Pierre Brice: Ich war seitdem nicht mehr da, aber wie mir Roger und Cristina erzählt haben, sind dort jetzt noch mehr Bären als nach der Eröffnung. Und sogar Wölfe soll es dort jetzt geben.
Stadthunde.com: 1964, 1967 und 1977 hat die Jugend-Zeitschrift „Bravo“ in Deutschland jeweils einen Starschnitt von Ihnen gemacht. Haben Sie noch einen davon? Haben Sie mal einen davon Ihrer Frau gezeigt?
Pierre Brice: Meine Frau war damals ein großer Fan, allerdings nicht von Winnetou, sondern von Pierre Brice. Und irgendwo in meinem Archiv habe ich bestimmt mindestens einen Starschnitt, ja.
Stadthunde.com: Sie sind gebürtiger Bretone und als solcher, so sagt man, sehr gläubig. Hat Ihnen Ihr Glaube geholfen, als Sie 1995 den größten privat organisierten Hilfskonvoi ins frühere Jugoslawien geführt haben?
Pierre Brice: Darüber stand vor allem das Gefühl, etwas für die armen Kinder, die in Not waren, tun zu müssen. Ich konnte diese Bilder, die ich im Fernsehen gesehen hatte, nicht länger ertragen, ich musste etwas tun. Die Aktion war nicht ganz ungefährlich, wir sind beschossen und festgenommen worden, da haben wir bestimmt schon mehr als einen Schutzengel gehabt, der auf uns aufgepasst hat.
Stadthunde.com: Seinerzeit war es sehr gefährlich, einen Konvoi in die umkämpfte Region zu bringen. Hat Ihre Frau Hella, mit der Sie nun schon seit über 30 Jahren glücklich zusammen sind, versucht, Sie von dieser Reise abzuhalten?
Pierre Brice: Nein, weil sie wusste, dass ich mich für diese Aktion entschieden hatte. Sie ist die Frau eines ehemaligen Soldaten, sie wusste, dass ich diesen Hilfskonvoi durchführen würde, um damit Menschen in Not zu helfen.
Stadthunde.com: Sie haben viele Hobbys. Unter anderem sind sie leidenschaftlicher Koch und ein ausgezeichneter Rotweinkenner. Welchen Rotwein schätzen Sie ganz besonders?
Pierre Brice: Einen schönen Bordeaux.
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Stadthunde.com: Am 06. Februar feiern Sie Ihren – dürfen wir es sagen(?) – 80. Geburtstag. Wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken, was war das wohl prägnanteste Ereignis, auf das Sie noch immer gerne zurücksehen?
Pierre Brice: Das war der Blick der Kinder Bosniens, denen ich Liebe, Hoffnung und Trost brachte.
Stadthunde.com: Uns fällt noch eine Geschichte ein, an die Sie sicherlich auch gerne zurückdenken: Stichwort: „Rainbow-Man“. Sie erinnern sich?
Pierre Brice: Ja, die Winnebagos sind zu mir nach Bad Segeberg gekommen und haben gesehen, dass ich mich in der Rolle des Winnetous für das indianische Leben und deren Kultur eingesetzt habe. Bei einer Vorstellung haben sie mich dann zum Ehrenmitglied ihres Stammes ernannt und mir den Namen „Rainbow-Man“ verliehen.
Stadthunde.com: Wird es zu diesem Anlass große Feierlichkeiten geben oder ziehen sie den kleinen Kreis mit Gattin und Hund Winnetou vor?
Pierre Brice: Das werden wir sehen.
Sehr geehrter Herr Brice, vielen Dank, dass Sie sich für unsere Leser die Zeit genommen und unsere Fragen so ausführlich beantwortet haben. (ar)
Weitere Infomationen zum Leben von Pierre Brice finden Sie hier
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