Hund am Arbeitsplatz - ein neuer Trend?

Immer mehr Hunde tapsen durch deutsche Büros

Dass Hunde ihren Herrn auch zur Arbeit begleiten, ist eigentlich gar kein neuer Trend, sondern viel mehr eine Rückkehr zu den Wurzeln: Vor langer Zeit schlossen sich Hund und Mensch schließlich nicht nur zur gemeinsamen Freizeitgestaltung zusammen, sondern vor allem, um gemeinsam zu jagen oder Vieh zu hüten. Dass der Hund jedoch auch am modernen Arbeitsplatz immer mehr zum Thema wird, hat wohl in der Hauptsache zwei Gründe.

Zum einen hat sich die Mensch-Hund-Beziehung in den letzten Jahrzehnten noch deutlicher von der Zweckgemeinschaft zur Freundschaft entwickelt – und Freunde vermisst man nun einmal, wenn sie nicht da sind.

Zum anderen sind auch die Zeiten, in denen der Hund im Kreis der Großfamilie artig auf die Heimkehr des schwer arbeitenden Familienvaters wartete, vorbei.

Beruf und Hundehaltung müssen einander nicht ausschließen

Aber auch in den heutigen Kleinfamilien und Singlehaushalten muss schließlich jemand die Brötchen – und natürlich das Hundefutter - verdienen. Emanzipierte Hundefreunde denken ohnehin, dass Beruf und artgerechte Hundehaltung einander nicht ausschließen sollten. Insbesondere von den jüngeren Hundehaltern, fand das Marktforschungsinstitut „TheConsumerView“ heraus, würde jeder dritte seinen Hund am Liebsten auch auf der Arbeit um sich haben. Eine klare Sache: Für Hund und Herrchen von Heute ist es eine Frage der Lebensqualität, möglichst viel Zeit miteinander verbringen zu können.

Hunde sollten nicht länger als vier Stunden alleine bleiben

Für viele arbeitende Hundefans muss der Hundewunsch sogar unerfüllt bleiben, hat es sich doch mittlerweile herumgesprochen, dass ein Hund täglich nicht länger als vier Stunden alleine bleiben sollte. Angesichts der aus allen Nähten platzenden Tierheime ein niederschmetternder Gedanke für berufstätige Hundefreunde. Hundesitter bieten eine liebevolle Tagesbetreuung für den Vierbeiner an, jedoch kommt für die meisten Hundehalter solch eine Dienstleistung nur als Übergangslösung in Frage – wozu hat man schließlich einen felligen Gefährten, wenn man den lieben langen Tag ohne ihn verbringen muss?

Der Deutsche Tierschutzbund organisiert den Aktionstag „Kollege Hund“

Der Deutsche Tierschutzbund hat ein offenes Ohr für die Sorgen der vollzeitbeschäftigten Hundehalter und organisiert jährlich den Aktionstag „Kollege Hund“. Über 800 Unternehmen beteiligten sich in diesem Jahr an dem bundesweiten Schnuppertag für Hunde im Büro.

Wer seinen Hund zum Bürohund adeln möchte, sollte gut vorbereitet sein. Wer gar über die Anschaffung eines Hundes brütet, dessen Haltung davon abhängig ist, ob er mit ins Büro darf, sollte sich einen ausgefeilten Schlachtplan zurecht legen. Denn allzu leicht kann aus dem Projekt „Kollege Hund“ die Blamage „Katastrophe Hund“ werden – und wohin dann mit dem Neuzugang?

Hund im Büro: Vorbereitung ist alles!

Natürlich sollten zunächst Büro und Hund darauf geprüft werden, ob sie überhaupt bereit füreinander sind. Sind hier die entscheidenden Fragen geklärt, geht es in den Praxis-Test: Gut vorbereitet, mit dem nötigen Fachwissen, etwas Fingerspitzengefühl und der richtigen Hunde-Ausstattung ausgerüstet wird Ihr Projekt "Kollege Hund" bestimmt ein Erfolg.

Und einen vorbildlichen Bürohund will sicher bald keiner mehr missen. Vielleicht kommt sogar der eine oder andere Kollege auf die Idee, dass es bestimmt toll wäre, so einen liebenswerten Vierbeiner auch zuhause um sich zu haben? Dann dürfen Sie sich gratulieren – Sie und Ihr Hund haben einen nicht unerheblichen Beitrag zur Popularität des Bürohundes geleistet und damit vielleicht auch anderen berufstätigen Hundehaltern ganz neue Möglichkeiten eröffnet! (je)

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