11. Mär 2008
Stadthunde.com: Herr Erhardt, wem gehört der Volkspark? Den Hunden, die sein Grün zum Auslauf nutzen oder dem HSV und seinen Anhängern, die Sie als Stadionsprecher bei Laune halten?
Marek Erhardt: Ich denke mal beiden. Ich finde allerdings, dass man als Hundebesitzer auch Pflichten hat und gerade wenn Kinder spielen, man Hunde nicht unbedingt frei rumlaufen lassen sollte oder auch das „große Geschäft“ entfernen könnte. Sehr viele machen das schon, aber es könnten mehr sein!
Stadthunde.com: Als Polizeiobermeister Olli Kottke sind Sie derzeit in der ZDF-Vorabendserie „Da kommt Kalle“ zu sehen. Darin spielt der Parson-Russell-Terrier Kalle eine gewichtige Rolle. Wie läuft die Arbeit mit einem Vierbeiner als Schauspiel-Kollegen?
Marek Erhardt: Sensationell! Ich liebe Hunde und von daher macht es unglaublichen Spaß. Wir haben sensationelle Tiertrainer, die den Hunden alles beibringen. Allerdings musste ich mich erst mal daran gewöhnen, dass man Hundegeruch nicht alleine durchs Ausziehen der Polizeiuniform wegbekommt, so dass mich nach dem Drehtag jeder zweite Hund auf der Straße anspringt.
Stadthunde.com: In einer früheren Rolle standen Sie auch schon mit dem TV-Affen Charly vor der Kamera. Welcher tierische Partner liegt Ihnen mehr?
Marek Erhardt: Ganz klar: Der Hund!
Stadthunde.com: Hat die Serie ihre Liebe zu Hunden geweckt oder machen Sie nun eher einen Bogen um alle Vierbeiner?
Marek Erhardt: Im Gegenteil. Meine Kinder wünschen sich einen Hund, wo wir dann aber wieder beim Thema Verantwortung sind...
Stadthunde.com: Könnten Sie sich denn vorstellen, einen eigenen Hund anzuschaffen? Wenn ja, wie sähe Ihr Favorit aus?
Marek Erhardt: Generell vorstellen kann ich es mir und wenn, dann einen Labrador!
Stadthunde.com: Jeder Hund hat seinen eigenen Charakter, seine eigenen Eigenschaften. Was ist an Kalle so einzigartig?
Marek Erhardt: Kalle ist ein Jagdhund, ein Kämpfer und ein Hund zum Liebhaben und Kuscheln. Also alles!
Stadthunde.com: Denken Sie, dass eine Großstadt wie Hamburg durch Hunde lebenswerter wird oder überwiegen die Probleme, die zwischen Hundebesitzern und dem Rest der Einwohner bestehen?
Marek Erhardt: Es ist auf jeden Fall einfacher auf dem Land, denke ich! Es gibt zu viele Straßen und dann doch zu wenig Grünanlagen, als dass sich Menschen und Hunde aus dem Weg gehen könnten, wenn sie es denn wollten.
Stadthunde.com: Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation für Hundehalter in Hamburg? Durch das verschärfte Hundegesetz gibt es ja mittlerweile allerorten feste Regeln einzuhalten, denen sich der Kalle aus der TV-Serie wohl widersetzen würde…
Marek Erhardt: Manchmal macht es sicherlich Sinn, aber es zerreißt mir das Herz, wenn ich seh, dass Hunde an der Leine laufen müssen und einen Maulkorb tragen. Hundesteuer ist glaube ich ziemlich teuer, oder?
Stadthunde.com: Zurück zum Fußball – klären Sie uns bitte auf: Wie sind die Regeln für Hundehalter an ihrem „Arbeitsplatz“ in der HSH Nordbank Arena?
Marek Erhardt: Maulkorb tragen und auf die Führer der Polizeihundestaffel hören. Ich habe sehr enge Verbindungen zur Polizeihundestaffel. Das sind wunderschöne Hunde, aber auch unglaublich nette und pflichtbewusste „Herrchen“. Anlegen möchte ich mich allerdings mit diesen Hunden nicht, obwohl ich bei diversen Trainingseinheiten zugeschaut habe, tun die Hunde nur das, was das „Herrchen“ will!
Stadthunde.com: Wir hatten zuletzt Holger Stanislawski, Trainer des FC St. Pauli und Hundebesitzer, als Interviewpartner. Wie halten Sie als Fan und Stadionsprecher des HSV es mit der ewig währenden Rivalität zum lokalen „Erzrivalen“?
Marek Erhardt: Ganz schlechtes Beispiel. Holger und ich sind zusammen zur Schule gegangen und ich finde diesen Typen einfach „geil“! Natürlich herrscht eine Rivalität zwischen dem Club aus Hamburg und, wie war der andere Name noch?
Nein, Spaß beiseite, wir spielen Fußball in der Bundesliga und Pauli in der 2., und so wird es wohl auch bleiben. Wobei sie mit Holger einen richtigen Kämpfer an der Spitze haben! Ich wünsche St. Pauli nichts Schlechtes und Hamburg kann ruhig 2 Clubs in der 1. Liga vertragen.