Interview mit Gerd Käfer

 

"Gourmet-Papst" und stolzer Besitzer von Mops 'Sir Henry'

Vom Hundechip zum kleinen Vierbeiner-Menü: Münchens "Feinschmecker-Papst" Gerd Käfer sorgt auch bei seinem Mops 'Sir Henry' für wahre Gaumenfreuden. Dass der erklärte Mopsfan und seine Lebenspartnerin Uschi Ackermann auch in Sachen Tierschutz aktiv sind und was Mopsfreunde in nächster Zeit von 'Sir Henry' zu erwarten haben, erfahren Sie im Stadthunde-Interview mit Gerd Käfer.

 

Stadthunde.com: Herr Käfer, Sie und Ihre Lebenspartnerin Uschi Ackermann sind stolze Besitzer des Mopses "Sir Henry". Was ist das Besondere an dieser Hunderasse?

 

Gerd Käfer: Was diese Hunderasse angeht, halte ich es mit dem großen Komiker Loriot, der sagte: "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." Auch wir sind total vermopst. Der Mops ist eine Seele von Hund, mit goldenem Herz und einem liebenswerten Gesichtsausdruck. Er ist stets freundlich - auch wenn es manchmal nicht so wirkt - und sehr anhänglich. Möpse sind richtige Schmusehunde, sehr treuherzig und sensibel. Sie sind eigentlich keine Hunde, sondern eher Kobolde - zusätzliche Familienmitglieder, die immer da sind. Ein Mops ist sehr lieb, beschützt einen, betrachtet sich aber selbst auch als Chef und trifft seine eigenen Entscheidungen. Möpse sind zwar kleine Hunde, doch als Charakter- und Hundepersönlichkeit sehr groß. Ein absoluter Gute-Laune-Hund, einfach ein Sonnenschein!

 

Loriot: "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos."

 

Stadthunde.com: Bei Ihrem Henry wurde bereits vor einiger Zeit die heimtückische Erbkrankheit "generalisierte Demodikose" diagnostiziert. Wie machte sich diese bemerkbar?

 

Gerd Käfer: Die Erbkrankheit "generalisierte Demodikose" machte sich nach genau sechs Monaten bei unserem Sir Henry bemerkbar. Er verlor an mehr als fünf Stellen büschelweise Fell. Wir waren mit ihm bei insgesamt sechs Tierärzten, die alle Vitamine und Cortison verabreichten, doch es wurde immer schlimmer. Dann untersuchte ihn der Münchner Tierdermatologe Dr. U. Wendlberger gründlich und stellte eine generalisierte Demodikose fest. Diese Krankheit wird durch die Muttertiere vererbt, weil sie rücksichtslos bei jeder Hitze belegt werden. Dass Sir Henry nun wieder mopsfidel ist, verdanken wir sehr der medizinischen Betreuung von Herrn Dr. Wendlberger.
Es ist sehr wichtig: Die wenigsten Menschen wissen, dass es auch bei Tieren Ärzte gibt, die z.B. auf Zahn-, Augen- oder Hautkrankheiten spezialisiert sind. Es spart sehr viel Geld und Zeit und hilft den kranken Hunden ungemein, wenn man direkt zu einem Spezialisten geht.

 

Stadthunde.com: Was raten Sie Hundefreunden, die sich einen Mops zulegen wollen, für den Umgang mit dem Züchter?

 

Gerd Käfer: Augen auf beim Welpenkauf! So sollte die oberste Devise lauten. Schauen Sie sich Züchter und Elterntiere genau an! Vor allem ist Vorsicht geraten, wenn die Hunde besonders günstig angeboten werden, wie es oft bei Tieren aus Ost-Europa der Fall ist oder bei Vierbeinern, die man aus dem Kofferraum verkauft.
Ich kann Hundefreunden, die sich einen Mops zulegen wollen, nur raten, den Züchter vorab bis ins Letzte zu hinterfragen und Informationen über den Zuchtbetrieb einzuholen. Es gibt leider so viele Züchter, die Hunde wie in einer Fabrik produzieren. Von diesen sollte man sich auf jeden Fall fernhalten.

