Zweithund: „Gleich und gleich gesellt sich gern“?

Wichtig ist, dass der Hundehalter seinen eigenen Hund wirklich gut kennt und einschätzen kann. Nur mit dieser Kenntnis – und dem nötigen Fingerspitzengefühl - kann er den passenden Zweithund finden.„Gleich und Gleich gesellt sich gern“ ist bei der Auswahl allerdings nicht immer ein guter Rat. Zwei Hunde, die einander sehr ähnlich sind, können sich beispielsweise heftige Raufereien um die Rangordnung liefern. 

 

Wer einer zur Dominanz neigenden Hündin eine ebenso zur Dominanz neigende, gleichaltrige Hündin dazu gesellt, hat gute Aussichten, sich ein Hundeleben lang mit einem „Problemteam“ herum zu schlagen. Zwei pubertierende Jungrüden, die beide nur Flausen im Kopf haben, werden vielleicht tolle Kumpels, sind für den Hundehalter aber oft kaum zu händeln.

 

Auch zwei extrem temperamentvolle, überdrehte, nervöse oder auch ängstliche Hunde können sich in ihrem Verhalten noch gegenseitig bestärken – und was bei einem Hund noch gut gemanagt werden kann, kann bei zwei Hunden ein echtes Problem werden. Hier ist es sinnvoller, wenn sich der Zweithund charakterlich zumindest ein wenig vom Ersthund unterscheidet.

 

Zweithund: „Gegensätze ziehen sich an“?

 

Doch auch „Gegensätze ziehen sich an“ ist kein Patentrezept. Der sensible Windhunderüde wird sicherlich nicht vor Freude jubeln, wenn eine rustikale Staffordshire-Hündin Einzug ins Haus, und auch die Kombination quirliger Chihuahuawelpe und phlegmatischer Bernhardiner-Senior könnte eher ein Problemteam sein.

 

Sind die Hunde zu unterschiedlich, entstehen schnell Konflikte. Sinnvoller ist es, wenn die beiden künftigen Lebenspartner in ihren grundsätzlichen Anlagen einander ähneln - sich aber gleichzeitig genug unterscheiden, um die Rangordnungsfrage schnell und endgültig zu klären und einander sinnvoll zu ergänzen.

 

Zwei Hunde derselben Rasse oder desselben Hundeschlags verstehen sich schon allein von ihrem  typischen Kommunikations- und Spielverhalten her meist deutlich besser als sehr unterschiedliche Hundetypen. Dass Mehrhundehalter oft Hunde derselben Rasse halten, ist sicher kein Zufall. Unter sehr verschiedenen Hundetypen kann es leicht zu Missverständnissen kommen oder das Spielverhalten - das von sehr körperlich und burschikos bis hin zu reinen Jagd- und Laufspielen reichen kann – kann leicht frustrierend werden.

Zweithund: Unterschiede und Gemeinsamkeiten sind wichtig

 

Dennoch können auch Unterschiede die Beziehung der Hunde untereinander oft bereichern. So wirkt ein souveräner Hund auf einen nervösen und ängstlichen Hund oft beruhigend und kann ihn auf die Dauer sogar selbstsicherer werden lassen. Ein sehr lebhafter Hund kann durch einen ruhigeren Hund ausgeglichener werden oder ein phlegmatischer Hund durch einen temperamentvollen Hund lebensfroher. Auch mancher älterer Hund freut sich, einen Jungspund um sich herum zu haben.

 

Je nach Ausprägung der Persönlichkeiten können diese Unterschiede jedoch auch Konfliktpotential sein und damit eher belastend als bereichernd. Unterschiede und Gemeinsamkeiten sollten sich die Waage halten und vor allem – sie müssen zueinander passen. Ob sich der Ersthund auf den Zweithund wirklich einlassen und von ihm vielleicht sogar profitieren kann, muss im Einzelfall entschieden werden.

 

Ersthund sollte viele verschiedene Hunde kennenlernen

 

Daher sollte der erste Schritt jedes zukünftigen Zweithundehalters darin bestehen, sich die Persönlichkeit und die Vorlieben des Ersthundes in all seinen Aspekten bewusst zu machen und ihm die Möglichkeit zu geben, möglichst viele unterschiedliche Hunde kennen zu lernen. So wird sich rasch zeigen, mit welchen Hunden der Ersthund besonders innige Beziehungen knüpfen kann und mit welchen der Kontakt eher oberflächlich bleibt. Die so gemachten Erfahrungen können in die gezielte Suche nach dem passenden Zweithund einfliessen.

 

Aber vorsicht, das erste Zusammentreffen und die Zusammenführung der beiden Hunde können die Weichen für das gesamte weitere Zusammenleben stellen! Alles über das erste Zusammentreffen und die Zusammenführung von Erst- und Zweithund erfahrt Ihr nächste Woche in Teil 3 unserer Serie „Zweithund“! (je)

 

 

Mehr dazu gibt’s in Teil 3 unserer Serie "Zweithund - erstes Zusammentreffen"

 

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