Marmaduke – Die Interviews

Nora Tschirner im Stadthunde-Interview

Nora Tschirner leiht im Kinofilm „Marmaduke“ der taffen Bandenchefin Lucy, die heimlich in Marmaduke verliebt ist, ihre Stimme. Wir trafen Nora in Berlin und sie verriet uns, warum sie in Marmaduke unbedingt mitwirken wollte - und weshalb sie überzeugt ist, in ihrem früheren Leben ein Hund gewesen zu sein.

Stadthunde.com: Kennst Du Stadthunde.com, oder sollen wir Dir kurz etwas über uns erzählen?

Nora Tschirner: Ich bin im Bilde und weiß sogar, dass Jule sich die Pfote verletzt hatte. Ich habe mich so gefreut, dass wir ein Hunde-Shooting machen – ich will nur noch Interviews machen mit Leuten wie Jule! Total super, da hättet Ihr mir keine größere Freude machen können!

Stadthunde.com: Das war wirklich klasse – als Du hinaus kamst, dachte Jule direkt: Oh toll, zu der muss ich hin! Du hast ja auch eine ganz besondere Wirkung auf Hunde.

Nora Tschirner: Ich würde mich auch am Liebsten sofort mit auf dem Boden herum wälzen. Ich habe den Verdacht, dass ich von Hunden abstamme. Das mag ein wenig entrückt klingen, aber wenn ein Hund im Korb liegt, würde ein normaler Mensch denken: 'Oh wie süß!' Ich aber denke: 'Boah, der hat einen Korb und ich nicht!' Und da frage ich Euch: wo soll das herkommen, wenn ich nicht in meinem früheren Leben ein Hund war?

Stadthunde.com:  Das erübrigt dann direkt meine nächste Frage: Wie man es als Synchronsprecher schafft, sich in einen Hund ein zu fühlen...?

Nora Tschirner: Die Gene! Nein, Spaß beiseite – das ist ja etwas ganz anderes, weil der Hund vermenschlicht ist. Das Schlimmste, was ich tun könnte, wäre einen 'Hund' zu sprechen – es geht um den Charakter. Das ist, wie einen Menschen zu sprechen.

Stadthunde.com: Die Situation von Lucy ist ja auch eine zutiefst menschliche.

Nora Tschirner: Das ist wohl auch das, was uns so rührt. Es ist der Traum vieler Menschen, dass wir mit Tieren kommunizieren können. Und indem sie vermenschlicht werden, entsteht für uns dieser Gänsehaut-Effekt. Aber für uns Synchronsprecher ist es dadurch quasi wurscht, dass es Hunde sind.

Stadthunde.com:
Wir Hundehalter vermenschlichen unsere Hunde ja auch mal gerne oder nutzen sie als Projektionsfläche...

Nora Tschirner: Es ist ja auch viel einfacher als Hund. Man hat nicht so verschwurbelte Probleme, sondern eher: Wo ist denn hier der nächste Baum? Es ist sehr bedingungslos, Hunde spielen keine Psycho-Spielchen. Sie sind schon sehr ehrlich und geradeheraus, und das wünschen wir uns für unseren Alltag natürlich auch. Das verleitet manche ja auch dazu zu sagen: Hunde sind die besseren Menschen – wo man dann denkt: Hmm, ja, ich verstehe die Richtung, aber der Satz ist schon gewagt!

Stadthunde.com: Dein Fazit nach dem Abschluss Eurer Synchronisationsarbeiten?

Nora Tschirner: Ich liebe meine Figur, sie ist eine ganz Süße. Aber Christian ist einfach so unheimlich lustig, ich habe mich krankgelacht - ich liebe seinen Marmaduke einfach. Ich mag Owen Wilson sehr, aber ich finde wirklich, dass Christian es noch genialer macht als Owen Wilson. Ich finde Christian ohnehin furchtbar lustig, er könnte meinetwegen auch Goldfische oder Lurche sprechen.

Stadthunde.com:
Deine Lieblingsszene in Marmaduke?

Nora Tschirner: Ganz klar die Szene, in der die Afghanenhündin die Frisbee an den Kopf bekommt und quietscht: 'Frisbee!' Da krieg ich mich nicht mehr ein.

Stadthunde.com: Wie sind die Rolle und Du zueinander gekommen?