 

Stadthunde.com: "Sir Henry" ist bei gesellschaftlichen Auftritten oft in erster Reihe dabei. Er scheint dies zu genießen, oder täuscht der Eindruck?

 

Gerd Käfer: Sir Henry ist ein Medienhund, der sehr gerne im Rampenlicht steht. Er lässt sich gerne filmen und fotografieren und ist es mittlerweile gewohnt, bei allen Auftritten dabei zu sein. Der Eindruck täuscht wirklich nicht: Unser Sir Henry genießt es, in der Öffentlichkeit zu stehen und bewundert zu werden. Dass er so gerne in den Medien steht, hat er sicherlich auch ein wenig durch mich gelernt. Oft wird er auf der Straße und vor allem auch am Flughafen gleich angesprochen, oder die Menschen fragen nach, ob er wirklich Sir Henry ist. Ist er mal nicht mit uns dabei, wird sofort nach ihm gefragt – er hat eben seinen eigenen "Promi-Status".

 

Stadthunde.com: Sie gelten als "Gourmet Papst" und waren sogar an der Entwicklung spezieller Hundechips beteiligt. Hat auch ein Hundegaumen große Genüsse verdient und müssen diese immer teuer sein?

 

Gerd Käfer: Ich habe vor einiger Zeit mit der Firma Carnello zusammen Hundechips entwickelt. Nun bin ich dabei, kleine Hundemenüs zu kreieren. Auch unsere Hunde haben einen anspruchsvollen Gaumen und essen nicht alles. Es muss dabei aber nicht teuer sein - auch ein günstiges Gericht kann schmecken. Ich habe mir z.B. vor kurzem ein Ochsenfilet gekauft und es dann abpüriert, wovon man letztendlich nur Soßen bereiten kann. Im Anschluss habe ich es dann klein geschnitten, gebraten und mit ein paar Nudeln Sir Henry serviert. Er war wie verrückt darauf - und solch ein Gericht verlangt wirklich keinen großen Aufwand. Ein Hund ist ein Lebewesen mit allen Sinnen, und auch Vierbeiner sollten mal in den Genuss des Besonderen kommen. Wobei Qualität nicht immer teuer sein muss.

 

Stadthunde.com: Sie und Frau Ackermann engagieren sich auch in Sachen Tierschutz. Welche Aktivitäten unterstützen Sie im Einzelnen?

 

Gerd Käfer: Frau Ackermann und ich befassen uns sehr mit dem Tierschutz und unterstützen unter anderem das Tierheim auf Sylt.
Unsere Beiträge richten sich vor allem an Frauen, die als Einzelkämpfer tätig sind. Wir wollen alles, was wir spenden, direkt den Tieren zukommen lassen und nicht irgendeinem großen Verein, der von der Spende erstmal hohe Spesen abzieht.
Uschi und ich haben soeben aus einem Tierheim in der Slowakei eine kleine Möpsin gerettet. Uns wurde mitgeteilt, dass ein kleiner Mops schnell aus dem Tierheim abgegeben werden sollte. Wir haben die Hündin nach München geholt und mussten sie hier, aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands, direkt in eine Tierklinik bringen. Nach einigen Wochen Klinik-Aufenthalt ist die Kleine nun fast geheilt und wir hoffen sehr, dass sie noch viele schöne Jahre mit uns verbringen kann. Sie ist wirklich eine der süßesten Möpse, die ich in letzter Zeit erlebt habe. Man muss ihr viel Liebe schenken, aber sie gibt einem alles zurück. Sie ist so glücklich und kommt sich vor wie in einem Märchen aus tausend und einer Nacht. 
Zudem unterstützt Frau Ackermann auch die Tiertafel e.V., die bedürftigen Hundehaltern als Anlaufstelle dient und hilft, die Versorgung der betroffenen Hunde zu sichern.

 

Stadthunde.com: Sie haben Feiern und Essen für Weltstars wie Sean Connery, Gunter Sachs, Henry Kissinger, Liza Minelli und sogar für Queen Elisabeth veranstaltet. Wen möchten Sie unbedingt noch einmal bewirten?

