jeder Pose. DOGA kann man also mit jedem Vierbeiner betreiben - man muss nur die geeigneten Übungen finden.

 

Stadthunde.com: Man sagt, Hunde haben eine natürliche Veranlagung zum Yoga. Würden Sie dem zustimmen? Und wie macht sich diese Veranlagung bemerkbar?

 

Suzi Teitelman: Ja, meiner Meinung nach haben Hunde von Natur aus ein ruhiges und freies Wesen. Sie strecken sich gerne und leben immer in der Gegenwart. Für mich führen Vierbeiner das perfekte „Hundeleben“. Sie sind sorgenfrei und liebevoll, sind relaxed und lassen sich nur selten aus der Ruhe bringen. Die Dogis machen ihre Übungen jeden Tag - mit oder ohne uns. Ja, man kann definitiv behaupten: Sie haben diese natürliche Veranlagung.

 

Stadthunde.com: Es gibt verschiedene Yoga-Richtungen, so z.B. den körperbetonten Hatha-Yoga und den meditativ ausgerichteten Yantra-Yoga. Welche Yoga-Richtung wird beim DOGA angewendet?

 

Suzi Teitelman: DOGA basiert auf Hatha-Yoga. Ich lehre es in einer sehr ähnlichen Weise, wie ich es im „Lotus Yoga Center“ in New York gelernt habe: eine sehr energiereiche, freie und fließende Form des Hatha.

 

Stadthunde.com: Yoga kann viele gute Einflüsse auf den Körper nehmen, so können z.B. Durchblutungsstörungen, nervöse Beschwerden oder Rückenschmerzen gelindert werden. Kann DOGA auch auf die Gesundheit von Hund und Halter wirken?

 

Suzi Teitelman: Ja unbedingt sogar. Massagen, Stretch-Übungen, Drehungen - das sind Wohltaten für den Körper. Da gibt es keine Unterschiede zwischen Vier- und Zweibeiner.Ein Beispiel: Ich hatte eine Cocker-Spaniel-Hündin, die an Krebs erkrankte und nur noch unter Schmerzen laufen konnte. Ich habe ein paar Übungen mit Ihr gemacht und gemerkt, wie die Berührungen und das Dehnen ihr geholfen haben, sich noch einmal besser zu fühlen, bevor sie starb.

 

Stadthunde.com: Sie machen seit mehreren Jahren DOGA mit Cocker Spaniel Coali. Welche Veränderungen haben Sie seit dem bei Ihrem Hund feststellen können?

 

Suzi Teitelman: In erster Linie ein immer stärker werdendes Gefühl von Vertrauen und Liebe. Ich schaue mit Freude zu, wie er mit der Zeit immer besser wird. Und es freut mich noch mehr, dass er noch immer Spaß am DOGA hat, obwohl er mittlerweile schon sieben Jahre alt ist. Ich kann kaum glauben, dass er DOGA jetzt schon seit so langer Zeit betreibt. Coali ist beweglicher, dehnbarer und zutraulicher mir gegenüber geworden. Auch die Meditationen werden immer tiefer. Er ist einfach ein sehr aufgeweckter Hund.

 

Stadthunde.com: Gibt es bestimmte Hunderassen, die besonders gut bzw. gar nicht für DOGA geeignet sind? 

 

Suzi Teitelman: Nein, absolut nicht! DOGA kann mit jedem Hund praktiziert werden. Es gibt Übungen, die jeder Vierbeiner machen kann. Auch wenn es nur einfaches Hinlegen, Abrubbbeln und Liebhaben ist.

 

Stadthunde.com: In den USA ist DOGA zum absoluten Trend geworden und auch hier in Europa greift DOGA immer mehr um sich. Haben Sie auch schon Prominente mit Ihren Hunden unterrichtet?

 

Suzi Teitelman: Naja… Coali und ich waren in der Regis und Kelly-Talkshow. Auch Al Roker (moderiert das Wetter bei der NBC Today Show – d.Red.) hat für eine neue Nachrichtensendung schon Kurse bei mir besucht. Und ich freue mich wahnsinnig, dass DOGA mittlerweile international bekannt ist!

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Stadthunde.com: Wie sehen Sie die Zukunft des DOGA? Werden sich, wie beim Yoga, verschiedene Richtungen für unterschiedliche Bedürfnisse entwickeln? Oder wird es eines Tages auch COGA, Yoga für Katzen geben?

 

Suzi Teitelman: Ich habe in der Tat schon lange über COGA nachgedacht Smiley Aber mein Bezug zu Hunden ist einfach besser. Doch vielleicht wird es irgendwann auch Kurse für Katzen geben.

Ich denke DOGA wird uns von nun an begleiten und stetig wachsen. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis es alle Studios in Ihre Trainingspläne involvieren. Ich bereue es kein bisschen, DOGA ins Leben gerufen zu haben, denn ich liebe es und freue mich, dass es weltweit so viele Hunde und ihre Besitzer miteinander verbindet.

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