Zweithund - Spiel und Spaß Teil 2

Ballspielen mit einem Terrier und einem Collie ist ein gewöhnungsbedürftiges Unterfangen. Beide hechten in wilder Freude hinter dem begehrten Objekt her. Üblicherweise ist mein Collie zuerst da, schnappt den Ball, während meine Terrierhündin wütend zu schimpfen beginnt. Daraufhin lässt mein Collierüde den Ball verdattert fallen. Dankbar sammelt die Terrierhündin ihn auf und flitzt emsig zu mir, schließlich hat sie schon genug Zeit verloren, während der Collie immer noch etwas ratlos hinterherschaut.

 

Ganz gleich, wie schön zwei Hunde miteinander spielen können – nichts ersetzt das Spiel des Menschen mit seinen Hunden. Ist die Rangordnungs- frage geklärt und beide Hunde gut erzogen, spricht nichts dagegen, auch einfach einmal unbeschwert mit beiden Vierbeinern zu raufen und zu toben. Gibt es hier allerdings noch Spannungen, sollten körpernahe Spiele und auch Zerrspiele zunächst vermieden werden.


Wichtig ist auch, dass immer wieder einmal mit einem Hund alleine gespielt wird. Nur so kann die Einzelbindung gestärkt und auf die individuellen Spielbedürfnisse eines Hundes eingegangen werden. Apportierspiele oder das Hinterherjagen eines an einer Angel oder Schnur gezogenen Objektes macht den meisten Hunden große Freude und kann zeitgleich mit ein paar einfachen Erziehungsübungen kombiniert werden. Am Besten finden solche Einzelspiele während der Einzelspaziergänge statt, wenn der andere Hund zu Hause wartet.

Beim Einzelspiel muss ein Hund warten

 

Natürlich ist es auch möglich, einen Hund warten zu lassen – in der Ablage oder auf seinem Platz – während man mit dem anderen Hund spielt. Insbesondere, wenn das eigene Herrchen oder Frauchen sehr temperamentvoll und geschwindigkeitsbetont mit einem anderen Hund spielt, ist das brave Abwarten allerdings eine wahre Meisterleistung an Selbstdisziplin und kann bei weitem nicht jedem Hund abverlangt werden.

 

Brav zu warten, während Herrchen oder Frauchen mit dem Kollegen spielen, muss deshalb gezielt geübt werden. Zu Beginn sollten die Spieleinheiten nur gemäßigt und sehr kurz ausfallen und jedes brave Abwarten sollte belohnt werden. Wichtig ist außerdem, beim Spiel die Rangordnung der Hunde untereinander zu beachten: Der Hund, der am ranghöchsten ist, kommt auch beim Spiel zuerst.


Auch Such-, Schnüffel- oder Intelligenzspiele mit zwei Hunden gehören geübt. Während ein Hund sich an dem Intelligenzspielzeug zu schaffen macht oder das versteckte Leckerchen sucht, absolviert der zweite Hund eine noch viel anspruchsvollere Übung: warten und zusehen! Wichtig ist, dass das Warten ebenso belohnt wird wie der Einsatz am Intelligenzspielzeug, denn ein brav abwartender Hund hat eine echte Leistung gezeigt. Clevere Hunde werden außerdem schnell merken, dass sie durch konzentriertes Zuschauen etwas lernen können und danach umso schneller zum Erfolg kommen.


Gemeinsame Aufgaben fördern Team-Work

 

Ist das Verhältnis zwischen beiden Hunden stabil und konfliktfrei, sprich nichts dagegen, auch einmal beide Hunde zeitgleich eine knifflige Aufgabe lösen zu lassen. Ein Futterbeutel, der im Feld versteckt wird oder ein Spielzeug, das irgendwo in der Wohnung versteckt wird, geben dem Hundegespann die Gelegenheit, ihre Teamfähigkeit zu entwickeln. Das geht aber nur, wenn beide sicher sein können, dass ihre Mühe belohnt wird: Dürfen beide Hunde sich an der Aufgabe beteiligen, werden auch beide belohnt, selbst wenn nur einer das Ziel erreicht.


Bei absolut entspannten Hunde-Teams können auch Leckerchen im Spiel zum Einsatz kommen: Ein Karton, angefüllt mit alten Lumpen, zwischen denen zahlreiche Leckerchen versteckt sind, kann man auch zu zweit prima ausräumen. Und auf dem Spaziergang hin und wieder ins Gras geworfene Leckerchen lassen sich auch zu zweit erschnüffeln. Sollte es bei Spielen mit Leckerchen-Einsatz aber zu Futterneid kommen, sollte darauf lieber verzichtet werden.

 

Tricktraining und Dogdance zu Zweit

 

Auch Tricktraining oder das Üben von Dogdance-Elementen mit dem Klicker kann problemlos mit zwei Hunden gemacht werden. Entweder wird ein Hund für die Zeit des Trainings nicht in den Raum gelassen, oder er wartet ruhig auf seinem Platz. Hunde lernen sehr schnell, dass der begehrte „Klick“ tatsächlich nur für den Hund gilt, der eine Handlung ausgeführt hat, und nicht für den, der gerade in seinem Korb liegt und zuschaut. Auch hier kann wartende Hund aber schon alleine durch das Zuschauen lernen, und für Fortgeschrittene sind sogar tolle Tricks oder Dogdance-Choreographien auf vier Pfoten möglich.


Weitere Tipps und Tricks für das Zusammenleben mit zwei Hunden und das abschließende Fazit unserer Serie gibt es nächsten Mittwoch in unserer großen Serie „Zweithund“ (je)

 

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