Wer von uns, ob nun groß oder klein, erinnert sich nicht an die Verfilmungen der Karl-May-Bücher "Winnetou", "Der Schatz im Silbersee" oder "Unter Geiern"? Mit all diesen Filmen ist ein Name ganz besonders eng verbunden: Pierre Brice - er verkörperte "Winnetou", Häuptling der Apachen, wie kein Zweiter nach ihm.
Wer "Winnetou" sagt, meint Pierre Brice. Und wer sich mit Pierre Brice, eigentlich Baron Pierre Louis le Bris, unterhält, der weiß, dass ihm die Rolle des "Winnetou" weit mehr bedeutet, als eben nur eine Filmrolle. Pierre Brice hat sich zu Hundert Prozent mit dem Apachen-Häuptling identifiziert, was auch die Regisseure, wie Harald Reinl, Hugo Fregonese oder Alfred Vohrer, erfahren haben und bei den Dreharbeiten zu schätzen wussten.
Dass Pierre Brice ein ausgesprochener Tierfreund und engagierter Tierschützer ist, ist allgemein bekannt. Viele Tiere leben bei ihm und seiner Frau Hella in der Nähe von Paris, unter anderem dabei: sein Findlingshund kleiner "Winntou". Wir trafen Pierre Brice zum Interview.
Stadthunde.com: Sehr geehrter Herr Brice, sie werden allgemein als engagiert im Tierschutz geschätzt und sind weltweit als Tierfreund bekannt. Populär geworden sind Sie in Deutschland durch die der Rolle des „Winnetou“, den Sie in zahlreichen Filmen verkörperten. Wie viel „Winnetou“ steckt in Pierre Brice?
Pierre Brice: Es war damals ein Aufeinandertreffen von Winnetou und Pierre Brice. Ich hatte erkannt, dass seine Werte auch meine waren, für die ich immer gekämpft habe: Friede, Freiheit, Menschenwürde, Respekt gegenüber anderen Rassen und Religionen.
Stadthunde.com: Vor ziemlich genau vier Jahren erschien Ihre Autobiographie „Winnetou und ich“, die Sie lieber selbst verfasst haben, als dass jemand über Sie schreibt. Wichtiger – so unsere Einschätzung – scheint aber die Übersetzung ins Rumänische gewesen zu sein – jedenfalls aus Sicht des Tierschützers, oder?
Pierre Brice: Das kann ich nicht sagen, es war eher zufällig. Bei einer Lesung in einem Tierheim in Pfullingen waren Roger Lapis, Honorar-Konsul der Stadt Brasov, und seine Frau Cristina anwesend. Ich hatte in den 60er Jahren einen Film in Rumänien gedreht, „Der letzte große Sieg der Daker“, und meine Rolle war die des Gründers des rumänischen Volkes. Der Film hat noch heute einen Kultstatus in Rumänien, wie mir berichtet wurde. Das Ehepaar Lapis hatte sich angeboten, sich um die Übersetzung ins Rumänische zu kümmern. Sie hatten dann Kontakt mit dem Lübbe-Verlag aufgenommen und dann das Buch übersetzt. Durch dieses Kontakt hat sich die Zusammenarbeit im Tierschutz entwickelt.
Stadthunde.com: Vor Ihrem Rückflug aus Rumänen entdeckten Sie auf dem Weg zum Flughafen Ihren Hund, den „kleinen Winnetou“. Es war sicher nicht einfach, Winnetou mit nach Hause zu nehmen. Wie ist es Ihnen dennoch gelungen?
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Pierre Brice: Ich konnte ihn nicht mitnehmen, das war unmöglich. Roger und Cristina Lapis haben ihn mitgenommen und gepflegt. Einige Wochen später sind sie nach Frankreich gefahren, und dann haben sie „Winnetou“ zu meiner Frau und mir gebracht.
Stadthunde.com: Wie geht es „Winnetou“ inzwischen? Wird er sehr von Ihnen und Ihrer Gattin verwöhnt?
Pierre Brice: Ihm geht es prächtig! Alle unsere Tiere werden von uns sehr verwöhnt.
Stadthunde.com: Seit Ihrer Reise nach Rumänien sind Sie dort Pate eines Bärenparks. Was hat sich in diesem Park seither verändert?
Die Antwort hierauf und weitere interessante Statements finden Sie hier
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