Nora Tschirner: Das war ganz unspektakulär, ich bin einfach zum Voice-Casting gegangen und meine Stimme hat gepasst. Was mich unheimlich gefreut hat, denn ich wollte diesen Film unbedingt machen. Ich dachte immer: Hoffentlich kann ich den Hund sprechen! Ich will den Hund sprechen! Den Hund!

Stadthunde.com: Was liebst Du an Deiner Rolle?

Nora Tschirner:
Ehrlich gesagt wollte ich zunächst einmal einfach nur einen Hund sprechen. Dann leuchtet mir die Lokalität Hundewiese total ein – ihr werdet mir sicher zustimmen, dass alle Filme in der Filmlandschaft total überflüssig sind, die nicht auf einer Hundewiese spielen! Als Rolle finde ich Lucy sehr rührend – ich finde es bezaubernd, wenn jemand sehr emotional ist, aber versucht sich zu schützen und das zu übertünchen. Und natürlich ist es toll, einen Australian Shepherd zu sprechen - wenn ich schon keinen habe.

 

 

Stadthunde.com: Wäre das der Hund deiner Wahl?

Nora Tschirner:
Ach, den könnte ich ja gar nicht auslasten, so ohne Schafherde. Ich finde auch Border Collies und Huskies klasse – es gibt einfach Hunderassen, die findet man toll, aber ob sie dann auch wirklich zu einem persönlich passen, ist eine ganz andere  Frage. Als ich Marmaduke gesehen habe, hätte ich auch am Liebsten direkt eine Dogge gehabt – klar, in Berlin, im fünften Stock! Ich glaube, wenn ich wirklich zu einem Hund komme, dann wie die Jungfrau zum Kind – das kann dann auch ein ganz hässlicher, alter Mops sein, wenn sozusagen die Chemie passt. Ich denke, mein Hund wird mich schon finden.

Stadthunde.com: Klasse, wieviel Hundeverstand Du beweist.

Nora Tschirner: 
Ha! Danke. Und dass, obwohl ich nie einen eigenen Hund hatte! Perlen vor die Säue! Schon als Kind war ich immer völlig unbedarft und hatte keinerlei Angst. Mit den Zwinger-Hunden von Verwandten habe ich Hunde-Schule gespielt und ihnen etwas beigebracht. Als ich drei war, hat mich ein Collie, Bessy, angestupst und ich dachte: Die hat mich gebissen! Aber selbst das hat mich nicht traumatisiert oder so etwas. Ich war bei Collies ein bisschen vorsichtig, aber nicht bei anderen Hunden. Oh, Du hast einen Collie?

Stadthunde.com: Ich habe einen Collie.

Nora Tschirner: Die sind schon schön! Ich habe auch da damals instinktiv gemerkt, dass das nicht böse gemeint war. Mein Vater ist auch so ein Hundenarr, das ist vererbt. Wir haben keinen Hund unbelästigt vorbei gehen lassen!

Stadthunde.com: Dir ging ja auch eben beim Treffen mit unserer Jule richtig das Herz auf.

Nora Tschirner: Ja, ich habe auch echt gerade etwas Sehnsucht. Irgendwann muss ich wirklich Hundetrainer werden oder so etwas. Wenn Ihr mal jemanden braucht, der auf Euren Hund aufpasst oder auf die Hundewiese geht, dann sagt Ihr Bescheid!

Stadthunde.com: Wenn Du mal in Hamburg bist, kannst Du ja mit Jule zum Fußballtraining gehen.

Nora Tschirner: Klar! Für vier Jahre ist sie ja wirklich wahnsinnig agil. Aber sie ist jetzt sicher auch wie ein Pferd im Stall nach der Verletzung.

Stadthunde.com: Bei Dir steht also kein eigener Hund an?

Nora Tschirner: Na ja, bei meinem Beruf ist es leicht und schwer gleichzeitig. Einerseits kann man Hunde gut mit ans Set nehmen. Andererseits wird’s mit dem ganz Rumgereise und der Zeit schwierig. Außerdem würde ich mit dem Hund ja erstmal in die Welpen- und Hundeschule gehen wollen und da reicht es nicht, einen Monat Zeit zu haben. Ich will meinen Hund nicht nebenher mitschleppen. Es muss der richtige Zeitpunkt sein und man muss sich das alles sehr gut überlegen. Ich stresse mich nicht sondern streichle währenddessen einfach jeden Hund, der mir unterkommt.

 

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