Zweithund - Training mit zwei Hunden Teil 2

Mein Collierüde glänzt in vielerlei Situationen durch perfekte Steadyness.
Pflanzt man ihn irgendwo hin, bleibt er auch dort, ganz gleich, ob die Erde bebt oder ein Ufo landet. Einzige Ausnahme: Ich setze meine Terrierhündin daneben. Die wird sich nämlich garantiert beim ersten Husten angesprochen fühlen - und dann gibt es für beide kein Halten mehr!

 

Beim gemeinsamen Training mit zwei Hunden gilt es erst einmal auszumachen, dass die Rangordnung zwischen den Beiden wirklich geklärt und auch die Akzeptanz des Ersthundes für den Zweiten vorhanden ist. Sonst könnte es vor allem bei der Belohnung zu Rangeleien kommen.

 

Wichtig ist, dass auch Ihr die Rangordnung der Hunde untereinander beachtet. Arbeitet zuerst Eurem Ersthund, sofern er immer noch der Ranghöhere ist. So fühlt er sich immer noch als Nummer 1 und nicht durch einen, in seinen Augen, dahergelaufenen Jungspund ersetzt. Wenn ihr das nicht macht, könnte sich der Ersthund beleidigt zeigen und vielleicht jegliche Arbeit mit Euch verweigern.

 

Ersthund weiterhin sinnvoll beschäftigen

 

Und auch wenn ihr denkt, der Ersthund kann doch schon alles – irgendetwas zu arbeiten gibt es immer! Beschäftigungsideen gibt es genug und wenn ihr einfach nur kurz ein paar Übungen mit Eurem Ersthund macht, ein ausgiebiges Spiel mit Euch ganz allein wird auch der Ersthund dankend annehmen. Beherrschen beide Hunde die Grundkommandos, könnt ihr sie diese auch gleichzeitig auf einem Spaziergang ausführen lassen. Bei der Bestätigung solltet ihr entweder den Ersthund zuerst bestätigen oder gleichzeitig die Leckerlies reichen. Auch hier gilt nämlich das Prinzip der Rangordnung!

 

Achtet auch darauf, dass die Qualität der Belohnung der gezeigten Leistung entspricht und bei beiden Hunden vergleichbar ist. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Hunde durchaus einen Sinn für Gerechtigkeit haben: werden sie für dieselbe Handlung deutlich weniger belohnt als ihr Kollege, stellt sich Frustration ein und die Kooperation wird irgendwann beendet. Wenn also einer der beiden Hunde beispielsweise zu Übergewicht neigt, sollte er er nicht einfach weniger Leckerchen zur Belohnung erhalten als der Hund mit der Top-Figur. Besser ist es, einfach auf spezielle, kalorienreduzierte Belohnungshappen umzusteigen.

 

 

Gemeinsames Training für Fortgeschrittene

 

Jetzt könnt Ihr auch durchstartet mit einem gleichzeitigen Training. Lasst zum Beispiel beide Hunde gleichzeitig bei Fuß laufen – das erhöht die Schwierigkeit durch eine größere Ablenkung. Ruft beide Hunde gleichzeitig ab – auch hier wird der Ansporn für beide Hund größer sein, schneller zu kommen. Denn jeder will Erster sein!

 

Was ist aber, wenn nur ein Hund das Kommando ausführen soll, und der andere nicht? Hier seid Ihr mit Eurer Körpersprache und Eurer Stimme gefragt. Legt beide Hunde ab. Dem Hund, der das Kommando ausführen soll wie zum Beispiel „Voran“, wendet ihr Euch deutlich zu und stellt Blickkontakt her. Der Hund merkt, dass Ihr Euch auf ihn konzentriert, und wird sich in jedem Fall angesprochen fühlen.

 

Der andere Hund sollte in dem Fall so liegen, dass er Euren Rücken zugewendet bekommt. Das ist für ihn das Zeichen: Gerade bin ich nicht gemeint. Sinnvoll kann es sein, wenn Ihr ihn kurz zuvor noch einmal mit einem "Platz" daran erinnert, was gerade von ihm verlangt wird.

 

Mit Körpersprache und Stimme arbeiten

 

Gebt Ihr nun das Kommando "Voran" für einen Hund, solltet Ihr nur leise sprechen.   Auch die Körpersprache sollte in dem Fall nicht von großen Bewegungen geprägt sein. Ein kleiner Fingerzeig kann bereits genügen. Denn ein euphorisches „Voran“ mit großer Gestik wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch den anderen Hund aufspringen lassen.

 

Eine weitere Hilfe bei dem Training mit zwei Hunden ist es, wenn ihr von vornherein Euren Hunden beibringt, dass vor einem Kommando, das ein Hund einzeln ausführen soll, immer der jeweilige Name kommt. Nur wenn beide Hunde das Kommando ausführen sollen, gibt es keinen Namen davor. So fühlt sich immer nur ein Hund, oder gleich beide Hunde angesprochen.

 

Einzeltraining auch für Fortgeschrittene

 

Das Trainieren mit beiden Hunden kann viel Spaß machen. Es wird schön sein zu sehen, wie sich der Zweithund anstrengt so gut wie der Ersthund zu sein, zu sehen wie er sich weiterentwickelt und beide Hund plötzlich folgsam neben einem laufen. Trotzdem solltet Ihr auch hin und wieder mit beiden Hunden einzeln trainieren. Das erhöht Eure Bindung zu den Hunden, die Hunde fühlen, dass sie als Individuen von Euch gesehen werden und genießen es dass Frauchen oder Herrchen mit ihnen ganz allein etwas unternimmt!

 

Das Hundeleben besteht glücklicherweise nicht nur aus Erziehung. Alles rund um Spiel und Beschäftigung mit zwei Hunden erfahrt Ihr in Teil 6! (hs)

 

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