Lux - Hund der Hochbahnwache Hamburg

Ein Welpe auf dem Weg zum Profi-Wachhund

 

Früh übt sich, was ein Großer werden will: Der erst sieben Monate alte Schäferhundwelpe Lux ist das jüngste Mitglied der Hochbahnwache Hamburg. Sein Herrchen, Herr Kasapolli von der Hochbahnwache, kennt den Vater des Youngsters und glaubt schon jetzt, dass Lux auch einmal ein überdurchschnittlich großer Wachhund wird: „Es ist schon erstaunlich: Lux ist rank und schlank, wiegt aber schon 30 Kilogramm".

 

Dass Lux ein gelehriger Schüler ist, liegt ihm wohl auch im Blut, denn sein Vater ist ebenfalls ausgebildeter Diensthund – bei der Polizei Hamburg. Und genau dort, in der Polizeihundeschule, wird nun auch Lux ausgebildet werden. Im März 2009 geht es für ihn in die Ausbildung zum Wachhunde-Profi. Wir werden Lux dort von Zeit zu Zeit besuchen und über seine Fortschritte an dieser Stelle weiter berichten.

 

Vor der Ausbildung kommt das „Umgebungstraining"

 

Er wird dort alles lernen, was auch seine „Polizeikollegen" können müssen. Aber bis dahin erteilt ihm sein Herrchen erst einmal „Umgebungstraining". Dabei. lernt Lux die Besonderheiten der U-Bahnhöfe in Hamburg kennen: glatte Böden, Treppen, Rolltreppen, Menschenmassen, die hektisch über die Bahnsteige und durch die Tunnelanlagen laufen und die recht unangenehmen Geräusche einfahrender Züge.

 

Und es gibt da noch viel mehr Dinge, bei denen es gilt, die Ruhe zu bewahren: Kinder, die oft in Gruppen (Schulklassen oder Kindergartengruppen) reisen und dann recht ungehalten auf Lux zu rennen. Doch schon jetzt bleibt Lux völlig „cool", wenn grölende Menschenmengen, wie etwa HSV- oder St.Pauli-Fans durch die Bahnhöfe ziehen. Nur wenn er andere Hunde erspäht, wird er manchmal noch etwas ungeduldig. Besonders wenn Hündinnen seinen Weg kreuzen - kein Wunder, denn Lux steckt mitten in der Hunde-Pubertät.

 

Volle Konzentration auf den Diensthund-Azubi

 

Lux´s Herrchen hat es momentan recht gut, denn er kann sich voll und ganz auf seinen Schützling und dessen „Umgebungstraining" konzentrieren. Die Aufgaben des „normalen" Dienstes müssen, bis Lux´s Ausbildung beendet ist, die Kollegen übernehmen. Die tun das aber, nicht ganz uneigennützig, sehr gern, wissen Sie doch, dass Lux ihnen später zurückgibt, was sie jetzt in ihn „investieren".

 

Investieren tut übrigens auch die Hochbahnwache recht großzügig in die Ausbildung und Verpflegung der Diensthunde. So erhält jeder Hundeführer zu seinem Gehalt, abgesehen von Futterzulagen, eine gewisse Zahl an Stunden gutgeschrieben, die er eigentlich gar nicht im Dienst ist. Der Leiter der Hochbahnwache, Arndt Malyska, erklärt dazu, dass die Stunden, welche die Hundeführer in ihrer Freizeit mit den Hunden verbringen, letztendlich auch wieder in die Arbeit zurückfließt. Außerdem, so Malyska weiter, erhalten alle Hundehalter auf Wunsch eine Zwingeranlage zu Hause installiert. Und selbstverständlich bezahlt die Hochbahnwache auch die Impfungen und Tierarztbesuche.

 

Bemerkenswert ist auch, dass die Dienst-Vierbeiner ein Hundelebenlang bei Ihrem Hundeführer bleiben, auch dann, wenn dieser beispielsweise in den Ruhestand geht. Dies ist zumindest seit 1992 immer so gewesen und es soll auch in Zukunft so bleiben. Der Leiter der Hochbahnwache, selbst Halter zweier Rottweiler, findet dies „vollkommen normal" und hat diese Regelung, als er vor 16 Jahren die Leitung der Hochbahnwache übernommen hat, selbst so eingeführt.

 

Das „Mobile Einsatzkommando" der Hochbahnwache

 

Die Hochbahn wollte sich damals eigentlich von den Diensthunden trennen, weil der Kosten-Nutzen-Faktor, so sah man es zumindest, nicht mehr gegeben war. Und in der Tat, hätte man den veralteten Dienstplan beibehalten, kein Tierfreund hätte heute noch Freude dran gehabt. Denn in den alten Zeiten sind die Hunde während der vollen Schicht von neun Stunden im Einsatz gewesen. Das war, aus Sicht der Hochbahnwache, uneffektiv, denn die Vierbeiner sind eigentlich „nur" spazieren gefahren und neun Stunden mit der U-Bahn durch Hamburg - das bedeutete für die Tiere Stress pur.

 

Da war es also wirklich ein glücklicher Zufall, dass ein ausgesprochener Hundenarr wie Arndt Malyska die Leitung der Hochbahnwache übernahm. Er hatte denn auch die passende Idee, die sich seither bestens bewährt hat und auch für die Hunde sehr gut verträglich ist:

 

Die Hund-Mensch-Teams fahren jetzt nicht mehr den ganzen Tag durch die Stadt und sie laufen auch keine neun Stunden Streife, sondern können flexible Pausen einlegen. Oder aber sie wählen zwischen Auto und U-Bahn Das kann man sich dann ungefähr so vorstellen, wie bei einem mobilen Einsatzkommando der Polizei: Dort, wo die Hundeführer mit ihren vierbeinigen Kollegen gebraucht werden, zum Beispiel bei Großveranstaltungen, fahren Sie mit dem Auto gezielt vor. Und nach dem Einsatz ist dann wieder Ruhepause für die Hunde. Eben wie bei den „echten" Sondereinheiten.

 

Und weil sich dieses System so überaus gut bewährt hat, wird die Hundestaffel der Hochbahnwache jetzt sogar wieder aufgestockt. Von derzeit acht Mensch-Hund-Teams auf erstmal zwölf Teams. Insgesamt werden aber 30 Teams angestrebt. Doch dafür muss erst noch Hundenachwuchs her. Lux gehört damit zu der Wachhundegeneration, deren Arbeitsplatz in den nächsten Jahren als absolut sicher gilt. Sicher ist aber auch: Lux zieht schon heute die Blicke der Fahrgäste auf sich – zu Recht, wie unsere Bilder vom „Umgebungstraining" belegen. In Kürze werden wir hier dann Bilder von Lux Ausbildung bei der Polizeihundestaffel zeigen. Bis dahin müssen wir uns aber noch ein wenig gedulden. Mach es gut Lux – bis bald! (ar)

 

 

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