»So hässlich oder schüchtern oder gehemmt oder bar jeder Ausstrahlung kann ein Mensch gar nicht sein, dass er mit Hund kontaktfrei bleibt. Einen Hund haben bedeutet automatisch, täglich neue Leute kennenzulernen. Das liegt nicht unwesentlich daran, dass der Hund ständig stehen bleibt. Schnell kommt man ins Gespräch. Und wenn man sich morgen wieder trifft, kennt man sich ja schon ...«, so lautet nur einer von Hauke Brosts 111 Gründen, warum man Hunde einfach lieben muss. Wir sprachen mit ihm über eben dieses Buch und natürlich vieles mehr.
Stadthunde.com: Sie sind stolzer Besitzer eines Neufundländers. Was mögen Sie an dieser Rasse?
Hauke Brost: Es sind sehr intelligente Hunde, sehr gutmütig und einfach „eine Seele von Hund“. Sie sind sehr eigensinnig und es ist schwer, sie zu überzeugen bestimmte Dinge zu tun. Neufundländer wägen immer erst mal ab, ob sie auch das tun wollen, was sie tun sollen. Sie haben einen sehr eigenen Charakter. Außerdem sind sie einfach nur schön.
Stadthunde.com: In "111 Gründe..." erwähnen Sie, man mache sich über seinen Hund mehr Gedanken als über seine Partnerschaft. Darum würden sich Paare, die einen Hund haben, auch so selten streiten. Welchen Paaren empfehlen Sie in der Partnerberatung, einen Hund anzuschaffen?
Hauke Brost: Als Therapiemittel bei Partnerschaftsproblemen wäre mir jeder Hund zu schade. Hunde können beispielsweise bei Altersproblemen, wie Demenzerkrankungen oder zur Therapie von traumatisierten Kindern eine große Hilfe sein. Keinem Paar ist aber die Anschaffung eines Hundes als Problemlöser in der Partnerschaft anzuraten. Paare, die einen Hund besitzen haben weniger Probleme, da der Hund hier oft die Kommunikation untereinander fördert. Aber, ebenso wenig, wie zur Anschaffung eines Hundes zu raten ist, wenn die Partnerschaft schon problembelastet ist, würde auch niemand empfehlen, ein Kind zu zeugen. Beides gäbe nur neue Probleme. Zum Beispiel, wenn sich das Paar letztendlich doch trennt und sich dann um den Hund streitet – das hat kein Hund verdient.
Stadthunde.com: In Ihrer „Warnung“ zu Beginn des Buches bringen sie das Beispiel Australian Shepherd. Viele Besitzer dieser Hunde widmen ihnen die gesamte Freizeit, und werden es natürlich nicht gern mit denen gleichgesetzt, die Shepherds als Modehund halten. Müssen sie nun mit empörten Zuschriften rechnen?
Hauke Brost: Ja. Da möchte ich mich bei allen Australian Shepherd-Haltern entschuldigen, dass es diese Rasse getroffen hat. So, wie es viele aufgefasst haben, war es nicht gemeint, sondern mehr als Beispiel. Ich wollte daran nur aufzeigen, dass es keinen Sinn macht, sich aufgrund einer Mode-Erscheinung einen bestimmten Hund anzuschaffen. Dabei hätte ich auch jede andere Hunderasse anführen können.
Stadthunde.com: Vom Mann zur Frau zum Teenie zum Kollegen zum Hund – warum diese Reihenfolge?
Hauke Brost: Rein zufällig. Die Idee kam mir beim Duschen. Es schien mir logisch, dass ein Mann darüber schreibt, wie Männer ticken. Die Reihenfolge danach kam aufgrund des von mir vermuteten Interesses meiner Leserschaft zustande.
Stadthunde.com: Strittige, kontroverse Themen scheinen Ihr Steckenpferd zu sein. Mann-Frau-Teenies – da liegt Zündstoff drin. Welche Erfahrungen als Hundebesitzer aus dem täglichen Leben gaben Ihnen Anlass, Hunde hier einzureihen?
Hauke Brost: 11 Millionen Hunde in Deutschland reichten mir als Motivation vollkommen aus. Ich wollte die Gefühle der Hundehalter treffen.
Stadthunde.com: Welche Beziehung haben Sie und Ihre Hunde zu BILD-Hund Ruby?
Hauke Brost: Nun, meine Hunde sind sehr eitel und beneiden Ruby um die 12 Millionen Leser, die Rubys Geschichten jede Woche verfolgen. Ich selbst bin mit Frauchen und Herrchen von Ruby seit über 30 Jahren gut befreundet.
Stadthunde.com: Beschreiben Sie doch bitte mit fünf Adjektiven das Leben ohne Hund:
Hauke Brost: Langweilig, berechenbar, konfliktfrei, sorgloser, kürzer
Hier geht es weiter: Hauke Brost im Interview - Teil 2



