Interview mit Marcus Walz Teil 2

Marcus Walz leidet auch nach einem halben Jahr noch sehr unter dem Tod seines Hundes

 

"Es hat mir buchstäblich das Herz zerrissen, als die Tierärztin Tonka einschläfern musste. Er lag auf meinem Schoss und wir beide lagen auf seinem Lieblingsplätzchen im Laden.."

 

Stadthunde.com: Jeder Hund hat besondere Charakter-Eigenschaften. Was zeichnete Tonka aus?

 

Marcus Walz: Das schönste an Tonka für mich war, dass er selbst im hohen Alter immer noch nicht wirklich erwachsen war. Er war selbst mit fast 15 Jahren immer noch das verspielte kindliche Schlitzohr, ständig darauf aus etwas anzustellen. Diese Eigenschaft, gepaart mit seinem massiven und imposanten Äußeren hat mir sehr gefallen. Im Grunde war er das Schaf im Wolfspelz!

 

Stadthunde.com: Tonka ist leider nicht mehr bei Dir, da er gestorben ist. Kannst Du uns sagen, wie Du mit der Trauer umgegangen bist? Dieses Thema beschäftigt ja naturgemäß sehr viel Hundehalter und somit auch unsere Mitglieder.

 

Marcus Walz: Nach dem Tod meiner Mutter war der Tod von Tonka das Schlimmste was ich erleben musste. Es hat mir buchstäblich das Herz zerrissen, als die Tierärztin Tonka einschläfern musste. Er lag auf meinem Schoss und wir beide lagen auf seinem Lieblingsplätzchen im Laden. Ich habe ihn die ganze Zeit ganz fest an mich gedrückt, auch noch als er schon lange tot war. Er war ein Stück von mir und war 15 Jahre lang mein bester Freund und treuer Begleiter.

 

Einen Tag später lies ich ihn dann in München einäschern. Und ein paar Tage darauf ließ ich mir seinen Namen auf den Oberkörper tätowieren.

 

Stadthunde.com: Tonkas Urne – ein Sportster-Tank  - hat einen besonderen Platz in Deiner Werkstatt gefunden. Sicherlich war er zu Lebzeiten schon jeden Tag dabei und Teil des Teams. Kannst Du sagen, ob Tonka Einfluss auf das Arbeitsklima genommen hat?

 

Marcus Walz: Tonka war praktisch ab Tag 1 in der Werkstatt und dem Laden mit dabei. In 15 Jahren hat er viele Mitarbeiter kommen und gehen gesehen. Er war, wie man so schön sagt, die gute Seele des Betriebs. Er wurde von allen sehr gemocht und sehr verwöhnt. Es ist ein komisches Gefühl wenn man jetzt morgens in den Laden kommt und nicht mehr von ihm begrüßt wird.

 

Als Urne wollte ich keine dieser anonymen Standardurnen nehmen. Ein Harley-Tank war da gerade gut genug dafür und ich denke das passt auch gut zu dem Leben das Tonka bei mir führte.

 

Stadthunde.com: In einem Interview hast Du mal gesagt, Tonka wäre ein Kinderersatz. Hatte er besondere Vorrechte? Durfte er ins Bett oder aufs Sofa?

 

Marcus Walz: Klar durfte er das. Seine ersten 2 Lebensjahre verbrachte er zusammen mit mir in einer 2-Zimmer Wohnung, da haben wir auch das Bett und das Sofa miteinander geteilt. Ich mochte es wenn er nachts zu schnarchen und zu träumen begann, das hatte so etwas Beruhigendes aber auch etwas erschreckend Menschliches …


Stadthunde.com: Alle Hundefreunde wissen, dass es nie einen Ersatz gibt, aber kannst Du uns sagen, ob es irgendwann mal wieder einen Platz für einen Hund in Deinem Leben gibt?

 

Marcus Walz: Ich hatte es ja eingangs schon erwähnt, dass ein Leben ohne Hund für mich sehr schwer vorstellbar ist. Es ist jetzt fast ein halbes Jahr her dass Tonka nicht mehr hier ist und ich vermisse ihn noch wie am ersten Tag. Grad vorgestern hatte er Geburtstag. Gegenwärtig erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich im Internet auf den einschlägigen Tierheimseiten rumsurfe. Aber nach etwas Konkretem schaue ich nicht. Ich gebe aber gerne zu: Eine französische oder auch eine englische Bulldogge gehören zu meinen absoluten Favoriten. Auch eine schöne große deutsche Dogge könnte ich mir vorstellen … Doch meistens kommt es sowieso ganz anders!

 

Stadthunde.com: Zum Abschluss eine Frage für bikende Hundehalter: Gibt es eine wirklich sichere Methode, seinen Hund mit aufs Motorrad zu nehmen. Oder ist das schlicht zu gefährlich?

 

Marcus Walz: Das ist aus meiner Sicht absolut verantwortungslos. Ein Hund gehört definitiv nicht aufs Motorrad! Ich selbst habe sogar mal miterlebt, wo ein verantwortungsloser Hundehalter seinen Hund fast zu Tode stranguliert hat. Ich war auf einer Veranstaltung in Belgien und hatte gerade mein Auto geparkt, als ein Motorradfahrer mit Beiwagen an mir vorbei fuhr. Der Hund saß angeleint im Beiwagen und sprang dann nach draußen ohne dass es der Hundehalter bemerkte. Dieser fuhr dann immer schneller, der Hund konnte dem Tempo nicht mehr folgen und wurde dann praktisch hinter dem Beiwagen hergeschleift. Entgegenkommende Passanten und Autofahrer hatten den Motorradfahrer dann gestoppt. Der Hund überlebte Gott sei Dank, aber der Biker hatte Glück dass er von der aufgebrachten Masse nur verbal belehrt wurde …


Stadthunde.com bedankt sich für das tolle Interview!

 

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