Zweithund - Zusammenleben

Teil 2  Zwei Hunde, doppelte Rücksichtnahme

„Guck mal, da vorne, die beiden Collies!“ klingt es wie Musik in meinen Ohren, wenn ich mit unseren Hunden unterwegs bin. „Die sind aber schön!“ Ich lächle still in mich hinein. „Und gut erzogen sind die auch, schau mal, wie die hören!“ Mein Lächeln wird ein wenig selbstzufrieden – war ja auch eine ganz schöne Arbeit! „Oh, ich glaube, der eine Collie macht da gerade einen Haufen mitten auf den Gehweg!“ Was?! Och nö!

 

Wer zwei Hunde hält, fällt meist auf. Das bringt eine große Verantwortung mit sich. Wer nicht möchte, dass Mehrhundehalter ein schlechtes Image verpasst bekommen, sollte dafür Sorge tragen, dass er nur positiv auffällt und seine beiden Hunde Benimmregeln vorbildlich einhalten. Nicht zuletzt im Interesse aller Hunde heißt es deshalb: zwei Hunde, doppelte Rücksichtnahme!

 

Zweihundehalter sollten grundsätzlich noch mehr mitdenken als Otto-Normal-Hundebesitzer.  Nähert sich beim Spaziergang ein Jogger oder Radfahrer, werden beide Hunde brav am Wegesrand abgesetzt. Zwei Hunde dürfen noch viel weniger einfach zu fremden Leuten hin laufen, als es einer darf. Insbesondere Halter von zwei großen Hunden sollten sich Rücksichtnahme zur zweiten Natur machen – die vielen erfreuten Reaktionen werden sie dafür entschädigen.

 

Kommt ein fremder Hund entgegen, werden beide Hunde brav abgesetzt und es wird erst geklärt, ob die Hunde Kontakt haben dürfen. Meist ist es sinnvoll, zunächst nur einen Hund hin zu lassen, damit sich der fremde Hund nicht überfordert fühlt. Auch bei gut sozialisierten Hunden kann es dazu kommen, dass ein eingespieltes Team beginnt, einen anderen Hund zu mobben. Hier muss sofort eingegriffen werden.

 

Hat einer der beiden Hunde Verhaltensauffälligkeiten oder große erzieherische Defizite, sollte man es zunächst vermeiden, mit beiden Hunden gleichzeitig unterwegs zu sein – aus Rücksicht auf die Umwelt und um zu verhindern, dass auch der brave Hund sich unerwünschtes Verhalten aneignet.

Zwei Hunde: Sicherheit geht immer vor!

 

Beim Restaurantbesuch sollte vorher glasklar abgeklärt werden, ob auch zwei Hunde erwünscht sind – und ob genug Platz für sie vorhanden ist. Dasselbe gilt natürlich auch bei der Planung eines Urlaubes.

 

Auch innerhalb der eigenen vier Wände heißt es: Obacht! Sicherheit hat oberste Priorität, das gilt für zwei Hunde umso mehr. Denn wenn dem einen Hund das Schlupfloch im Zaun noch entgeht, dem zweiten entgeht es schon bestimmt nicht mehr, und während der Ersthund nie auf die Idee kam, den Mülleimer auszuräumen, macht es zu Zweit umso mehr Spaß!

 

 

Zweihundehaltung ist eigentlich etwas für fortgeschrittene Hundefreunde. Aber oft spielt das Leben anders, als man denkt, und auch erfahrene Hundemenschen können mit zwei Hunden manchmal überfordert sein. Gibt es im Zusammenleben mit zwei Hunden immer wieder Probleme, sollte deshalb unbedingt ein kompetenter Hundetrainer eingeladen werden. Nur ein Experte kann im Einzelfall eine fachgerechte Diagnose stellen und konkrete Hilfestellung leisten.

 

Je besser erzogen zwei Hunde sind, desto besser klappt es im Alltag. Was beim Training mit zwei Hunden zu beachten ist, erfahrt Ihr nächsten Mittwoch in unserer Serie "Zweithund". (je)

 

Hier geht's zurück zu Übersicht

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren:

Aktuelle Stadthunde-News und Artikel zum Thema finden Sie unter:    Hunde heilen Beziehungen - Flirtfaktor Hund 

 

Hier geht es zurück zu Hund und Partnerschaft