 

Gerd Käfer: Jederzeit gerne und immer wieder Gunter Sachs, die Queen Elisabeth sowie meinen großen Traum: Filmstar Julia Roberts. Gerne würde ich auch die Lizza Minelli noch einmal bewirten. Weil sie doch so eine Ähnlichkeit mit Frau Ackermann hat… Wenn Barack Obama erst Amerikanischer Präsident ist, wäre er auch so ein Traumkandidat.

 

Stadthunde.com: Auch in Sachen Hundeveranstaltungen hat man zuletzt Einiges von Ihnen gehört. Was darf man da in nächster Zeit erwarten?

 

Gerd Käfer: Um es vorweg zu nehmen: Ich liebe Hundeveranstaltungen.
Unser Sir Henry stellt im Oktober 2008 bei der Buchmesse in Frankfurt am Main persönlich sein erstes Buch vor. Etwas ganz Besonderes, denn noch nie war ein Hund als Autor auf dieser Messe. Da Sir Henrys Buch "Hier schreibt der Mops" aber nun einmal von ihm ist, darf er anwesend sein. Nach der Präsentation wird Sir Henry dann im VIP-Club auserwählte Gäste einladen - zum Pfotenabdruck mit anschließendem Lunch.
Und im Dezember 2008 werden wir im Mini-Autohaus in München eine große Mopsparty für Frau Dr. Schramm zu Gunsten der Tierschutzbrücke-München (www.tierschutzbruecke-muenchen.de) geben. Ihr Verein kümmert sich in erster Linie um das Schicksal armer Straßenhunde sowie um notleidende Vierbeiner aus östlichen Ländern. Bei der Veranstaltung wird es auch eine tolle Tombola geben und ich sorge persönlich für das Catering. Jeder Gast muss um die 40,00 € zahlen, der gesamte Erlös geht dann direkt an Frau Dr. Schramm.

 

Stadthunde.com: Sind Vierbeiner dankbare Gäste bzw. (Fr)Esser?

 

Gerd Käfer: Möpse können den ganzen Tag essen. Sie sind schon ein wenig gefräßig, man sollte immer aufpassen, dass man ihnen nicht zuviel gibt und natürlich auf eine ausgewogene Ernährung achten.
Darüber hinaus sind sie übrigens auch sehr dankbar, wenn sie im Auto überall hin mitgenommen werden. Sie möchten immer bei Frauchen und Herrchen dabei sein und nicht alleine zuhause sitzen. Wir versuchen, wann immer es möglich ist, unsere zwei Möpse mitzunehmen, denn auch Sie wollen an unseren vielen schönen Stunden teilhaben.

 

Stadthunde.com: Zum Abschluss eine Frage in eigener Sache: Sie sind Münchner und Hundebesitzer. Ist eine hundgerechte Haltung aus Ihrer Sicht auch in der Großstadt möglich oder gehören Hunde in die Nähe von Feld, Wald und Wiesen?

 

Gerd Käfer: Ja, ich bin Münchner - geboren in Schwabing, in der Amalienstraße. Ein Schwabinger Kind´l mit Charme und viel Herz für die Weltstadt München. Und ich bin seit vielen Jahren Hundebesitzer - das schließt sich keinesfalls aus. Früher besaß ich einen King Charles, einen Schäferhund und einen bayrischen Dackel. Dazu noch einen Papagei und derzeit habe ich sogar noch ein kleines Pferd, welches ich hin und wieder einmal reite und ihm das Gnadenbrot gebe.
Meine Meinung ist: Hunde können sehr gut in der Stadt leben. Gerade neben unserer Wohnung liegt ein schöner Park, der ideal für einen Spaziergang mit den Hunden ist. Wichtig ist, dass die Tiere viel Auslauf durch solche Rundgänge bekommen, dann können Hunde auch in der Großstadt ein schönes Leben haben. Selbstverständlich fühlt sich ein Vierbeiner im Wald und auf Wiesen sehr wohl. Gerade bei uns in Kitzbühel ist es wunderschön, wenn die Hunde durch den Garten rennen und spielen.

 

Für uns ist klar: Ein Leben ohne die beiden Hunde ist mittlerweile nicht mehr vorstellbar, sie sind wie ein neues Leben.

 

Stadthunde.com sagt vielen Dank für das Interview!

 

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