Mareike Doll-Degenhardt im Interview

Die Trainer der vierbeinigen Stars – Interview mit Filmtiertrainerin Mareike Doll-Degenhardt


In Disneys Meisterwerken erleben Hunde die haarsträubendsten und mitreissendsten Abenteuer. Und längst nicht alle Hunde entspringen der Feder der brillanten Disney-Zeichner oder sind am Computer animiert worden. Oft genug sind die Hunde „echt“ und zeigen trotzdem ein Feuerwerk an Tricks, die dem Otto-Normal-Hundehalter die Kinnlade herunter klappen lassen. Verantwortlich für das Können der Filmhunde sind  Filmtiertrainer. Wir haben mit Filmtiertrainerin Mareike Doll-Degenhardt, die unter anderem an namhaften Produktionen wie „Hier kommt Kalle“ oder „Tier hoch vier“ mitgearbeitet hat, gesprochen.

 

 

Stadthunde.com: Sehr geehrte Frau Degenhardt, Sie sind behördlich genehmigte Filmtiertrainerin, arbeiten eng mit Deutschlands bekanntester Tiertrainerin Renate Hintl zusammen und haben u.a. an „Da kommt Kalle“ und vielen anderen TV-Produktionen mitgearbeitet. Die Ausbildung welches Filmtieres hat Ihnen am meisten Freude gemacht?

 

Mareike Doll-Degenhardt: Ich habe die Arbeit mit unserem Microschweinchen „Cookie“ sehr genossen. Zunächst stand im Vordergrund, Cookie so zahm wie möglich zu machen und sie an Alltagssituationen und- Geräusche zu gewöhnen, da Schweine von Natur aus eher schreckhaft und nicht zur Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet sind, wie z. B. Hunde. Das heißt ein sehr intensiver Kontakt, z.B. durch stundenlanges Herumtragen in einem Tragetuch, war notwendig um überhaupt erst Trainingsbedingungen erarbeiten zu können. Und diese Nähe zum Tier macht natürlich unwahrscheinlich viel Spaß! Darüber hinaus sind Schweine aber auch wahnsinnig schlau, was auch das spätere Tricktraining zur wahren Freude werden lässt!

Stadthunde.com: Wie kommt man auf die Idee, Filmtiertrainerin zu werden, und welche Voraussetzung muss man dafür erfüllen?

 

Mareike Doll-Degenhardt: Ich wurde vor 7 Jahren durch den WDR entdeckt und für eine WDR Produktion „Tier hoch Vier“ engagiert, den damaligen „Co-Moderator“ der Serie, unseren jetzigen Ziegenbock „Anton“ zu trainieren. Die Serie lief drei Jahre und damit hat alles angefangen. Als Filmtiertrainerin muss ich eine Prüfung nach §11 des Deutschen Tierschutzgesetzes machen. Unsere Gehege, Wiesen und Weiden sind alle behördlich geprüft und genehmigt, ansonsten darf in Deutschland niemand ein Tier zu gewerblichen Zwecken nutzen oder zur Schau stellen, was viele Menschen trotzdem nicht davon abhält, dies einfach zu tun, um schnell Geld zu verdienen und ihr Tier möglichst auf einem Plakat an der nächsten Straßenecke wieder zu finden. Dem Tier ist damit definitiv nicht gedient, denn die Arbeit beim Film oder auch bei einem Fotoshooting ist hart und Bedarf sowohl einer genauen Selektion des jeweiligen Tieres, als auch eines speziellen Trainings.

 

Stadthunde.com: Hunde tapsen fast unentwegt über deutsche Mattscheiben – in Filmen, Shows und in der Werbung, real, animiert oder gezeichnet. Warum sind Hunde in Film und Fernsehen Ihrer Meinung nach so besonders beliebt?

 

Mareike Doll-Degenhardt: Sie sind Symapthieträger! Bei den meisten meiner Hundeschulenkunden könnte ich eher den Ehemann oder die Ehefrau kritisieren, als den Hund - den mögen alle, damit kann sich jeder identifizieren!

  

Stadthunde.com: Welche Voraussetzungen müssen künftige Hunde-Filmstars erfüllen? Wie wird die Eignung eines Hundes festgestellt?

 

Mareike Doll-Degenhardt: Der Hund muss Lust auf die Zusammenarbeit mit dem Menschen haben. Er muss aufgeschlossen und freudig auf fremde Menschen und Situationen zugehen. Er darf nicht ängstlich, vorsichtig oder zurückhaltend sein. Alles andere kann ich mit gutem Training erarbeiten.

 

Hier geht es weiter: Mareike Doll-Degenhardt im Interview Teil 2

 

 

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