Hundekrallen richtig schneiden

Krallenschneiden – so geht es

Hunde bewegen sich heute meist auf weichen Böden – Teppiche in der Wohnung, Rasen im Garten. Dadurch werden ihre Krallen oft nicht zur Genüge abgenutzt – und wachsen zu lang. Jetzt ist Krallenschneiden angesagt! Doch das sollte immer vorsichtig von statten gehen.

Hunde bewegen sich in den meisten Fällen nicht mehr so viel wie einst ihre Vorfahren. Gevatter Wolf und die Arbeitshunde unserer Vorfahren waren oft den ganzen Tag unterwegs, liefen im unwegsamen Gelände, kletterten über Stock und Stein. Heute müssen sich unsere Hunde oft mit der Runde um den Block begnügen – und selbst Hundesport-Asse bewegen sich meist nur auf weichem Rasen. Die Krallen werden auf diese Weise kaum abgenutzt.

Krallenschneiden ist nicht unproblematisch

Das kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Denn werden die Krallen so lang, dass sie mit ihren Spitzen den Boden berühren – oder gar länger -, verschieben sie den gesamten Bewegungsapparat des Hundes. Die Vorderpfoten werden nach hinten verlagert, die Vorderläufe bewegen sich nun in einem unnatürlichen Winkel. Das kann zu Verformungen und Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat führen. Zu lange Krallen können sich außerdem schmerzhaft einwachsen. Beim Kratzen oder Laufen kann sich der Hund selbst verletzen – und nicht selten versuchen Hunde in ihrer Not, sich selbst die Krallen abzubeißen – und reißen sich die Krallen dabei heraus.

Krallenschneiden ist deshalb eine wichtige Aufgabe in der Hundehaltung. Doch das Krallenschneiden ist eine heikle Angelegenheit, bei der es einige Dinge zu beachten gilt. Sind die Krallen nur wenig zu lang, können sie mit einer einfachen Nagelfeile zurecht gefeilt werden. Doch muss direkt ein ganzes Stück Kralle weg, sollte auf eine spezielle Krallenzange zurück gegriffen werden.

Nagelzangen für den menschlichen Bedarf sind gänzlich ungeeignet, da sie eine glatte Schnittfläche haben und die Kralle nicht schneiden, sondern lediglich quetschen würden. Die Krallenzange sollte in ihrer Größe der Hundepfote entsprechen und eine runde Schneidefläche besitzen. So üben die Klingen von allen Seiten einen gleichmäßigen Druck auf die Kralle aus und trennen sie sauber ab.

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Krallen bestehen, wie unsere Fingernägel, aus Horn. Doch im Gegensatz zu unseren Fingernägeln laufen durch die Krallen unserer Hunde Nerven und Blutgefäße. Verletzen wir diese beim Krallenschneiden, ist das für unseren Hund nicht nur äußerst schmerzhaft – es können auch Krallenentzündungen entstehen. Wie weit die Nerven und Blutgefäße in die Krallen hineinragen, ist je nach Hund ganz unterschiedlich. Bei hellen Krallen sind die Gefäße deutlich zu erkennen – bei Hunden mit schwarzen Krallen tappen wir dagegen im Dunklen.

Krallen schneidet auch der Tierarzt

Die Krallenzange muss immer waagerecht zur Hundekralle angesetzt werden. Die Kralle wird nur sehr vorsichtig und in hauchfeinen Scheibchen geschnitten, um zu überprüfen, ob noch genügend Horn zwischen Zange und Nervenenden liegt. Ist das Ende der Kralle noch gut verhornt und sauber, kann gegebenenfalls ein weiteres Scheibchen abgeschnitten werden. Wer sich die richtige Technik nicht zutraut, kann sich das Krallenschneiden beim Tierarzt seines Vertrauens oder im Hundesalon zeigen lassen.

Wird ein Blutgefäß beim Krallenschneiden leicht verletzt, heißt es: Ruhe bewahren! Krallenverletzungen bluten meist stark. Die Blutung sollte gestillt  und die Kralle zunächst einmal desinfiziert werden. Bei sehr leichten Verletzungen kann es genügen, die Kralle gut im Auge zu behalten, um eine Entzündung rechtzeitig zu erkennen. Ist die Kralle jedoch stärker verletzt oder gar eingerissen, sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Krallenverletzungen können zu schweren Komplikationen führen und sehr langwierig sein – hier ist in jedem Fall der Fachmann gefragt. Der Tierarzt wird die Krallenverletzung reinigen, versorgen und auch verbinden.

Hundepfoten-Pflege - Die Serie:

Hundepfoten – Perfekt gepflegt!

Teil 1: Krallen richtig schneiden

Teil 2: Hundepfoten-Pflege im Winter

 

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